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Die Skulpturen der Berliner Antikensammlung

Im Rahmen einer Kooperation mit den Berliner Museen/Stiftung Preußischer Kulturbesitz nimmt das Forschungsarchiv an der umfassenden Neudokumentation und -publikation der Berliner Museumsinsel teil, die von der Antikensammlung Berlin geplant und durchgeführt wird. Etwa 4/5 von ihnen sind seit dem 2. Weltkrieg einer wissenschaftlichen wie auch einer breiteren Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich gewesen. Die Materialien entstammen einerseits der Sammlung der preußischen Könige, wovon den in den Schlössern ausgestellten Teil das Forschungsarchiv schon bei früherer Gelegenheit aufgenommen und in Arachne veröffentlicht hat, einen anderen bedeutenden Schwerpunkt bilden etwa Bauplastik und Skulpturen aus Kleinasien.

Ein der Bedeutung der Materialien angemessenes Gesamtkonzept soll in einzelnen, aufeinanderfolgenden Schritten verwirklicht werden, bei denen Aufnahmearbeiten und wissenschaftliche Erforschung eng ineinandergreifen.

Das Forschungsarchiv hat dabei die magazinierten Denkmäler der Berliner Antikensammlung übernommen, und dokumentiert zusätzlich, im Rahmen einer Fotokampagne der Mellon-Foundation, Teile der Denkmäler in den Ausstellungsräumen. Für die geplante wissenschaftliche Bearbeitung im Rahmen eines Online-Publikationssystems können sowohl die Aufnahmen der Mellon-Kampagne wie die des Forschungsarchivs zusammengeführt und gemeinsam genutzt werden.

In Teilen der deutschen Klassischen Archäologie wirken Themen wie Grundlagendokumentation oder Digitalisierung schon jedes für sich als Provokation. Die Verbindung beider Elemente hat leider dazu geführt, daß der hier beschrieben Unternehmung die Förderung aus Drittmitteln lange Zeit versagt blieb - obwohl es sich um Materialien handelt, die teilweise noch nie, teilweise seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr zugänglich waren und einen zentralen Teil des deutschen Kulturpatrimoniums darstellen. Um so dankbarer seien Weitsicht und Einsatz vermerkt, mit denen die Universität zu Köln und private Förderer, insbesondere Herr Dr. Dr. N. Helmke, Frau Dr. I. Jucker und Herr Dr. A. Pestalozzi, Aufnahme und Fortgang der Arbeiten überhaupt erst ermöglicht haben. Das jüngst vom BMBF bewilligte Verbundprojekt 'Berliner Skulpturennetzwerk' bedeutet hier eine Tendenzwende.

Prof. Dr. Andreas Scholl, Prof. Dr. Reinhard Förtsch