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Forschung aktuell

Hohenbusch und Kornelimünster. Geophysikalische Prospektionen

Im Herbst führte die Arbeitsgruppe "ArchäoGeophysik" an zwei Orten im Rheinland geophysikalische Prospektionen durch. Dabei wurden in Hohenbusch Reste einer mittelalterlichen Klosteranlage untersucht, während in Kornelimünster die Arbeiten im Bereich des Vicus beim Varnenum-Heiligtum fortgesetzt wurden.

Auf Einladung des lokalen Fördervereins führte die Arbeitsgruppe "ArchäoGeophysik" vom 16. bis 20. Oktober 2017 umfangreiche geophysikalische Prospektionen durch. Bei Haus Hohenbusch handelt es sich um eine ehemalige Klosteranlage aus dem 14. Jahrhundert. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden durch Napoleon die Orden und Klöster per Gesetz aufgehoben. Infolge dessen wurde auch in Hohenbusch das Inventar verkauft oder verschenkt. Es folgte ein Niederlegung der Klosterkirche, des Kreuzgangs und zwei von drei Flügeln des Konventes. Der noch heute erhaltene Flügel wurde saniert und zu einem Herrenhaus ausgebaut.

Nach verschiedenen privaten Eigentümern kaufte die Stadt Erkelenz das inzwischen baufällige Anwesen und sanierte es mit Hilfe des gegründeten Fördervereins Hohenbusch e.V. Neben der Instandhaltung waren die Mitglieder auch an der Geschichte des Hauses interessiert. So gruben sie in Eigenregie die zum Kloster gehörige Kirche aus. Heute ist ihr Grundriss mit Pflastersteinen und Bäumen sichtbar gemacht. Bei Renovierungsarbeiten im Flur des Herrenhauses kam ein Rundbogen zum Vorschein, der die Diskussion um die Lage des Kreuzgangs neu entfachte. Mit Hilfe der geophysikalischen Prospektion sollte die Lage des Kreuzgangs und das Umfeld des Herrenhauses untersucht werden, was durch die Gestaltung des Gartenbereichs mit Bäumen und Metallskulpturen eine Herausforderung darstellte. Trotzdem konnten mit der Geoelektrik und dem Georadar gute Ergebnisse erzielt werden. Der Kreuzgang konnte neben einem weiteren Gebäude mit dem Radar eindeutig erkannt werden, und hinter dem Herrenhaus konnten zudem die Überreste einer barock angelegten Gartenanlage gefunden werden. Weitere Aktionen sind im nächsten Frühjahr geplant, um mit dem Radar zusätzliche Untersuchungen östlich des Herrenhauses und im ehemaligen Gartenbereich vorzunehmen.

 

Teilnehmer: Christian Schöne, Maren Hüppe, Anja Schiffmann, Judith Monschau, Matthias Nieberle

Koordination: M. Broisch

Kooperation: Förderverein Hohenbusch e.V., Ansprechpartner Frank Körfer

 

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wurden Untersuchungen in Kornelimünster durchgeführt (31.10. bis 3.11.2017). Schon bei früheren Messungen wurden Teile der umgebenden Siedlung entdeckt. In der länger angelegten Kampagne sollte das Projekt zu einem Abschluss gebracht werden. Aufgrund der guten Ergebnisse im Umfeld der Heiligtümer kamen alle drei Prospektionsmethoden zum Einsatz. Dabei wurden mit der Geomagnetik neue Flächen untersucht, während die Geoelektrik und das Georadar auf bekannten vielversprechenden Flächen eingesetzt wurden. Es konnten weitere Strukturen gefasst werden, die für eine größere Siedlung sprechen als bisher angenommen. Auch auf den erneut begangenen Feldern konnten wir durch die unterschiedlichen Methoden zu neuen Schlüssen für die Interpretation Varnenums gelangen.

 

Teilnehmer: Christian Schöne, Marina Apasides, Arne Schröder, Mark Brämer, Mateo Vincent Martinez Vega, Funda Askin, Matthias Angenendt

Koordination: M. Broisch

Kooperation: Stadtarchäologie Aachen, A. Schaub