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Forschung aktuell

August 2009: Zweite Grabungskampagne im Südvicus von Straubing

Die diesjährige Kampagne der Lehrgrabung im Südvicus von Sorviodurum konzentrierte sich auf die Untersuchung des Umfeldes um den im letzten Jahr freigelegten Apsisbau. Nördlich wurde unter einer Brandschicht ein Erdkeller freigelegt, aus dem verschiedene Keramik- und Glasgefäße geborgen wurden, außerdem einige Tierknochen: ein gelochtes Schulterblatt und halbierte Schweinunterkiefer als charakteristische und lagerfähige Produkte einer Räucherei.

Das Fundensemble spricht für die Interpretation eines Vorrats- und Lagerkellers. Westlich des Apsidialbaus wurde ein Bauschuttpakt aus gelbem Lehm, großstückig zerbrochenen Ziegeln mit Brandspuren und großen Fragmenten von bemaltem Wandputz angeschnitten, das vermutlich von einer Zerstörung des Baus herrührt. Anhand der Funde lässt sich die aufgehende Wand rekonstruieren: Auf dem Steinsockel saß eine Fachwerkkonstruktion, deren Gefache mit gelbem Wandlehm ausgefüllt waren. Innen war die Wand mit einem etwa 8 cm dicken bemalten Putz versehen. Die Dachdeckung des Raumes bestand aus tegulae und imbrices. Dieser Bau, der scheinbar isoliert steht, war vermutlich in einen größeren Gebäudekomplex in Holzbauweise integriert, vielleicht ein Badegebäude oder ein Wohnhaus.

Dozierende: Thomas Fischer, Constanze Höpken

Teilnehmer: Daniel Bogumil, Boris Burandt, Chris Jülke, Frederik Kirch, Ronja Baues, Veronika Fischer, Isnije Gashi, Marie Heitfeld, Elisabeth Krieger, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Josephin Sczcepanski, Sebastian Held

Kooperation/Förderung: Gäubodenmuseum/Stadtarchäologie Straubing