Forschung aktuell

  • April 2012: Geophysikalische Prospektionen Morgantina und Agrigent (Sizilien)

    Vom 22.3. bis 4.4.2012 führte das Archäologische Institut zwei geophysikalische Prospektionskampagnen auf Sizilien durch. Auf Einladung der amerikanischen Morgantina-Ausgrabung - vertreten durch S. Lucore und M. Trümper - führte die Arbeitsgruppe ArchäoGeophysik Untersuchungen auf der sog. Cittadella, im Bereich der Agora sowie im Umfeld des Badkomplexes im Westen des Stadtgebietes durch. Insbesondere eim Bad konnten hervorragende Ergebnisse zur Insula- und Bebauungsstruktur.

    Im Anschluss erfolgten auf Einladung des Deutschen Archäologischen Instituts weitere geophysikalische Prospektionen in Agrigent im Umfeld des Olympieion und im Stadtgebiet. Zum Einsatz kamen Georadar, Magnetometrie und elektrische Widerstandsmessung.

    Teilnehmer: M. Broisch, M. Buess, B. Burandt, Ph. Hagdorn, Sh. Moshfeq Nia, M. Nieberle, J. Seidel, S. Steidle

    Kooperation: American Morgantina Excavation (vertreten durch Prof. Dr. Sandra Lucore und Prof. Dr. Monika Trümper) und Deutsches Archäologisches Institut (Dr. Heinz Beste)

     



  • März 2012: KuBA. Erster Band der neuen Zeitschrift erschienen

    Im März ist der erste Band der neuen Zeitschrift 'Kölner und Bonner Archaeologica' (KuBA) erschienen. Diese wird von den beiden Archäologischen Instituten der Universitäten Köln und Bonn herausgegeben und soll der gemeinsamen Darstellung laufender Projekte dienen sowie jungen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit bieten, erste Forschungsergebnisse zu präsentieren. Wie in diesem ersten Band soll es auch künftig neben Beiträgen übergreifender Art regelmäßig Berichte aus den Universitätssammlungen geben sowie aktuelle Berichte aus den zahlreichen Forschungsprojekten.

    Inhaltsverzeichnis und weiterführende Informatonen

     

     



  • Januar 2012: CERAMALEX: Keramik-Workshop in Alexandria

    Im Rahmen des deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekts CERAMALEX, welches das Kölner Institut in Kooperation mit dem Centre d'Études Alexandrines und dem Institute Francais d'Archéologie Orientale in Kairo zur Erarbeitung eines Corpus der hellenistisch-römischen Keramik in Ägypten durchführt, wurde vom 28.-30.1.2012 ein weiterer Workshop in Alexandria durchgeführt. Beteiligt waren circa 25 Wissenschaftler. Schwerpunkt der Treffens waren die Diskussion und Entwicklung einheitlicher Kriterien für die Erfassung ägyptischer Warengruppen und eines Typenkatalogs.

    Download: Programm der Tagung.

     



  • Dezember 2011: Konzeption eines Archäologischen Landschaftsparks in Nettersheim

    Der von der Gemeinde Nettersheim und dem Landschaftsverband Rheinland geplante Archäologische Landschaftspark wird aus mehreren Erlebnisstationen bestehen, die sich entlang eines Rundwanderweges aufreihen. Zu mehreren dieser Stationen erarbeitet das Archäologische Institut im Rahmen eines Seminars Konzepte, in die auch die Ergebnisse der Ausgrabungen einfließen werden. Die archäologische Arbeit wird so für eine breitere Öffentlichkeit anschaulich dargestellt und erfahrbar gemacht. Die Präsentation von Forschungsergebnissen gehört zu den zentralen Anliegen der Archäologie. Die Studierenden haben hier die Möglichkeit, eigene Vorstellungen und Ideen zu entwickeln und vorzustellen. Besonders reizvoll ist die enge Verknüpfung von archäologischer Forschung und musealer Präsentation.

    Dozent: Salvatore Ortisi

    Teilnehmer: Gina Alajmo, Sonja Dittebrandt, Michael Drechsler, Michelle Forrest, Marie Heitfeld, Theresa Jürgens, Barbara Köstner, Achim Koopmann, Christoph Lindner, Marc Rappe, Fabian Riebschläger, Jonas Rosenthal, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Heinz Sperling, Ruth Stiefelhagen, Ulrike Weyerke, Frank Wiesenberg.

    Kooperation: In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nettersheim und dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege.

     

     



  • Dezember 2011: Georadar-Survey in Ostia

    Vom 30.11. bis 8.12.2011 unternahm das Archäologische Institut einen Georadarsurvey im Bereich der sogenannten Pianabella, unmittelbar südlich von Ostia. In diesem Gebiet befanden sich insbesondere in der Kaiserzeit entlang der heute verlandeten Meeresküste zahlreiche große Villenkomplexe der senatorischen Oberschicht. Diese bildeten offenbar ein lückenlose Kette von Meervillen, die an der südlichen Stadtgrenze begann und in unterschiedlicher Dichte bis Antium reichte. Im Bereich der Pianabella sind vereinzelte Baustrukturen (u.a. ein luxuriöses Bad und eine Wandelhalle) bei älteren Grabungen freigelegt worden. Eine systematische Untersuchung der Anlagen steht jedoch noch aus. Mit dem durchgeführten Georadar-Survey sollten die Möglichkeiten eines flächendeckenden Einsatzes getestet werden. Es zeigte sich, dass die unter hohen Flugsandchichten liegenden Baustrukturen mit dem Georadar sehr gut fassbar werden. So konnte unter anderem ein großes Peristyl mit den zugehörigen Mauerstrukturen und Fußböden ebenso nachgewiesen werden, wie ein Abschnitt der Via Severiana, die auf der Rückseite der Meervillen entlang führt.

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Janine Seidel, Julia Schulz, Michael Heinzelmann

    Kooperation: Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

     

     

     

     



  • Dezember 2011: CoDArchLab - Google European Digital Humanities Award 2012

    In Anerkennung der bisherigen Leistungen im Rahmen des Projekts zur Validierung von Datenstrukturen der von Google geförderten Vorhaben 'Google Books' Ancient Places and Sites' erhält das CoDArchLab unter Leitung von Prof. Reinhard Förtsch auch im Jahr 2012 den Google European Digital Humanities Award.

     



  • November 2011: Prospektionen in Vetera

    Im Rahmen einer Lehrveranstaltungen und in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Xanten des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege erfolgten an zwei Wochenenden im November geophysikalische Prospektionen im Legionslager Vetera I. Ziel war es, nähere Aufschlüsse von Bereichen im Westen des Lagers zu erhalten, für die bislang durch Luftbilder oder Grabung keine Informationen vorliegen. Durchgeführt wurden Untersuchungen mittels Magnetometrie, elektrischer Widerstandsmessung und Georadar. Trotz massiver Erosionsspuren konnten Abschnitte der Lagerumwallung sowie Teile der Binnenbebauung nachgewiesen werden.

    Dozierende: Manuela Broisch, Michael Heinzelmann, Janine Seidel, Steffy Steidle

    Studierende: Angelika Brauers, Philipp Hagdorn, Gesine Jaeger, Ann-Kristin Jäger, Oliver Karger, Alwy Chloe Küpper
    Steffen Oraschewski, Tamara Ruske, Christian Schepers
    Kooperation: LVR-Amt für Bodendenkmapflege, Außenstelle Xanten

     

     



  • September 2011: Sommerkampagne in Amiternum (Abruzzen)

    Im Rahmen des DFG-finanzierten Forschungsprojekts in Amiternum fand vom 21.8. bis 25.9.2011 die sechste Sommerkampagne statt.

    Die Arbeiten konzentrierten sich in diesem Jahr auf das Suburbium der Talsiedlung und das wahrscheinlich ältere Siedlungszentrum auf dem Hügel von S. Vittorino. Durchgeführt wurden erneut großflächige geophysikalische Prospektionen und insgesamt sieben stratigraphische Sondagen. Im Suburbium nördlich des Theaters wurde an der Ostseite der Via Caecilia ein gut erhaltener, möglicherweise spätantiker Kalkofen untersucht, ferner eine suburbane Villa mit zahlreichen, vorwiegend kaiserzeitlich-spätantiken Nutzungsphasen. Eine zweite Villa auf dem Höhenplateau von S. Vittorino erwies sich nach vorläufigen Datierungen als ältere, spätrepublikanische Anlage (spätes 2./1. Jh.v.Chr.). Sie markiert offenbar bereits eine Expansionsphase der frühesten Siedlung, deren Kern im höher gelegenen Bereich von S. Vittorino angenommen werden kann. Weitere Sondagen bestätigten durch den Nachweis teilweise monumentaler Terrassierungsanlagen, dass das Höhenplateau von S. Vittorino im Verlauf der späten Republik systematisch genutzt wurde.

    Dozenten: Michael Heinzelmann, Manuel Buess, Margrit Balmer

    Teilnehmer: Meinrad Blank (Photographie), Angelika Brauers, Manuela Broisch (Geophysik), Stefan Franzkowiak, Sebastian Geisseler, Dan-Marvin Gluba, Philipp Hagdorn, Ann-Kristin Jäger, Simon Kaufmann (Schnittleitung), Andrea Francesco Lanzicher, Jacqueline Lauper (Schnittleitung),  Roberta Leuzzi, Demian Lienhard (Schnittleitung), Shabnam Moshfegh Nia, Matthias Nieberle, Marc Rappe (Geophysik, Vermessung), Alexander Recht, Mareike Röhl, Christian Schöne (Schnittleitung), Janine Seidel, Eric de Sena (Keramik), Steffy Steidle (Schnittleitung), Christian Stoffel, Daniel Tews, Oliver Thießen, Julia Wahlsdorf, Diana Wozniok

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Bildergalerie
    Weiterführende Informationen

     



  • August 2011: Dritte Grabungskampagne im römischen vicus von Nettersheim

    In der vierwöchigen Grabungskampagne im vicus von Nettersheim konnten wir am „Steinrütsch“ zentrale Bereiche der römischen Siedlung untersuchen. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr am Ostrand des vicus, wo spätestens im 4. Jh. ein großer Werkbereich mit zahlreichen Schmelzöfen zur Eisenerzverhüttung entstand. Das unmittelbar am Urftübergang gelegene Kleinkastell, das vermutlich ab dem späten 3. Jh. die Fernstrasse Köln-Trier kontrollierte, konnte ebenfalls weiter ausgegraben werden. Der Verlauf der Nordmauer und die Position des Nordtores wurden geklärt. Unmittelbar hinter der Umwehrung konnten wir in einer kleinen Sondage auch Reste der Innenbebauung fassen. Ein bereits 2009 bei der geophysikalischen Prospektion entdecktes Hofgebäude (möglicherweise die Station der inschriftlich überlieferten Benefiziarier) wurde ebenfalls durch mehrere Sondagen verifiziert. Es handelt sich um einen Bau mit überdurchschnittlich breiten und massiven Sockelmauern, der mindestens zwei ältere Holzbauphasen aufweist. Beide Holzvorgänger wurden durch Brand zerstört. Die Grabungsergebnisse gehen in die Konzeption eines Archäologischen Landschaftsparkes ein, der derzeit von der Gemeinde Nettersheim in Zusammenarbeit mit dem Landschaftverband Rheinland und dem Archäologischen Institut der Universität zu Köln geplant wird.

    Dozent: Salvatore Ortisi

    Mitarbeiter: Gina Alajmo, Remi Auvertin, Alice Dananai, Sonja Dittebrandt, Michael Drechsler, Michelle Forrest, Yvonne Gebauer, Marie Heitfeld, Mariola Hepa, Matthias Herper, Theresa Jürgens, Achim Koopmann, Marius Linne von Berg, Fabian Riebschläger, Jonas Rosenthal, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Andreas Serifis, Heinz Sperling, Ulrike Weyerke.

    In Kooperation mit: Gemeinde Nettersheim, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln - Labor für Archäobotanik, Institut für Geophysik der Universität zu Köln, Geographisches Institut der RWTH Aachen, Dr. Christian Credner (Luftbilder)



  • August 2011: Dritte Grabungskampagne in Porolissum (Rumänien)

    In diesem letzten Jahr des dreijährigen durch die EU im Rahmen eines Erasmus-Intensivprogramms geförderten Projektes konnten die Grabungen

    im Auxiliarlager auf dem Pometberg abgeschlossen werden. Der Endzustand der Untersuchungen in dem westlich der principia gelegenen unterirdischen Gebäude (C3) wurde in einem 3D-laserscan festgehalten. Der Baubeginn der 7,5 m breiten und 25 m langen Anlage erschließt sich durch ein Bauopfer, bestehend aus einem Spielstein, einem Eisenobjekt (vielleicht eine Kelle), einem halben Rinderunterkiefer und drei Münzen, die einen terminus post quem in die Regierungszeit von Antoninus Pius Zeit ergeben. Diese Zisterne mit südlich daran anschließendem Brunnenhaus wurde mehrfach umgebaut bzw. erneuert und möglicherweise auch nicht durchgehend als Wasserspeicher genutzt; hierauf weisen verschiedene teils nicht wasserresistente Putzfassungen des Raumes hin. In der Verfüllung, die unmittelbar nach dessen Aufgabe in den Bau stürzte, fanden sich reichlich Keramikgefäße, vor allem Trinkgeschirr, sowie zahlreiche rund zugeschliffene Keramikscherben, die im Zusammenhang mit Glas- und Beinjetons sowie zwei Würfeln als Spielsteine zu interpretieren sind. Das Fundmaterial, das charakteristisch für Tavernen ist, stammt vermutlich aus einem Raum über dem Wasserspeicher. Zusätzlich zu den Grabungen konnte durch die ungarischen Projektpartner die geophysikalische Gesamtaufnahme des Kastells abgeschlossen werden.

    Leitung: Thomas Fischer, Constanze Höpken, Manuel Fiedler, Szilamér-Péter Pánczél, Veit Stürmer, Gregor Döhner, István Bajusz, Alpár Dobos, Nicolae Gudea, Christoph Merzenich, Silvia Mustaţă, David Petruţ, Zsolt Vasáros

    Mitarbeit: László Lenkey, Mihály Pethe, Matthias Grote, Stefan Wachsmann, Susanne Jahns

    Teilnehmer: Valentina-Alexandra Ardelean, Funda Askin, Anna Bajusz, Katinka Bajusz, Mátyás Bajusz, Claudiu Barb, Britta Burkhardt, Florin Ciulavu, Levente Daczó, Andrea Dózsa, Henriette Engel, Réka Éva, Marie Grunwald, Orsolya Gyurka, Ella Magdalena Hetzel, Emese Hompoth, Hristina Ivanova, Friedericke Junghanns, Zoltán Katócz, Alexandra Kiss, Lóránd-Tibor Konyelicska, Franziska Kranzel, Nándor Laczkó, Stefania Lalu, Anett László, Franziska Lehmann, Angela Lumezeanu, Daniel Mahlack, Imre Matka, Anitta Mizsur, Jan Müller, Ioan Oprea, Kevin Otten, Koppány Ötvös, Tímea Papp, Izabella-Annamaria Pazsint, Szidónia Péter, Áron Sasvári, Franziska Schmidt, Katalin Sidó, András Szabó, Csaba Szabó, Noémi Székely, Norbert Szeredai, Luisa Taschner, Angelika Walter, Liselotte Wettke, Monique Wittig

    Kooperation: Archäologie der Römischen Provinzen des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln, Winckelmann-Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrstuhl für Alte Geschichte und Archäologie der Babeş-Bolyai Universität Cluj-Napoca, Fachbereich Konservierung und Restaurierung an der Fachhochschule Erfurt, Matthias Grote Planungsbüro Berlin, Institut für Industrie- und Landwirtschaftsbauplanung der Budapest Universität für Technik und Wirtschaft, Institut für Geophysik der Eötvös Lóránd Universität Budapest, Institut für Archäologie und Kunstgeschichte der Rumänischen Akademie in Cluj-Napoca, Kreismuseum für Geschichte und Kunst Zalău

    Förderung: Erasmus-Intensivprogramm

    Weiterführende Informationen

     



  • August 2011: Zweite Forschungskampagne in Dimal (Albanien)

    Vom 17.7. bis 14.8.2011 fand die zweite und vorerst abschließende Forschungskampagne in der illyrischen Bergsiedlung Dimal statt.

    Die gemeinsam mit dem albanischen Archäologischen Institut in Tirana und in Kooperation mit der Fachhochschule Köln durchgeführte Kampage war äußerst erfolgreich. Auf der Akropolis konnte ein neuer hellenistischer Tempel und weitere öffentliche Bauten nachgewiesen werden, die in einer späten Phase durch einen kleinen Kirchenbau überlagert wurden. Das bereits letztjährig entdeckte Theater wurde mit einer weiteren Sondage im Bereich der Orchestra untersucht. Die erste Sitzreihe mit einfachen Prohedrie-Sesseln fand sich noch in situ. Im Westen des Stadtgebietes konnten die Reste eines monumentalen, nach Apollonia weisenden Stadttores freigelegt werden, das von zwei quadratischen Türmen eingefasst war. Die Bautechnik entspricht der hellenistischen Stadtmauer von Apollonia mit einem Sockel aus Steinquadern und einem aufgehenden Mauerwerk aus gebrannten Ziegeln. Weitere Sondagen betrafen Wohn- und Handwerkerbereiche und die Agora. Ferner wurden die letztjährig begonnenen geophysikalischen Prospektionen fortgesetzt und die Erfassung des gesamten Siedlungsareals mittels Laserscanning abgeschlossen.
    Nach einer vorläufigen Auswertung der Fundkeramik lässt sich ein erstes Bild der Stadtentwicklung skizzieren: Funde des 5./4. Jh.v.Chr. zeigen, dass der Berg ab diesem Zeitpunkt besiedelt war. Vermutlich geht der letztjährig untersuchte Mauerring der Akropolis auf diese frühe Phase zurück. Nach dessen Zerstörung kommt es ab der Wende vom 3. zum 2. Jh.v.Chr. zu einem umfassenden Neubauprogramm, bei dem sämtliche Bauten der Akropolis, das Theater und die neue, wesentlich größere Stadtmauer errichtet wurden. Die Akropolis wird mit großen Terrassierungen überformt, wobei die älteren Siedlungsreste weitgehend zerstört worden zu sein scheinen. Diese Beobachtungen sind vor dem Hintergrund der historischen Überlieferung zu sehen, wonach Dimal im 1. Makedonischen Krieg nach einwöchiger Belagerung von Rom (219 v.Chr.) erobert wurde. Möglicherweise geht die Zerstörung der älteren Akropolismauer auf dieses Ergeignis zurück, während sich die große Neubauphase unter römischer Herrschaft vollzieht. Dimal scheint hierbei aufgrund seiner wichtigen strategischen Rolle - zusammen mit Apollonia - mittels einer neuen Stadtmauer befestigt worden zu sein, was als gezielte Sicherungsmaßnahme gegen Makedonien zu verstehen ist. Die Blütezeit der Stadt ist im 2. und frühen 1. Jh.v.Chr. In diesem Zeitraum findet ein intensiver Handelskontakt mit Apollonia und Süditalien statt, von wo in großer Zahl Feinkeramik bzw. Weinamphoren importiert werden. Interessanterweise brechen ab augusteischer Zeit jegliche Siedlungsspuren ab; es scheint als sei die Stadt innerhalb eines kurzen Zeitraums, vielleicht in einem gezielten Vorgang verlassen worden. Die nun anstehende Auswertung der Grabungsdaten wird zeigen, inwieweit sich dieses vorläufige Bild weiter festigen und verfeinern lässt.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Belisa Muka, Norbert Schöndeling
    Koordination: Manuela Broisch, Jost Broser
    Teilnehmer: Lisa Berger, Johanna Fuchs, Sabrina Geyermann, Dorothee Heinzelmann, Maria Heitkamp, Peter Knösel, Jacqueline Lauper, Ariol Porja, Paulin Pushimaj, Marc Rappe, Mareike Röhl, Rita Sardak, Christiane Römer-Strehl, Christian Schöne, Janine Seidel, Ruth Stiefelhagen, Blerina Toçi, Klodian Velo, Ilir Zaloshnja, Alketa Zejnati
    Kooperation: Archäologisches Institut Tirana, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege Fachhochschule Köln
    Förderung: RheinEnergie Stiftung

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    Weiterführende Informationen

     



  • Juli 2011: Domus Aurea (Rom): Georadar-Untersuchungen

    In Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut und der Soprintendenza di Roma wurden die letztjährig begonnen Prospektionen in der Domus Aurea fortgesetzt. In allen zugänglichen Räumen der westlichen Gebäudehälfte wurden Untersuchungen mittels Georadar durchgeführt. Hierbei zeichneten sich in mehreren Bereichen in einer Tiefe zwischen 1-3 Meter Mauerlineamente der Vorgängerbebauung ab, die bei der Anlage der Domus Aurea einplaniert wurde.

     

     

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Michael Heinzelmann, Janine Seidel, Stefanie Steidle
    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom, Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

     



  • Juli 2011: Magnetometer-Survey Villa dei Quintilii (Rom)

    In Kooperation mit der Soprintendenza Speciale per i Beni Archaeologici di Roma fand vom 11. bis 15. Juli 2011 eine erste geophysikalische Testkampagne im Bereich der Villa dei Quintilii statt. Die Arbeiten konzentrierten sich auf den Bereich zwischen Via Appia und den großen Thermen. Zum Einsatz kam das viersensorige Caesium-Magnetometer. Die Untersuchungen erbrachten den überraschenden Nachweis eines tieferliegenden großen Vorgängerbaus mit abweichender Orientierung, bei dem es sich möglicherweise um eine ältere Villenanlage handeln könnte.

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Michael Heinzelmann, Matthias Nieberle, Janine Seidel, Steffy Steidle

    Kooperation: Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

     



  • Mai 2011: Prospektionen in Vlatten

    In Kooperation mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege fanden im Mai geophysikalische Prospektionen in einer mutmaßlichen karolingischen Königspfalz bei Vlatten statt.

    An mehreren Prospektionstagen wurden Messungen mittels Magnetometrie, Georadar und elektrischer Widerstandsmessung durchgeführt.

     

    Teilnehmer: M. Broisch, M. Buess, D.-M. Gluba, S. Steidle, P. Welle

    Förderung: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

    Kooperation: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Abt. Vor- und Frühgeschichte der Universität Bonn

     



  • Mai 2011: Frühjahrskampagne in Amiternum (Abruzzen)

    Im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts in Amiternum fand vom 27.4. bis 15.5. eine weitere geophysikalische Prospektionskampagne statt.

    Schwerpunkte bildeten Magnetik und elektrische Widerstandsmessungen im Bereich der früheren Bergsiedlung von S. Vittorino sowie das Suburbium, wo zwei Villen prospektiert werden konnten.

    Teilnehmer: M. Buess, M. Heinzelmann, Ch. Stoffel, S. Geisseler

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Kooperation: Soprintendenza Archeologica per l'Abruzzo

     



  • Februar 2011: CERAMALEX - Neues DFG-ANR Projekt zur ägyptischen Keramik

    Im Rahmen des DFG-ANR Sonderprogramms zur Förderung deutsch-französischer Kooperationen unternimmt das Archäologische Institut Köln zusammen mit dem Centre d'Études Alexandrines ein interdisziplinäres Projekt zur Erforschung und Erschließung hellenistischer und römischer Keramik aus Ägypten. Ausgehend von der stratifizierten Fundkeramik aus jüngeren deutsch-französischen Grabungen in Alexandria, Schedia und Marea sollen systematische keramologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden über eine internetfähige Referenzdatenbank zugänglich gemacht und dienen als Grundlage für weiterführende wirtschaftshistorische Fragestellungen. Das von einem größeren Verbund beteiligter Wissenschaftler getragene Projekt wird jeweils hälftig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Agence Nationale de la Recherche getragen und ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

    Leitung:  Michael Heinzelmann, Marianne Bergmann, Jean-Yves Empereur, Pascale Ballet

    Kooperation: Centre d'Études Alexandrines (Alexandria), Maison de l'Orient et de la Méditerranée (Lyon), Institut Francais d'Archéologie Orientale (Kairo), Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. II Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen sowie Hilfswissenschaften der Altertumskunde (Univeristät Frankfurt)

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Agence Nationale de la Recherche

     



  • Dezember 2010: Google European Digital Humanities Awards

    Datenstrukturen von Google Book's Ancient Places and Sites

    Google hat der Universität zu Köln zwei Preise für exzellente Digitalisierungsprojekte überreicht. 
    Je 50.000 US $ gingen an Projekte der Professoren Reinhard Förtsch (CoDArchLab - Arachne) und Manfred Thaller (HKI - Monasterium).

    Ziel des aktuellen Projektes von Professor Förtsch ist die Validierung von Datenstrukturen der bereits von Google geförderten Vorhaben Google Books' Ancient Places and Sites, die an den Universitäten Berkely, Princeton und der Open University von Southampton angesiedelt sind. 

    Schema zur Validierung von ortsbezogenen Daten

    Der „Google European Digital Humanities Awards“ wurde für Projekte ausgeschrieben, in denen geisteswissenschaftliche Fächer in besonderer Weise moderne Informationstechnik nutzen. Insgesamt wurde der Preis zwölfmal verliehen, die Universität zu Köln hat als einzige europäische Universität zwei der Auszeichnungen bekommen.

    Beitrag in DRadio Wissen vom 11.01.2011

    More researchers dive into the digital humanities (Google Blogpost vom 20.12.2010)

     



  • Dezember 2010: Geophysikalische Prospektionen in Chimtou (Tunesien)

    Vom 10. bis 21. November 2010 führte die Arbeitsgruppe 'Geophysikalische Prospektionen' in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom und dem Institut National du Patrimoine großflächige Surveys in der numidisch-römischen Stadt Simitthus / Chimtou durch, welche für den in großem Stil betriebenen Abbau des 'marmor numidicum' oder 'giallo antico' bekannt war. Prospektiert wurde die Umgebung des sogenannten Arbeitslagers sowie Teile des Stadtgebiets. Zum Einsatz kamen Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und Geoaradar, die teilweise hervorragende Ergebnisse erbrachten. Insbesondere mit Hilfe der Magnetometrie konnten Straßen und Gebäudekomplexe detailliert nachgewiesen werden, stellenweise bis hin zur Erfassung einzelner Raumstrukturen.

    Die Ergebnisse liefern neue Aufschlüsse zur Ausdehnung und Struktur der Lagerinstallationen und des Siedlungsareals.

    Leitung: Philipp von Rummel (DAI Rom), Manuel Buess (AI Köln, Leitung Prospektionen) 

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Matthias Nieberle, Marc Rappe, Paul Scheding, Janine Seidel, Ruth Stiefelhagen. 

    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom, Institut National du Patrimoine Tunis

    Weiterführende Informationen

     



  • November 2010: DFG-Verlängerung Amiternum-Projekt

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat einer Verlängerung des Amiternum-Projekts um weitere 30 Monate zugestimmt. Die zweite Projektphase beginnt ab dem 1. Januar 2011 und konzentriert sich primär auf die Erforschung der älteren Bergsiedlung und der umgebenden Villen und Vici. Einen weiteren Schwerpunkt sollen geoarchäologische Untersuchungen bilden.

    Leitung: Michael Heinzelmann
    Mitarbeiter: Manuel Buess
    Kooperation: Soprintendenza per i Beni Archaeologici dell'Abruzzo, Universität Mainz, Universtität Bern
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Weiterführende Informationen



  • Oktober 2010: DFG-Projekt zur Landnutzung im Umfeld eines römischen „Industriereviers“ (Segbachtal)

    Interdisziplinäre Studien im Umfeld des antiken Steinbruchgebietes und Töpferzentrums bei Mayen (Landkreis Mayen-Koblenz)

    In dem Gebiet zwischen Andernach am Rhein und Mayen am Rande der Eifel bestand eines der großen Abbaureviere für mineralische Rohstoffe im Nordwesten des Römischen Reiches: Mühlsteine aus Basaltlava und Bausteine aus Tuff waren Jahrhunderte lang regelrechte Exportschlager, die ihre Abnehmer in der Schweiz ebenso wie in England und Skandinavien fanden.

     

    Leitung: Prof. Dr. Thomas Fischer, Dr. Dr. Axel von Berg, Dr. Holger Schaaff

    Mitarbeiter: Dr. Martin Grünewald und Dr. Stefan Wenzel

    Kooperationen: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie Koblenz, Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) - Forschungsbereichs Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte in Mainz und Mayen, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Abt. Geophysik Wien, Geographisches Institut der Johannes Gutenberg Universität Mainz, i3mainz – Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik, i3mainz der Fachhochschule Mainz, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Weiterführende Informationen

     



  • Oktober 2011: Erste Forschungskampagne in Dimal (Albanien)

    Vom 20.9. bis 17.10.2010 fand in Kooperation mit dem Archäologischen Institut Tirana eine erste Forschungskampagne in der illyrischen Bergstadt Dimal im Hinterland von Apollonia (Albanien) statt.

     Ziel dieses von der RheinEnergie Stiftung geförderten Projektes ist es, einen Beitrag zur Klärung der Siedlungsgeschichte dieses vom Stamm der Parthini bewohnten Ortes zu leisten und zugleich die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der griechischen Kolonie und ihrem illyrischen Hinterland zu untersuchen.
    Durchgeführt wurden ausgedehnte geophysikalische Prospektionen (Magnetometrie, Widerstandsmessung, Georadar), ein Intensiv-Survey an ausgewählten Stellen der Siedlung sowie gezielte stratigraphische Sondagen. Untersucht wurden u.a. zwei bereits bei früheren Grabungen der 1970er Jahre freigelegte Stoai und eine massive Befestigungsanlage der Akropolis. An deren Westseite wurde ein bislang unbekanntes Theater angeschnitten, dessen Sitzstufen noch weitgehend erhalten sind. Die vorläufige Auswertung der Keramik legt nahe, dass die Siedlung ihren Höhepunkt im 4.-2. Jh.v.Chr. erlebte, mit einer reduzierten Nachbesiedlung bis in frührömische Zeit. Vereinzelte Funde zeigen, dass der Berg bereits in prähistorischer Zeit besucht wurde.
    Parallel zu diesen Untersuchungen richtete das Institut für Geodäsie der Fachhochschule Köln ein Vermessungsnetz ein. Ferner führte das Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der Fachhochschule Köln eine umfassende Dokumentation der sichtbaren und neu freigelegten Baustrukturen mittels Laserscanning durch. Zugleich wurde die Oberfläche des Berges gescannt, um hieraus ein hochauflösendes digitales Geländemodell zu erarbeiten.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Belisa Muka, Knud Sauermann, Norbert Schöndeling
    Koordination: Ines Klenner, Jost Broser
    Teilnehmer: Manuela Broisch, Manuel Buess, Daniel Burger, Vera Damen, Nina Fenn, Sabrina Geyermann, Dan-Marvin Gluba, Maria Heitkamp, Peter Knösel, Jacqueline Lauper, Marc Rappe, Finn Schreiber, Ruth Stiefelhagen, Hülya Vidin, Elton Xheka, Alketa Zejnati, Jörg Zemke
    Kooperation: Archäologisches Institut Tirana, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege Fachhochschule Köln, Institut für Geodäsie Fachhochschule Köln
    Förderung: RheinEnergie Stiftung
    Weiterführende Informationen



  • September 2010: Neues Kooperationsprojekt 'Fundmünzen Xanten'

    Auf Initiative des Archäologischen Parks Xanten wurde mit dem 15. September ein neues Kooperationsprojekt zur numismatischen Bearbeitung der römischen Fundmünzen aus Xanten begonnen. Ziel ist die vollständige Aufarbeitung und monographische Vorlage dieses umfassenden Münzbestandes. Das Vorhaben ist zunächst auf 18 Monate angelegt und findet in Kooperation mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege Bonn und dem DAI, Römisch-Germanische Kommission in Frankurt statt. Verantwortlicher Mitarbeiter ist Herr Dr. Holger Komnick.

    Leitung: Martin Müller, Michael Heinzelmann
    Mitarbeiter: Holger Komnick
    Kooperation: Archäologischer Park Xanten, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Römisch-Germanische Kommission Frankfurt
    Förderung: Archäologischer Park Xanten



  • August 2010: Albano (Italien): Georadar-Untersuchungen in Albano

    In Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom wurden vom 15. bis 18. August von der Arbeitsgruppe 'Geophysikalische Prospektionen'. im severischen Legionslager von Albano (Rom) weitere geophysikalische Prospektionen durch. Zum Einsatz kam das Georadar GSSI SIR-3000 mit dessen Hilfe diverse Lagerbauten und Gassen nachgewiesen werden konnten.
    Teilnehmer: Alexandra Busch, Manuela Broisch, Matthias Nieberle, Paul Scheding
    Kooperationen: Deutsches Archäologisches Institut Rom
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

     



  • August 2010: Neues DFG-Projekt 'Nekropolen von Pergamon' bewilligt

    Im Rahmen eines vom Deutschen Archäologischen Institut Istanbul initiierten Programms zur Untersuchung der Nekropolen von Pergamon engagiert sich das Archäologische Institut Köln mit einem Teilprojekt zur Aufarbeitung und monographischen Vorlage der Funde und Befunde aus älteren Grabungskontexten. Die auf zwei Jahre angelegte Studie wird von Frau Dr. Ute Kelp durchgeführt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Felix Pirson
    Mitarbeiter: Ute Kelp
    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Istanbul
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft



  • August 2010: Fünfte Sommerkampagne in Amiternum/Abruzzen


    Im Rahmen des vom Schweizer Nationalfonds finanzierten Forschungs- und Lehrpojekts zur Untersuchung von Amiternum (Abruzzen) konnte im August 2010 eine vierwöchige Kampagne durchgeführt werden.

    Beteiligt waren 22 Studierende sowie vier Dozierende aus Köln und Bern. Es erfolgten weitere geophysikalische Prospektionen in verschiedenen Bereichen der Stadtgebietes und seiner Peripherie.

    In vier stratigraphischen Sondagen wurden ausgewählte urbanistische Punkte untersucht: das Forum mit der westlich anschließenden Basilika, deren bis zu 8 m hoch erhaltene Außenmauer in Versturzlage auf dem Plattenpflaster angetroffen wurde, eine vom Forum nach Südosten abzweigende Ausfallstraße mitsamt flankierender Bebauung, eine den letztjährig ergrabenen Podientempel umfassende Portikus sowie die Via Caecilia am Südende des Siedlungsgebiets. Die Ergebnisse der Kampagne 2010 waren äußerst vielfältig und leisten einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der Siedlungsgeschichte von Amiternum.

    Dozierende: Margrit Balmer, Manuel Buess, Michael Heinzelmann, David Jordan
    Teilnehmer: Lisa Berger, Manuela Broisch, Vera Damen, Johanna Fuchs M.A., Dan-Marvin Gluba, Maria Heitkamp, Simon Kaufmann, Jacqueline Lauper, Shabnam Moshfegh Nia, Matthias Nieberle, Amela Puskar, Marc Rappe, Alexander Recht, Marcel Riedel, Mareike Röhl, Margarita Sardak, Julia Schmidt, Christian Schöne, Janine Seidel, Steffy Steidle, Benoit Thierry MSc, Patrick Welle.
    Kooperation: Soprintendenza Archeologica per l'Abruzzo
    Förderung: Schweizer Nationalfonds


    Weiterführende Informationen



  • September 2010: Zweite Grabungskampagne in Nettersheim/Eifel

    Die 2009 begonnenen Untersuchungen im römischen vicus von Nettersheim wurden 2010 fortgesetzt. Die sechswöchige Ausgrabung wurde vom Landschaftsverband Rheinland, der Gemeinde Nettersheim und dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege gefördert.

    Neben 18 Studierenden wurde das Grabungsteam von Schülerpraktikanten und ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Ein großer Erfolg war ein von der Gemeinde Nettersheim organisiertes dreitägiges „Grabungscamp“, in dem interessierte Laien mit der Arbeit von Archäologen vertraut gemacht wurden. Neben den Ausgrabungen in zwei verschiedenen Bereichen des vicus konnten wir dieses Jahr erstmals auch Fundstellen im ländlichen Umland der römischen Siedlung aufnehmen.

    Ein Schwerpunkt der Untersuchungen lag im Bereich des spätantiken Kleinkastells im „Steinrütsch“, dessen vorzüglich erhaltene Umwehrung und Innenbebauung freigelegt werden konnte. Nur wenig entfernt konnten wir auch einen zweiten, bereits 2009 im Magnetbild erfassten Turmbau (burgus) anschneiden, dessen Mauerreste von zahlreichen Eisenverhüttungsöfen überlagert waren. Die im gesamten Areal angetroffenen großen Mengen an Eisenschlacke und Asche belegen den enormen Umfang der hier betriebenen Eisenproduktion. Der zweite Grabungsschwerpunkt galt dem Matronenheiligtum auf der „Görresburg“. Hier konnten wir unter den modern rekonstruierten Tempelbauten zahlreiche, fast fundleere und nur mit Asche verfüllte, Opfergruben und –gräben einer älteren Nutzungsphase dieses Kultbezirks untersuchen.
    Die Grabungen im vicus von Nettersheim und die Aufnahme der römischen Fundstellen in dessen Umland haben einen wesentlichen Einblick in die wirtschaftlichen Strukturen dieses Kleinraums erbracht. Mit den Untersuchungen im spätantiken Kleinkastell lassen sich nun auch erste Aussagen zur Funktion dieses unmittelbar am Urftübergang angelegten Militärstützpunktes machen. Mit den frühkaiserzeitlichen Opfergruben auf der Görresburg fassen wir zudem eine bisher noch unbekannte frühe Phase des für den Köln-Bonner-Raum so bedeutenden Matronenkultes.

    Leitung: Salvatore Ortisi
    Mitarbeiter: Gina Alajmo, Sonja Dittebrandt, Michelle Forrest, Mariola Hepa
    Teilnehmer: Frederike Albers, Michael Drechsler, Johanna Fuchs, Marie Heitfeld, Theresa Jürgens, Oliver Karger, Christoph Lindner, Marc Rappe, Fabian Riebschläger, Daniel Rößner, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Andreas Serifis, Heinz Sperling, Ulrike Weyerke
    Ehrenamtliche Mitarbeiter: Maja Bremen, Christian Credner, Paul Irmen, Felizius Poth
    Praktikanten: Jennifer Hehs, Markus Kreller
    Kooperation/Förderung: Gemeinde Nettersheim; LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen und Abteilung Prospektion.


    Weiterführende Informationen



  • März 2010: Colonia 3D - Virtuelles Modell des römischen Köln abgeschlossen

    Das in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Köln und dem Römisch-Germanischen Museum in Köln erarbeitete virtuelle Stadtmodell des antiken Köln COLONIA3D wurde nach einer weiteren Bearbeitungsphase vorläufig abgeschlossen.

     Es wird seit dem 18.3.2010 in der Landesausstellung "FUNDGESCHICHTEN. Archäologie in Nordrhein-Westfalen" im Römisch-Germanischen Museum Köln der Öffentlichkeit präsentiert. Im kommenden Jahr wandert es mit der Ausstellung in das Landesmuseum Herne (19.4.-20.11.2011).

    Leitung: Michael Eichhorn, Jürgen Döllner, Hansgerd Hellenkemper, Henner von Hesberg, Michael Heinzelmann, Thomas Otten
    Mitarbeitende: Janine Lehmann, Rafael Pokorski, Alfred Schäfer, Salvatore Ortisi
    Kooperation: Fachhochschule KölnRömisch-Germanisches Museum der Stadt Köln
    Förderung: RheinEnergie Stiftung



  • April 2010: Apollonia (Albanien): Geophysikalische Prospektionen

    Vom 20. März bis 9. April führte das Prospektionsteam des Archäologischen Instituts Köln in der im 6. Jh.v.Chr. gegründeten griechischen Hafenstadt Apollonia (Albanien) eine erste großflächige Testkampagne mit verschiedenen geophysikalischen Messmethoden durch.

    Zum Einsatz kamen Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und Georadar. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die südliche Unterstadt sowie das Umfeld des Theaters.

    Besonders effizient erwies sich die elektrische Widerstandsmessung bei der ein orthogonales Straßenraster sowie Details der Insulabebauung nachgewiesen werden konnten. Es zeigte sich, dass der Bereich der Unterstadt in ungewöhnlich großen Streifeninsulae (ca. 60 x 155 m) gegliedert war. Die orientierungsgebende Hauptachse bildet eine deutlich breitere Verbindungsstraße zwischen Hafentor und Agora. Die Arbeiten wurden durch die Fritz Thyssen Stiftung gefördert und erfolgten in Kooperation mit dem Archäologischen Institut Tirana und dem Deutschen Archäologischen Institut Rom.

    Teilnehmer: Manuel Buess, Manuel Fiedler, Michael Heinzelmann, Ines Klenner, Bashkim Lahi, Jacqueline Lauper, Stefanie Steidle, Janine Seidel
    Kooperationen: Archäologisches Institut Tirana; Deutsches Archäologisches Institut Rom
    Förderung: Fritz Thyssen Stiftung



  • April 2010: Ägypten: Geoarchäologische Untersuchungen und Keramikkampagne in Schedia

    Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts mit der Universität Göttingen zur urbanistischen Untersuchung der ptolemäisch-römischen Hafenstadt Schedia bei Alexandria, fanden vom 26. Februar bis 13. April 2010 weitere Arbeiten statt.

    Zum einen wurden in Kooperation mit der Universität Al Mansoura im Bereich des wahrscheinlichen Hafenbeckens (zwischen Kom el-Nashwa und Kom el-Sherif) weitere Bohrungen für nachfolgende Sedimentanalysen durchgeführt.


    Zum anderen fand eine weitere Keramikaufarbeitungskampagne statt, bei der sowohl die Altfunde aus den ägyptischen Grabungen als auch die Keramik weiterer Sondagen der neuen Grabungen analysiert und erfasst werden konnten.

    Leitung: Marianne Bergmann, Michael Heinzelmann,Mitarbeitende: Archer Martin, Christiane Römer-Strehl, Manuel Buess, Hosni Ghazala, Raffaele Palma
    Studierende: Verena Annette Hartmann, Sebastian Held, Johanna Fuchs, Roberta Buccione, Rossella Bellan, Ida Auriemma, Sarah Guarino, Rita Esposito, Anna Maraucci, Andrew Donnelly
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Weitere Informationen: Schedia-Projekt

     



  • November 2009: Steincheshof. Neues römisches Militärlager bei Kalkar entdeckt

    Nördlich von Kalkar wurde im Rahmen einer Übung für Studierende mittels geophysikalischer Prospektionen ein bislang unbekanntes Militärlager entdeckt. Die in römischer Zeit unmittelbar am Rhein gelegene Ortslage ist bereits seit dem 19. Jh. als römische Fundstelle bekannt.

    Das Areal wurde nun flächendeckend mittels Magnetometrie, Geoelektrik und Georadar untersucht. Das Magnetogramm (Ausschnitt rechts) lässt deutlich die in mehreren Phasen entstandene Umwallung sowie die Binnenbebauung erkennen. Die in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Xanten des Amts für Bodendenkmalpflege durchgeführte Untersuchung erfolgte im Rahmen des neu am Archäologischen Institut aufgebauten Arbeitsschwerpunkts 'Geophysikalische Prospektionen'.

    Leitung: Manuel Buess, Michael Heinzelmann, Matthias Nieberle

    Studierende: Lisa Berger, Manuela Broisch, Johanna Fuchs, Jennifer Gayk, Verena Annette Hartmann, Diana Haugrund, Maria Heitkamp, Jacquiline Klitzsch, Tatjana Rahn, Marc Rappe, Hülya Vidin
    Kooperation: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Außenstelle Xanten

     



  • September 2009: Geophysikalische Prospektionen in Minturnae, Albano und in der Domus Aurea

    Im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts Rom führte ein Team des Kölner Instituts im September 2009 an verschiedenen Orten in Italien geophysikalische Prospektionen (Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und elektrische Widerstandstomographie) durch. 

    Den Auftakt bildete die Untersuchung des Forums von Minturnae und seiner umgebenden Bereiche.

    Es folgten Prospektionen im ehemaligen severischen Militärlager von Albanum. Den Abschluss bildeten Untersuchungen auf und in der Domus Aurea.


    Teilnehmer: Manuel Buess, Verena Annette Hartmann, Michael Heinzelmann, Michaela Löwe, Matthias Nieberle, Steffy Steidle, Ruth Stiefelhagen
    Kooperation/Förderung: Deutsches Archäologisches Institut Rom



  • August 2009: Zweite Grabungskampagne im Südvicus von Straubing

    Die diesjährige Kampagne der Lehrgrabung im Südvicus von Sorviodurum konzentrierte sich auf die Untersuchung des Umfeldes um den im letzten Jahr freigelegten Apsisbau.

    Nördlich wurde unter einer Brandschicht ein Erdkeller freigelegt, aus dem verschiedene Keramik- und Glasgefäße geborgen wurden, außerdem einige Tierknochen: ein gelochtes Schulterblatt und halbierte Schweinunterkiefer als charakteristische und lagerfähige Produkte einer Räucherei.
    Das Fundensemble spricht für die Interpretation eines Vorrats- und Lagerkellers. Westlich des Apsidialbaus wurde ein Bauschuttpakt aus gelbem Lehm, großstückig zerbrochenen Ziegeln mit Brandspuren und großen Fragmenten von bemaltem Wandputz angeschnitten, das vermutlich von einer Zerstörung des Baus herrührt. Anhand der Funde lässt sich die aufgehende Wand rekonstruieren: Auf dem Steinsockel saß eine Fachwerkkonstruktion, deren Gefache mit gelbem Wandlehm ausgefüllt waren. Innen war die Wand mit einem etwa 8 cm dicken bemalten Putz versehen. Die Dachdeckung des Raumes bestand aus tegulae und imbrices. Dieser Bau, der scheinbar isoliert steht, war vermutlich in einen größeren Gebäudekomplex in Holzbauweise integriert, vielleicht ein Badegebäude oder ein Wohnhaus.

    Dozierende: Thomas Fischer, Constanze Höpken
    Teilnehmer: Daniel Bogumil, Boris Burandt, Chris Jülke, Frederik Kirch, Ronja Baues, Veronika Fischer, Isnije Gashi, Marie Heitfeld, Elisabeth Krieger, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Josephin Sczcepanski, Sebastian Held
    Kooperation/Förderung: Gäubodenmuseum/Stadtarchäologie Straubing
    Weiterführende Informationen



  • August 2009: Vierte Sommerkampagne in Amiternum/Abruzzen

    Im Rahmen des längerfristigen Forschungs- und Lehrpojekts zur Untersuchung der römischen Landstadt Amiternum (Abruzzen) konnte im August 2009 eine weitere vierwöchige Kampagne durchgeführt werden. Beteiligt waren 19 Studierende sowie 5 Dozierende aus Köln und Bern.

    Es erfolgten weitere geophysikalische Prospektionen in verschiedenen Bereichen des Stadtgebiets sowie bei einer Villa suburbana nördlich des Theaters.

    Verschiedene stratigraphische Sondagen galten u.a. der Untersuchung der großen Domus südlich des Theaters sowie einem neu entdeckten Podientempel. Die Kampagne erfolgte unter erschwerten Bedingungen: aufgrund des schweren Erdbebens in L'Aquila musste das Team in Zelten campieren. An Wochenenden erfolgten Exkursionen, u.a. zur Villa Hadriana.

    Dozierende: Margrit Balmer, Manuel Buess, Sebastien Denervaud, Michael Heinzelmann, David Jordan
    Teilnehmer: Dagmar Albus, Manuela Broisch, Vera Damen, Buket Denervaud, Britta Esser, Heinz Flückiger, Verena Annette Hartmann, Simon Kaufmann, Michaela Löwe, Irene Mathys, Matthias Nieberle, Patrick Pütz, Marc Rappe, Louise Rokohl, Marlene Scholz, Janine Seidel, Steffy Steidle, Ruth Stiefelhagen, Reto Witschi, Hülya Vidin
    Kooperation: Soprintendenza Archeologica per l'Abruzzo
    Förderung: Schweizer Nationalfonds
    Weiterführende Informationen



  • Mai 2009: Römisches Siedlungszentrum und spätantike Kleinfestung in der Eifel bei Nettersheim

    In Nettersheim konnte im Rahmen einer geophysikalischen Prospektionsübung an zwei verschiedenen, mehrere hundert Meter auseinander liegenden Fundstellen („Görresburg“ und „Steinrütsch“) eine große römische Siedlung (vicus) entdeckt werden.

    Der Fundplatz ist zwar seit 100 Jahren bekannt, wurden bisher aber noch nicht intensiver untersucht.

    Im Mai und Oktober kamen auf dem über 15 ha großen Gelände Magnetometrie und Geoelektrik zum Einsatz, die beide ausgezeichnete Ergebnisse erbrachten. Deutlich sind entlang der römischen Fernstrasse von Köln nach Trier die langrechteckigen Grundrisse zahlreicher römischer „Streifenhäuser“ zu erkennen. Die große Bedeutung der römischen Siedlung zeigt sich auch in den auf den Magnetikbildern deutlich erkennbaren spätantiken Kleinfestungen (burgi), die im 4. Und 5. Jahrhundert den strategisch wichtigen Urftübergang sicherten. Eine erste Testgrabung konnte im August durchgeführt werden. Sie hat die hervorragenden Messergebnisse bestätigt und brachte erste Aufschlüsse zur Datierung der Befunde.

    Leitung Prospektionen: Manuel Buess, Matthias Nieberle, Salvatore Ortisi
    Teilnehmer Prospektionen: Michael Drechsler, Johanna Fuchs, Ricarda Giljohann, Marie-Hélène Grunwald, Verena Annette Hartmann, Marie Heitfeld, Mieke Jansen, Theresa Jürgens, Oliver Karger, Alexandra Kunisch, Andreas Laszig, Jost Mergen, Rob Price, Eva Rucinski
    Leitung Grabung: Michelle Forrest, Mariola Hepa, Salvatore Ortisi
    Teilnehmer Grabung:Gina Alajmo, Dan-Marvin Gluba, Theresa Jürgens, Oliver Karger, Alexandra Kunisch, Marc Rappe, Heinz Sperling, Ulrike Weyerke
    Kooperation: Gemeinde Nettersheim; LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen und Abteilung Prospektion.
    Weiterführende Informationen



  • März 2009: Prospektionskampagne in der Oase Siwa/Ägypten

     

    Im Rahmen eines Projekts zur Untersuchung der Siedlungs-, Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte des Zeytun-Sees in der Oase Siwa (Ägypten) fand im März 2009 eine erste Vorkampagne statt. In den beiden hellenistisch-römischen Orten Al-Zeytun und Abu Shuruf wurden geophysikalische Prospektionen (Magnetometrie) durchgeführt, die neben Satellitenaufnahmen einen ersten Einblick in die Siedlungsstruktur erlauben. Teilweise konnten überirdisch erhaltene Gebäude, darunter ein Grabbau und zwei Wohnhäuser zeichnerisch dokumentiert werden. Die Kampagne wurde von der Fritz-Thyssen-Stiftung finanziert.

    Teilnehmer: Manuel Buess, Michael Heinzelmann, Matthias Nieberle, Steffy Steidle, Christian Stoffel
    Kooperation: Supreme Council of Antiquities
    Förderung: Fritz Thyssen Stiftung
    Weiterführende Informationen