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Forschung aktuell

Juli 2015: Geoarchäologische und geophysikalische Untersuchungen zum Flusshafen von Ostia (Italien)

Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1630 "Häfen von der römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" führte das Archäologische Institut der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Mainz und dem Institut für Geophysik der Universität Kiel vom 27.6. bis 10.7.2015 Untersuchungen im Bereich des antiken Tiberverlaufs im Norden von Ostia durch. Ziel des Projektes ist es, weitere Aufschlüsse zum antiken Flusshafen von Ostia zu gewinnen.

Im Fokus der aktuellen Kampagne stand der Tiberabschnitt nördlich des Theaters, der seit einer Überschwemmung im Jahr 1547 vom heutigen Tiber abgeschnitten wurde und in der Folge verlandete. In diesem Flussabschnitt müssen sich in der Antike Anlandestelle zum Be- und Entladen der Schiffe befunden haben, doch ist dieser Bereich bis heute nicht untersucht worden.

Im heutigen Zustand ist der antike Flussverlauf nicht mehr in der Landschaft zu erkennen. Zu seiner Lokalisierung und zur Klärung der Randbebauung wurden großflächige geophysikalische Prospektionen durchgeführt (Magnetometrie, Georadar und Geoelektrik), ferner seismische Messungen und elektrische Widerstandstomographie. Ergänzend fanden Bohrungen zur Gewinnung von Sedimentproben statt, welche in den folgenden Monaten ausgewertet werden.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Tiber offenbar während der Existenz der Hafenstadt mehrfach sein Flussbett verändert hat, was wiederum Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung gehabt haben dürfte.

Teilnehmer: M. Broisch, M. Heinzelmann, J. Lauer, F. Nitschke, Ch. Schepers, S. Seidel, St. Steidle, (Universität Köln); P. Fischer, H. Hadler, L. Obrocki, A. Vött (Universität Mainz); E. Erkul, H. Holmann, L. Klinge, Ph. Leineweber, S. Splettstößer, R. Mecking (Universität Kiel)
Kooperationen: Geographisches Institut Universität Mainz, Institut für Geophysik der Universität Kiel, Soprintendenza per il Colosseo, il Museo Nazionale Romano e l'area archeologica di Roma
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

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