zum Inhalt springen

Bilddatenbank der Gipsabgußsammlung antiker Skulpturen des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn

Die Gipsabgußsammlung des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn soll sukzessive fotografisch erfaßt und in eine Bilddatenbank überführt werden, die in Köln wie in Bonn abfragbar sein wird. Die fachlichen Schwerpunkte der Archäologischen Institute in Bonn und Köln können dadurch anhand von zwei Einrichtungen näher zusammengeführt werden, die die Prägung durch die griechische bzw. die römische Kunst in besonders markanter Weise tragen: die Bonner Gipsabgußsammlung und das Kölner Forschungsarchiv. Die Bonner Gipsabgußsammlung ist eine der größten in Europa, das Kölner Forschungsarchiv besitzt die größte spezialisierte Fotosammlung auf dem Gebiet der antiken Skulptur. Die Lehre am Kölner Institut erhielte durch die Bilddatenbank Zugang zu einer gewichtigen Ressource der Universität Bonn im Bereich der griechischen Kunst.

Mit ihrer Hilfe ließen sich die lokalen Datenbestände erweitern sowie Seminarreferate, Hausarbeiten, Zwischen-, Magister- und Promotionsprüfungen für den Bereich der griechischen Skulptur an Bildschirmarbeitsplätzen vorbereiten. Im Akademischen Kunstmuseum soll die Bilddatenbank ebenfalls installiert werden, um die Gipsabgußsammlung in einem elektronischen Museum zu spiegeln und auf eine neue Weise benutzbar zu machen.Die angestrebte Bündelung betrifft neben der Zusammenführung von Bildern und Daten griechischer und römischer Plastik auch die gegenseitige Ergänzung der Medien. Fotografien und Gipsabgüsse werden in der Lehre als grundlegende Hilfsmittel genutzt ergänzen sich in wesentlichen Punkten. Bieten die Abgüsse den Vorteil einer dreidimensional faßbaren Kopie des Originals, so lassen sich Fotografien in wesentlich größerer Anzahl sammeln und ermöglichen somit in der Dokumentation wie im Aufbau von Vergleichsreihen eine erheblich größere Dichte. Die zur vergleichenden Reihenbildung unverzichtbaren Ansichten von Neben- und Rückseiten eines Denkmals lassen sich oftmals leichter an einem Gipsabguß fotografieren als am Original. Gipsabgüsse geben die rundplastische Form eines antiken Denkmals getreuer wieder als Fotografien mit ihren schwer zu berechnenden Schattierungen. Werden sie unter gleichmäßigen Bedingungen ausgeleuchtet und fotografiert, können sie oftmals wichtige Aufschlüsse zu konkreten Forschungsproblemen erbringen und auch im Vergleich untereinander zutreffendere Relationen ergeben als heterogene Fotografien.Es ist daher ein zentrales Desiderat, beide Medien mit ihren unterschiedlichen, sich ergänzenden Eigenschaften für die Lehre in komplexer Form nutzbar zu machen.Die fotografischen Aufnahmekampagnen sollen durch studentische Arbeitsgruppen flankiert werden, die aus der Masse der Bonner Abgüsse sinnvolle Gruppen bilden und diese nach inhaltlichen Kriterien für die Eingabe in die Datenbank vorbereiten. Die Studierenden erhalten so die Möglichkeit, eine entscheidende Verbesserung der Ressourcen universitärer Lehre aus ihrer eigenen Sicht mitzugestalten. Damit würde eine didaktische Linie fortgesetzt, die nicht nur Lehrveranstaltungen zu Themen des Forschungsarchivs und der Bonner Abgußsammlung umfaßte. Unabhängig von herkömmlichen Lehrveranstaltungstypen wurden ein studentisches Tutorium im Rahmen des universitären Tutorienprogrammes des Landes und eine studentische Medien-AG eingerichtet. Die Studierenden können sich auf diesem Wege an den Bemühungen um eine Definition zentraler Inhalte der Lehre - im Sinne eines verbindlichen Bildvokabulars - selbständig beteiligen. Die Ergebnisse dieser Überlegungen sind auch in die neu formulierte Studienordnung eingeflossen. Die mangelnde Verfügbarkeit und Durchdringung der Bildmedien hat sich jedoch oft als hinderlich erwiesen. Deshalb könnten in dem hier umrissenen Projekt viele der bisherigen Bestrebungen eine neue Bündelung erfahren.

Voraussichtliches Ende des Projektes: 2010

Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Prof. Dr. Henner von Hesberg