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Forschung aktuell

Fortsetzung der Grabungen in der römischen Ansiedlung in Mühldorf im Mölltal (Kärnten, Österreich)

Die erfolgreiche Kooperation zwischen der Universität Innsbruck und der Universität im Rahmen der Ausgrabungen der römischen Ansiedlung von Mühldorf im Mölltal (Kärnten, Österreich) wurden im Jahr 2019 fortgesetzt.

Abb. 1: Ausgrabungsarbeiten in Schnitt G (Foto von St. Braun)

Abb. 2: Lage von Schnitt H. Rot: Schnitt H, Magenta: Verlauf Kanal (Grabungsfotot von St. Braun)

Im Herbst 2019 wurden die Ausgrabungsarbeiten in Mühldorf im Mölltal (Kärnten/A) fortgesetzt, die vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck diesmal mit tatkräftiger Unterstützung der Universität zu Köln durchgeführt worden sind: Für die reibungslose Abwicklung der Grabungstechnik vor Ort sorgte in diesem Jahr Stephanie Braun M.Sc. (Universität zu Köln / Archäologisches Institut). Der Fokus der archäologischen Untersuchungen lag in diesem Jahr einerseits auf einer Gebäudestruktur, die rund 200 m südlich von den letztjährigen Sondagen entfernt liegt (Schnitt G, Abb. 1), andererseits auf einem zweiten Bereich (Schnitt H, Abb. 2), der sich weiter westlich, hangäufwärts befindet. Durch den unermüdlichen Einsatz der elfköpfigen Grabungsmannschaft war es möglich ca. 800 m2 archäologisch zu erforschen. Dabei konnte der überwiegende Teil eines rund 600–700 m2 großen Gebäudes ausgegraben werden, dessen Funktion noch nicht eindeutig geklärt ist. Von den Strukturen waren – bedingt durch die starke landwirtschaftliche Nutzung der jüngeren Vergangenheit – lediglich die trocken gemauerten Fundamente sowie die zum Niveauausgleich dienenden Aufschüttungen innerhalb der Mauern erhalten. Der Bau zeichnet sich durch lange schmale, wie Korridore wirkende Räume aus, die an ein Wirtschaftsgebäude (Speicherbau?) denken lassen. Westlich des Gebäudes, unmittelbar neben der Außenmauer kam, neben mehreren Gräben und Gruben, ein Ofen zum Vorschein, der wohl zur Nahrungszubereitung verwendet worden ist.

 Im zweiten Schnitt konnte der Nachweis einer anthropogen angelegten Terrassierung erbracht werden, die im Zusammenhang mit einem annähernd 50 m westlich gelegenen Graben (Abb. 2, Magenta: hypothetischer Grabenverlauf) steht. Die Grabenstruktur wurde noch bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts dazu genutzt das Schmelzwasser bzw. den Bergbachüberlauf zu entwässern, um so die Wiesenfläche vor Überflutungen zu schützen.

Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten zum Abschluss gebracht werden, die sich vor allem auf den Umkleidebereich des letztjährig untersuchten Badegebäudes konzentrieren sollen, der von den Erstausgräbern unberührt blieb.

Link zum Projekt

Kooperationspartner: Institut für Archäologien, Univeristät Innsbruck

Projektleitung: Ing. Stefan Pircher M.A. M.A., Mag. Dr. Julia Rabitsch (beide Universität Innsbruck/Institut für Archäologien)

Grabungstechnik: Stephanie Braun M.Sc. (Archäologisches Institut, Universität zu Köln)