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Benjamin Gnade M.A.

E-Mail: ben_gnade(at)yahoo.de

Dissertationstitel: "Relative Chronologie der Rheinzaberner Relieftöpfer. Seriation, Punzen- und Stilanalyse"

Lebenslauf

  •  Geboren 1980 in Düsseldorf
  • 2003 – 2009 Studium der Archäologie der Römischen Provinzen, Ur - und Frühgeschichte und Klassischen Archäologie an der Universität Köln
  • 2010 – 2015 Stellvertretender Grabungstechniker bei der Forschungsgrabung „Archäologische Zone/Jüdisches Museum Köln“ (heute MiQua)
  • Seit 2015 in privaten Grabungsfirmen u. a. als wissenschaftlicher Fundbearbeiter

Projektbeschreibung

Seit den Flächengrabungen und Publikationen von Wilhelm Ludowici (1855 – 1929) ist die Forschung bemüht die zahlreichen Rheinzaberner Relieftöpfer der sehr seltenen Form Drag. 30 und der dominierenden Schüsselform Drag. 37 innerhalb der Produktionszeit um 160 bis ca. 270 n. Chr. chronologisch zu erfassen und die Produktion sowie Werkstattzusammenhänge zu verstehen und zu rekonstruieren.

Die etwa bis zu 20 Asse teuren Schüsseln Drag. 37, deren antiker Name pan(n)a gesichert ist, sind in einem Keller im vicusder Saalburg gestapelt aufgefunden worden und dienten anscheinend sowohl als Trinkschüsseln und - wie mit Bleiklammern geflickte Exemplare anzeigen - auch als Essschüsseln.

Knapp 30 Namenstempel lassen sich nach Ludowici und durch die Studien von Heinrich Ricken in über 100 Varianten aufgliedern, die im Falle von Abformungen und Beschädigungen bereits sicher eine spätere Verwendung anzeigen als der Originalstempel, also eine beweisbare Chronologie. Diesen Namenstempelvarianten sind wiederum die zahlreichen Bildpunzen zuweisbar, sodass sich meist ab einer Erhaltung von etwa drei Punzen auch namenlose Schüsselfragmente gut einem Töpfer, einer Gruppe oder einem Zeithorizont zuweisen lassen. Durch diese gute Bestimmbarkeit auch kleinerer Fragmente ist die reliefierte TS gut geeignet im Einzelfall insbesondere fundreichere Befunde zeitlich genauer zu bestimmen. 

In der vorliegenden, zunächst handschriftlich durchgeführten Seriation werden Töpfer-Gruppen über die angewendete Mengenlehre erkennbar. Diese Töpfer-Gruppen können methodisch über die Punzen- und Stilanalyse weiter abgesichert werden im steten Abgleich mit stratifizierten, plausibel datierten Funden. So lassen sich die Töpfer-Gruppen der Computerseriation von Allard Mees vom Jahr 2002 im Wesentlichen nachvollziehbar bestätigen und weiterführend in detaillierten Bezug zueinander setzen.

 

Publikationen

  • Die philosophischen Werke der Bibliothek. In:D. Boschung/H. v. Hesberg (Hrsg.), Zwischen antiquarischer Gelehrsamkeit und Aufklärung. Die Bibliothek des Kölner Universitätsdirektors Ferdinand Franz Wallraf, 1748 – 1824. Kl. Schr. Univ.- u. Stadtbibl. Köln 18, 2006, 113 - 121.
  • Vier bedeutende archäologische Publikationen zur römischen Besiedlung nördlich der Alpen. In: D. Boschung/H. v.  Hesberg (Hrsg.),Zwischen antiquarischer Gelehrsamkeit und Aufklärung. Die Bibliothek des Kölner Universitätsdirektors Ferdinand Franz Wallraf, 1748 – 1824. Kl. Schr. Univ.- u. Stadtbibl. Köln 18, 2006, 179 - 185.
  • Das römische Kastell Böhming am Raetischen Limes. Ber. Bayerischen Bodendenkmalpflege 51, 2010, 199 - 285.
  • Das Kastell Böhming. Sammelbl. Hist. Ver. Eichstätt 102, 2010, 81 - 85.
  • Mit H. Husmann/S. Jürgens/L. Giels, Gewerbepark 5 – ein weiteres Fenster mit Blick in die bewegte Vergangenheit von Rommerskirchen. Arch. Rheinland 2016 (2017), 86 - 89.