Datenbankprojekte des CoDArchLab

Nekropolen von Pergamon
Prof. Dr. Michael Heinzelmann, Dr. Ute Kelp

Im Rahmen eines vom Deutschen Archäologischen Institut Istanbul initiierten Programms zur Untersuchung der Nekropolen von Pergamon engagiert sich das Archäologische Institut Köln mit einem Teilprojekt zur Aufarbeitung und monographischen Vorlage der Funde und Befunde aus älteren Grabungskontexten. Die auf zwei Jahre angelegte Studie wird von Frau Dr. Ute Kelp durchgeführt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Istanbul
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
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Museo Gregoriano Profano, Grabdenkmäler 3.
Sarkophage und Reliefs der Equites singulares.

Prof. Dr. Dietrich Boschung, Dr. Alexandra Busch, Dr. Martin Langner

Auf Wunsch der Vatikanischen Museen wurden auch die Sarkophage zum Gegenstand der Katalogbearbeitung. Für eine Aufnahme der Sarkophage in die Publikationsreihe wurde von Seiten der Vatikanischen Museen als Argument angeführt, daß diese vom Sarkophagcorpus des Deutschen Archäologischen Institutes nur sehr ausschnitthaft erfaßt wurden, sofern sie in die bisher behandelten ikonographischen Themenbereiche fallen – eine Gesamtvorlage dieser teilweise sogar aus geschlossenen Nekropolenzusammenhängen stammenden Denkmäler fehlt jedoch. Ein besonderes Gewicht liegt auf der Erforschung ebendieser Kontexte. Sie würden im Rahmen der vom Forschungsarchiv übernommenen Katalogisierung der Skulpturen des Museo Gregoriano Profano einen sinnvollen Ort finden. Nach Mitteilung von Herrn Prof. Dr. G. Koch sieht das Sarkophagcorpus hierin keine Beeinträchtigung seiner Interessen. Die Reliefs der Equites singulares bieten die Möglichkeit, eine besonders im Raum der Nordwestprovinzen intensiv erforschte Gruppe römischer Amtsträger in ihrer stadtrömischen Denkmälerrepräsentanz kennenzulernen.

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Datenbankbrowser zum Pergamonaltar.
Prof. Dr. Dietrich Boschung, Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Prof. Dr. Andreas Scholl

Nach seiner ca. 3 Millionen Euro teuren Restaurierung befindet sich der Pergamonaltar heute in einem Zustand, wie er zumindest seit seiner Auffindung nicht mehr gegeben war. Sein Erscheinungsbild war bald von Ergänzungen und Verunklärungen durch über die Jahrzehnte zunehmenden Staubniederschlag gekennzeichnet. Demgegenüber ist die Oberfläche jetzt in einer Frische zu sehen, die interessierte Museumsbesucher wie Fachleute immer wieder beeindruckt. Daher wurde der gesamte Fries in mehreren Durchgängen mit Gesamtansichten fotografisch dokumentiert, was durch Detailaufnahmen der Köpfe fortgesetzt wird. Um dem Monument in Lehre und Forschung eine seinem neugewonnenen Zustand angemessene Sichtbarkeit zu verleihen, soll mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung ein Bildbrowser erstellt werden, der das Konzept des sehr häufig benutzten Ara Pacis Browsers in ARACHNE fortschreibt.

Der Pergamonaltar zählt für die Klassische Archäologie zu einer sehr kleinen Gruppe von herausragenden Monumenten, zu der etwa auch die Ara Pacis in Rom oder der Fries des Parthenon von der Athenischen Akropolis gehören. Wenn auch in der Antike weniger berühmt, so spielt der große Fries des Altars für Erforschung und Verständnis der hellenistischen Epoche die Rolle eines zentralen Monumentes. Die Attaliden demonstrieren und rechtfertigen ihre Herrschaft im westlichen Kleinasien als kulturbringende und -bewahrende Ordnungsmacht mit dem Thema der überwindung der Giganten durch die olympischen Götter. Diese machtpolitische Aussage wird kulturell untermauert durch ein regelrechtes Kompendium von Figuren aus der griechischen Götter- und Gigantenwelt. Auf der Länge des Frieses waren, in mehr als 180 Figuren, neben den zentralen Olympiern auch die entlegensten und kaum je dargestellten Figuren in selten erreichter Vollständigkeit versammelt. Dass dabei viele Regeln antiker Ikonographie nicht greifen, eben weil zahlreiche Figuren keine dichte überlieferung besaßen, führt in den semantischen "Randbereichen" des Götter- und Gigantenaufgebotes zu hermeneutischen Schwierigkeiten bei der Erkennbarkeit des Gemeinten. Diesem Widerspruch zwischen Vollständigkeit und Unklarheit wurde durch das übergreifende Konzept von inhaltlichen bis kosmischen Kategorisierungen begegnet. Der kleinere und stilistisch weniger pathetische Telephosfries dagegen will mit der mythologischen Gründungsgeschichte des Griechentums in der geographischen Region Pergamons einen konkreter verstandenen Anfangspunkt reklamieren. Damit zeigen die pergamenischen Herrscher, die auch frühe Beispiele von Klassizimus und Musealisierung bieten, ihren souveränen Umgang mit der überkommenen griechische Kultur in all ihren Aspekten, die hier gebündelt und resümmiert werden. Zudem ist der Pergamonaltar, gerade angesichts der ungewöhnlich stark zertrümmerten und disparaten überlieferung hellenistischer Monumente, ein Markstein antiker Stilgeschichte - mit allen Wirkungen und Nebenwirkungen für die Herleitung bestimmter Aspekte spätrepublikanischer bis frühkaiserzeitlicher Formensprache als "pergamenisch", eben weil ein solcher erhaltener Bezugspunkt inmitten vieler untergegangener hellenistischer Kunstzentren in seiner konkreten Folgewirkung die Gefahr der übermäßigen Zuspitzung birgt - eine Diskussion, die sich zuweilen bis in die Gestalt eines pergamenischen Bildhauers Phyromachos fortsetzte. Nichtsdestotrotz steht der Pergamonaltar sicherlich für das höchste Niveau, das hellenistische wie antike Kunst realisieren konnte.

Um die genannten Grundlinien der Erforschung des Pergamonaltars in funktionaler, ikonographischer und stilgeschichtlicher Hinsicht an seinem neugewonnenen Zustand zu messen und diesen stärker ins Bewußtsein zu heben, sollen an den Archäologischen Instituten in Köln (Prof. Dr. D. Boschung, Prof. Dr. R. Förtsch) und Berlin (FU, PD. Dr. Andreas Scholl) im Wintersemester 2006/07 Lehrveranstaltungen durchgeführt und zu weiteren Bearbeitungen von Einzelthemen angeregt werden (eine Themenliste s. u.). Ein internetbasierter Bildbrowser, der die bereits vorhandenen und sukzessive hinzukommenden Fotos des neuen Zustandes aufnimmt und leicht bedienbar zugänglich macht, soll als visuelles Arbeitsinstrument dieser Veranstaltungen und weiterer Forschungen dienen. Seine Programmierung wie auch die Bildokumentation selber werden als Eigenleistungen eingebracht.

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Prof. Dr. Dietrich Boschung, Prof. Dr. Reinhard Förtsch

Imagines Principum.

Das römische Kaiserporträt war, wie seit langem erkannt, ein gezielt und wirkungsvoll eingesetztes Mittel der herrscherlichen Selbstdarstellung und damit Ausdruck von Machtkonstellationen und Loyalitätsverhältnissen. Es sollte den Reichsbewohnern nicht nur eine eindrückliche Vorstellung von der Erscheinung des Kaisers geben, sondern auch seine exponierte Position visualisieren, begründen und letztlich unangreifbar machen. Während Ehreninschriften, Lobreden und Rechenschaftsberichte seine Erfolge genau benennen, historisch verorten und überprüfbar vorlegen können, argumentiert das Porträt als Bildmedium nonverbal mit positiv empfundenen Zeichen und Zuordnungen, mit ästhetischen Werten und mit der lebensnahen körperhaften Präsenz der Rundplastik.

In dem beantragten Projekt soll das rundplastische Porträt des Herrschers als Medium nonverbaler, nichtsdestotrotz aber politischer Persuasions- und Legitimationsstrategien verstanden werden. Untersucht werden soll zunächst die visuelle Vergegenwärtigung von Individualität und charismatischer Persönlichkeit des Kaisers. Welches waren, darauf aufbauend, die Signale, mit denen seine exemplarische Erfüllung überindividueller Verhaltensideale visuell übermittelt wurde, mit denen soziale Hierarchien zum Ausdruck kamen und mit denen auch vergangene Epochen der Reichsgeschichte präsent gehalten wurden. Schließlich soll deutlich gemacht werden, dass die intensive und weiträumige politische Instrumentalisierung der Porträtplastik eine Besonderheit der römischen Kaiserzeit darstellt, die nicht nur eine Forsetzung hellenistischer Herscherrepräsentation ist, sondern sich von anderen kulturgeschichtlichen Horizonten deutlich unterscheidet.

Für diese Untersuchungen bieten die Ergebnisse der neueren Porträtforschung zusammen mit den jahrzehntelangen Vorarbeiten und Materialsammlungen des Forschungsarchivs für antike Plastik eine ausgezeichnete Grundlage. Darüberhinaus bietet sich die Möglichkeit, die bereits heute in der Datenbank ARACHNE verfügbaren Informationen in ihrer systematischen Präsentation an den methodischen Problemstellungen des Projektes zu orientieren, womit diese wiederum Rückbindungen und Kontrollmöglichkeiten aus der Breite der Gesamtüberlieferung erfahren.

Das Projekt wird mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung durchgeführt.

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Prof. Dr. Ortwin Dally, Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Prof. Dr. Henner v. Hesberg

Webpräsenz des Corpus der Antiken Sarkophage.

Im Rahmen der Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut ist das Forschungsarchiv an der Neukonzeption des Corpus der Antiken Sarkophage beteiligt und übernimmt aus IT-seitiger Sicht die Sicherung einer möglichst kohärenten Webpräsenz der Materialien. Das Corpus war im Jahre 1870 vom Deutschen Archäologischen Institut als Sammlung und Publikation der Sarkophage der römischen Kaiserzeit beschlossen worden. In einer Pilotphase, die von der Universität zu Köln und dem DAI gemeinsam finanziert wird, soll eine adäquate softwaretchnische Strukturierung erarbeitet und an ausgewählten Gattungen beispielhaft verwirklicht werden. Dazu können u. a. die großen, teilweise bereits digitalisierten Fotobestände des Forschungsarchivs zur antiken Sarkophagplastik herangezogen werden.

Ein erster Leitaspekt ist, die Formalisierung und Recyclingfähigkeit der Materialerhebung zum zentralen editorischen Prinzip zu machen. Bisher war die Bearbeitung der Bände so aufgebaut, daß das Zusammentragen der Dokumentation in Literatur und Fotografien von jedem Autoren in Eigenregie durchgeführt wurde. Daher fehlt auch eine übergreifende Objektsammlung oder -kartei. Dies ist editorisch, aber auch in und für Zeiten der digitalisierten Information ein ernstes konzeptionelles Defizit, da die erhobenen Informationen außerhalb des Formates der erschienenen Bände verloren gingen. Daher soll bei allen neuen Bänden die Materialaufbereitung nach einem formalisierten Verfahren in ARACHNE durchgeführt werden, so daß persönliche Wechsel in der Bearbeitung leichter zu verkraften sind und auch bei Nichtabschluß eines Projektes zumindest die erstellten Informationen über die Datenbank der Forschung zugänglich gemacht werden können.

Ein zweiter Leitaspekt ist die inhaltliche Konzeption der Webaufbereitung, in der die inhaltlichen, funktionalen und regional-landschaftlicher Kontexte stärker berücksichtig werden sollen als in dem bisherigen, seit dem 19. Jh. nur wenig veränderten Prinzip, eine mythologische Figur oder Gattung nach der anderen abzuhandeln.

Die Basis dazu ist eine "feste" Web-Site des Sarkophagcorpus des DAI. Sie enthält u. a. "feste" eigene Seiten mit persistenter URL für einzelne Bände:

- für bereits erschienene Bände zunächst die automatisch zugeordneten, aus ARACHNE herausgezogenen Neufunde, die erst nach Erscheinen des Bandes bekannt geworden sind, sowie
- für bereits erschienene Bände eine sukzessiv durchzuführende, retrospektive Digitalisierung der publizierten Materialien.
- für neu erscheinende Bände mit automatisch zugeordneter, aus ARACHNE herausgezogener Gesamtdokumentation des Materials.

"feste" eigene Seiten mit persistenter URL für die Navigation ausschließlich innerhalb von Sarkophagen:
- nach funktionalen Kontexten, Regionen, chronologischen Kriterien, Themen bzw. Kombinationen dieser 4 Kriterien.

In der Zukunftsperspektive erscheinen die Materialien des Sarkophagcorpus durch mehrere Kriterien besonders markant hervorgehoben: Tradition, internationale Bedeutung, gattungsmäßige Homogenität des Materials, hohes Maß an chronologischer und inhaltlicher Bestimmbarkeit der Einzelobjekte, Kontextualisierungsfähigkeit mehrfiguriger Szenen. Damit sind sie ein besonders geeignetes Feld, um durch die Anwendung von Metadatenmodellen aus der Informationstechnologie die fachlichen Diskusstrukturen im Web abzubilden.

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Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Prof. Dr. Henner von Hesberg

Bilddatenbank der Gipsabgußsammlung antiker Skulpturen
des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn.

Die Gipsabgußsammlung des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn soll sukzessive fotografisch erfaßt und in eine Bilddatenbank überführt werden, die in Köln wie in Bonn abfragbar sein wird. Die fachlichen Schwerpunkte der Archäologischen Institute in Bonn und Köln können dadurch anhand von zwei Einrichtungen näher zusammengeführt werden, die die Prägung durch die griechische bzw. die römische Kunst in besonders markanter Weise tragen: die Bonner Gipsabgußsammlung und das Kölner Forschungsarchiv. Die Bonner Gipsabgußsammlung ist eine der größten in Europa, das Kölner Forschungsarchiv besitzt die größte spezialisierte Fotosammlung auf dem Gebiet der antiken Skulptur.Die Lehre am Kölner Institut erhielte durch die Bilddatenbank Zugang zu einer gewichtigen Ressource der Universität Bonn im Bereich der griechischen Kunst. Mit ihrer Hilfe ließen sich die lokalen Datenbestände erweitern sowie Seminarreferate, Hausarbeiten, Zwischen-, Magister- und Promotionsprüfungen für den Bereich der griechischen Skulptur an Bildschirmarbeitsplätzen vorbereiten. Im Akademischen Kunstmuseum soll die Bilddatenbank ebenfalls installiert werden, um die Gipsabgußsammlung in einem elektronischen Museum zu spiegeln und auf eine neue Weise benutzbar zu machen.Die angestrebte Bündelung betrifft neben der Zusammenführung von Bildern und Daten griechischer und römischer Plastik auch die gegenseitige Ergänzung der Medien. Fotografien und Gipsabgüsse werden in der Lehre als grundlegende Hilfsmittel genutzt ergänzen sich in wesentlichen Punkten. Bieten die Abgüsse den Vorteil einer dreidimensional faßbaren Kopie des Originals, so lassen sich Fotografien in wesentlich größerer Anzahl sammeln und ermöglichen somit in der Dokumentation wie im Aufbau von Vergleichsreihen eine erheblich größere Dichte. Die zur vergleichenden Reihenbildung unverzichtbaren Ansichten von Neben- und Rückseiten eines Denkmals lassen sich oftmals leichter an einem Gipsabguß fotografieren als am Original. Gipsabgüsse geben die rundplastische Form eines antiken Denkmals getreuer wieder als Fotografien mit ihren schwer zu berechnenden Schattierungen. Werden sie unter gleichmäßigen Bedingungen ausgeleuchtet und fotografiert, können sie oftmals wichtige Aufschlüsse zu konkreten Forschungsproblemen erbringen und auch im Vergleich untereinander zutreffendere Relationen ergeben als heterogene Fotografien.Es ist daher ein zentrales Desiderat, beide Medien mit ihren unterschiedlichen, sich ergänzenden Eigenschaften für die Lehre in komplexer Form nutzbar zu machen.Die fotografischen Aufnahmekampagnen sollen durch studentische Arbeitsgruppen flankiert werden, die aus der Masse der Bonner Abgüsse sinnvolle Gruppen bilden und diese nach inhaltlichen Kriterien für die Eingabe in die Datenbank vorbereiten. Die Studierenden erhalten so die Möglichkeit, eine entscheidende Verbesserung der Ressourcen universitärer Lehre aus ihrer eigenen Sicht mitzugestalten. Damit würde eine didaktische Linie fortgesetzt, die nicht nur Lehrveranstaltungen zu Themen des Forschungsarchivs und der Bonner Abgußsammlung umfaßte. Unabhängig von herkömmlichen Lehrveranstaltungstypen wurden ein studentisches Tutorium im Rahmen des universitären Tutorienprogrammes des Landes und eine studentische Medien-AG eingerichtet. Die Studierenden können sich auf diesem Wege an den Bemühungen um eine Definition zentraler Inhalte der Lehre - im Sinne eines verbindlichen Bildvokabulars - selbständig beteiligen. Die Ergebnisse dieser Überlegungen sind auch in die neu formulierte Studienordnung eingeflossen. Die mangelnde Verfügbarkeit und Durchdringung der Bildmedien hat sich jedoch oft als hinderlich erwiesen. Deshalb könnten in dem hier umrissenen Projekt viele der bisherigen Bestrebungen eine neue Bündelung erfahren.

Voraussichtliches Ende des Projektes: 2010

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Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Prof. Dr. Henner von Hesberg, Prof. Dr. Walter Müller, Prof. Dr. Ingo Pini

Digitalisierung des Corpus der minoischen und mykenischen Siegel.

Das Projekt soll in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und der Marburger Akademiearbeitsstelle "Corpus der minoischen und mykenischen Siegel" unter wissenschaftlicher Betreuung der Kommission für Archäologie der Mainzer Akademie durchgeführt werden.

Das 1958 begründete und bisher ausschließlich in gedruckter Form erstellte und veröffentlichte Corpus der minoischen und mykenischen Siegel (CMS), das die wissenschaftliche Edition sämtlicher aus der ägäischen Bronzezeit überlieferter Siegel und Abdrücke in Ton zum Ziel hat, soll vor dem Abschluss des Vorhabens im Jahr 2011 in seinen wesentlichen Teilen digitalisiert, aktualisiert und kostenfrei im Internet zur Verfügung gestellt und in Abstimmung mit dem bereits in Bearbeitung befindlichen Schlussband CMS XIV zur Typologie der als Quintessenz des CMS anzusehen ist und den Index des gesamten Werkes und Resümees zu den wichtigsten Themen der Siegelforschung liefert, umfassend erschlossen werden. Ferner soll das CMS im Sinne der Nachhaltigkeit, Migration und Vervollständigung in ein modernes und international gut sichtbares Informationsnetzwerk zur Klassischen Archäologie (Arachne) integriert werden, um die Verstetigung der Arbeitsmöglichkeiten mit dem Material zu sichern, etwa durch die Hinzufügung neuer Funde und die Eröffnung neuer Forschungsperspektiven.

Das Projekt wird mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft durchgeführt.



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Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Prof. Dr. Stefan Freyberger, Prof. Dr. Henner v. Hesberg, Prof. Dr. Rolf-Michael Schneider

Die Basilica Aemilia.

Im Rahmen der Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom ist das Forschungsarchiv an der Neuaufnahme der Basilica Aemilia beteiligt und übernimmt, gemeinsam mit der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Informationsverarbeitung der Universität zu Köln (HKI), aus IT-seitiger Sicht die Sicherung einer möglichst kohärenten Webpräsenz der Materialien. Ziel des Projektes ist die Klärung der frühen Bauphasen bis zur frühen Kaiserzeit. Dazu wird eine möglichst komplette Synthese aller älteren Materialien mit gezielten Neuuntersuchungen unternommen.

IT-seitige Leitaspekte sind:
Datenbankgestützte Materialerfassung:
Eine "feste" Website mit persistenter URL für die Basilica Aemilia in Arachne, die später die digitale Publikationsadresse des Gebäudes wird. Einbezogen werden sämtliche im DAI Rom lagernden Pläne und Zeichnungen, u. a. auch die des Bauforschers H. Bauer. Hinzu kommen Fotos von bekannten wie unbekannten Objekten, so etwa denen in Magazinen unter der Maxentius-Basilica.

3-D-Modell:
Gegenstand der Magisterarbeit von Herrn Florian Willems, M. A., ist ein 3-D-Modell, das nach Erkenntnisfortschritt von architektonisch/archäologischer Seite, fortgeschrieben und dynamisch an ARACHNE angebunden werden soll. Bisherige 3-D-Programme sind nicht für die dynamische Verknüpfung mit einer Web-Datenbank ausgelegt, sondern meist mit Karten oder feste Verknüpfungen verbunden. Die technische Realisierung dieses Konzeptes, möglichst auf Open Source-Basis, könnte auch als Musteranwendung für andere DAI-Projekte dienen kann.

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Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Florian Willems, M.A.

DAI-Objectdata-Ecosystem.

Die im Jahre 2004 begonnene Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut beginnt in der ganzen Breite der DAI-Aktivitäten Platz zu greifen. So ist der Einstieg in die Bilddigitalisierung gelungen durch die DFG-Förderung der Digitalisierung von 40.000 historischen DAI_Glasnegativen. Zudem partizipiert die Universität zu Köln an der ebenfalls DFG-finanzierten Aufarbeitung der Basilica Aemilia durch die exemplarische Erstellung einer Webplattform für die Erfroschung eines antiken Gebäudes. Als weiteres prominentes Projek wäre die digitalisierte Version des Corpus der Antiken Sarkophage zu nennen. In den Aktivitäten des Deutschen Archäologischen Instituts ist dessen Grabungstätigkeit ein weiteres Schwerpunktgebiet. Diese Grabungen werden dort, wo sie moderner geführt werden, mit Geographischen Informationssystemen (GIS) systematisiert. Um diese Neuentwicklung nicht völlig divergieren zu lassen und weil diese GIS-Systeme auch reine Objektdatenverwaltungen als Komponenten enthalten, liegt hier eine der entscheidenden Schnittstellen für den Datenverkehr.

Die Objektdaten der diversen Grabungen können nicht nur untereinander, sondern auch mit Arachne-Objektdaten gebündelt und somit einheitlichen Abfrageprozeduren für die Forschung, aber auch durchgängigen Verwaltungsprozeduren für die diversen angeschlossenen Einheiten unterzogen werden.

Dadurch entsteht ein in den europäischen Altertumswissenschaften beispielloses Portfolio digitaler Datenkomplexe, deren Strukturierung und Erschließung vom DAI in Kooperation mit dem Forschungsarchiv für Antike Plastik, der HKI (Prof. Dr. M. Thaller), dem Lehrstuhl von Prof. Dr. U. Lang geleistet und vom ZAIK auch vorgehalten werden. Bevor das Fernziel einer komplett über CIDOC-CRM-Schnittstellen integrierten Datenwelt erreicht sein wird, soll das DAI-Objectdata-Ecosystem sichern, daß Objekte zwischen völlig heterogenen lokalen und zentralen Datenverwaltungen ohne Informationsverlust hin- und herwandern können, um einerseits überregional, andererseits lokal und offline weiterbearbeitet werden zu können. Dabei soll der Anpassungsbedarf der lokalen Datenverwaltungen nahe null gehalten und die notwendigen Anpassungen durch Überführungs-Algorithmen geleistet werden. Die Entwicklung des DAI-Objectdata-Ecosystem wird für 3 Jahre anteilig von der Universität zu Köln und der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin finanziert.

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Prof. Dr. Tonio Hölscher, Prof. Dr. Thomas Schäfer, Dr. Florian Stilp, Dr. Kai Töpfer

Politik und Monument im griechischen und römischen Altertum. Online-Bilddokumentation zum Handbuch der römischen Staatsdenkmäler.

Politische Denkmäler entwickelten in den antiken Gesellschaften Griechenlands und des Römischen Reiches eine außerordentliche Bedeutung. In den Stadtstaaten des klassischen Griechenland stellten Denkmäler im öffentlichen Raum die Identität der politischen Gemeinschaft und den Machtanspruch führender Männer vor Augen. In den Monarchien des Hellenismus repräsentierten Monumente das einzigartige Charisma der Herrscher. Zur Zeit der römischen Republik kämpften die Heerführer mit Denkmälern um die Macht im Staat. Und während der römischen Kaiserzeit erreichten die Herrscher mit ihren Bildnissen und Monumenten im ganzen Reich eine einzigartige ideologische Präsenz. Das Projekt hat eine umfassende Dokumentation der politischen Denkmäler der Antike und ihre Interpretation im Rahmen der Politik-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte zum Ziel.

Die Finanzierung der Buchpublikation sowie der Heidelberger Datenbank erfolgt aus Mitteln des Manfred Lautenschläger Preises. Die bei der Informationsrecherche im Vorfeld der Publikation anfallenden Daten sollen in Arachne aufbereitet und nach Erscheinen der Bände öffentlich zugänglich gemacht werden.

Hompepage des Forschungsprojekts "Politik und Monument im griechischen und römischen Altertum" am Archäologischen Institut der Universität Heidelberg.

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Prof. Dr. Ralf von den Hoff

Katalog der antiken Skulpturen in Schloß Fasanerie (Adolphseck) bei Fulda.

Das Schloß Fasanerie (Adolphseck) in Eichenzell bei Fulda beherbergt neben Möbeln, Porzellan und Gemälden auch eine Sammlung griechisch-römischer Antiken, die der Landgraf Philipp von Hessen (1896-1980) zusammengetragen hat. Seit 1935 im Landgrafenmuseum in Kassel untergebracht, wurde sie 1951 nach dessen Kriegszerstörung ins Schloß Fasanerie überführt, wo sie heute der Verwaltung der Hessischen Hausstiftung untersteht.
Die griechischen Vasen der Sammlung wurden in zwei Bänden des Corpus Vasorum Antiquorum, die 57 Porträts in einem 1957 erschienenen Katolog publiziert. Die übrigen 88 Marmor- und Kalksteinskulpturen hingegen führen wissenschaftlich gesehen ein Schattendasein, obwohl es sich um eine der wenigen privaten Antikenkollektionen in Deutschland handelt, die den 2. Weltkrieg intakt überdauert haben und nicht in einem größeren Museumsbestand aufgegangen sind. Zum Inventar gehören neben einem kolossalen Kultbildkopf des frühen 5. Jhs. v. Chr. und attischen Grabreliefs römische Kopien nach Werken des 4. Jhs. v. Chr. und des Hellenismus. Fragmente römischer Sarkophage und historischer Reliefs sowie Ausstattungsgegenstände der römischen Kaiserzeit finden sich ebenso wie eine Reihe von z. T. konkreten Bauten in Rom zuweisbaren Architekturproben.
Durch die fotografische Dokumentation und wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Skulpturen, die das Projekt verfolgt, wird der Bestand einer der bedeutendsten Privatsammlungen griechischer und römischer Plastik in Deutschland der Forschung erstmals zugänglich. Von sammlungsgeschichtlichem Interesse wird die Untersuchung der Entstehung einer Privatsammlung und damit verbundener spezifischer Formen des Antikeninteresses im frühen 20. Jh. sein.

Die Fotokampagne wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Literatur (Auswahl):
Gehrke, Peter: Pergami Symplegma des Kephisodot, in: Eikones. Festschrift Ernst Berger, 15. Beiheft Antike Kunst (1988) 232-234.
von Heintze, Helga: Die antiken Porträts in Schloß Fasanerie bei Fulda (1968).
Möbius, Hans: Die Antikensammlung im Landgrafen-Museum zu Kassel, in: Hessenland 48, 1937, 3-7, jetzt in: Möbius, Hans: Studia varia (1967) 146-148.
Neugebauer, Karl Anton: Antiken in deutschem Privatbesitz (1938) Nr. 3; 9; 20-22; 40.
Schefold, Karl: Meisterwerke Griechischer Kunst, Kunsthalle Basel (1960) Nr 218.
Tancke, Karin - Yfantidis, Konstantinos: Beobachtungen zur Rekonstruktion der Orest-Pylades-Gruppe in Schloß Fasanerie, in: Archäologischer Anzeiger 1989, 243-249.
Tancke, Karin: Die »Orest-Pylades-Gruppe« in Schloß Fasanerie bei Fulda, in: Kunst in Hessen und am Mittelrhein 30, 1990, 19-30.
Yfantidis, Konstantinos: Beobachtungen an zwei pergamenischen Köpfen in Schloß Fasanerie bei Fulda, in: Athener Mitteilungen 108, 1993, 226-238.

Akrolith Akrolith Grabrelief
Kollosaler Mamorkopf eines Kultbildes aus Italien, frühes 5.Jh.v.Chr. Marmornes Grabrelief des Xanthippos, mittleres 4.Jh.v.Chr.

Prof. Dr. Ralf von den Hoff
Archäologisches Institut Freiburg
Fahnenbergplatz
79085 Freiburg i. Br.
Email: vd.hoff@archaeologie.uni-freiburg.de

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Felix F. Schäfer, M.A.

Räumliche und zeitliche Dimensionen in GIS-Systemen.

m Rahmen des Forschungsprojektes sollen Geographische Informations Systeme (GIS) hinsichtlich der Frage untersucht werden, inwieweit diese eine dritte räumliche Dimension und eine vierte zeitliche unterstützen können. Bislang sind entsprechende Programme derart beschaffen, dass sie streng genommen nur 2,5-Dimensionen zufriedenstellend verarbeiten, d. h. sie können Höhenwerte von Flächen als Attribute speichern und darstellen (z. B. in Form von unregelmäßigen Geländereliefs). Zu diesen Flächen (= Ebenen oder 'Layers') vertikal bezogene Informationen (also z. B. in die Tiefe gehende Schnitte oder in die Höhe aufragende Strukturen) können dagegen nur unzureichend repräsentiert und nicht ausreichend verarbeitet werden. Eine vollständige Analyse mittels komplexer Suchabfragen über vorliegende Sachdaten in Abhängigkeit von drei Raum- und einer Zeitkoordinate ist mit diesen Systemen bislang nicht zu erreichen.Gerade diese Anforderung ist aber für den effektiven und weitreichenden Einsatz von GIS in archäologischen Kontexten zentral, da hier etwa bei Ausgrabungen, bei sich überlagernden Strukturen oder bei sukzessiv gewachsenen Städten explizit in mehreren Schichten in die Tiefe gegangen wird. Die Bedeutung des Zeitfaktors bei der Auswertung von Informationen ist angesichts der Tatsache, dass die Archäoligie zu den historischen Disziplinen gehört, selbst erklärend. Das Ziel des Projektes ist es also, GIS so zu verändern und weiterzuentwickeln, dass dieses Desiderat erfüllt werden kann.

An Instituten für (Geo-)Informatik, Raumplanung, Vermessungskunde oder Geographie existieren derzeit zwar verschiedene Forschungsvorhaben, die sich dieser Problematik widmen, doch weicht bei diesen die Ausgangslage von der Situation in archäologischen Disziplinen ab. Dort bilden in der Regel größere Regionen, die mittels Karten, Fotos oder Zeichnungen in einem kleinen Maßstab vorliegen, die Grundlage für die weitere Analyse. In der Archäologie stellt aber gerade die kleinräumige, detailierte Dokumentation und Interpretation von Sachdaten eine zentrale Eigenart der Arbeit dar. Diese Situation bedeutet, dass zwar einerseits auf bestehenden Forschungen, besonders hinsichtlich der Verarbeitung von mathematischen Berechnungen und Algorithmen auf Vorarbeiten zurückgegriffen werden kann, andererseits deren übertragbarkeit und Anwendbarkeit in Archäologischen Informationssystemen jedoch geprüft werden muss. Es ist nach derzeitigem Kenntnistand davon auszugehen, dass hier Anpassungen und änderungen vorgenommen werden müssen, um einsatzfähige Systeme zu erhalten.Insgesamt beschäftigt sich das Projket somit sowohl mit theoretischen Fragestellungen, die die Struktur und den Aufbau von GIS ganz allgemein betreffen, als auch mit praktischen Lösungswegen, die auf den täglichen Grabungseinsatz abgestimmt sind.

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Prof. Dr. Andreas Scholl, Prof. Dr. Reinhard Förtsch

Berliner Skulpturennetzwerk.

Im Rahmen einer Kooperation mit den Berliner Museen/Stiftung Preußischer Kulturbesitz nimmt das Forschungsarchiv an der umfassenden Neudokumentation und -publikation der Berliner Museumsinsel teil, die von der Antikensammlung Berlin geplant und durchgeführt wird. Etwa 4/5 von ihnen sind seit dem 2. Weltkrieg einer wissenschaftlichen wie auch einer breiteren Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich gewesen. Die Materialien entstammen einerseits der Sammlung der preußischen Könige, wovon den in den Schlössern ausgestellten Teil das Forschungsarchiv schon bei früherer Gelegenheit aufgenommen und in Arachne veröffentlicht hat, einen anderen bedeutenden Schwerpunkt bilden etwa Bauplastik und Skulpturen aus Kleinasien.

Ein der Bedeutung der Materialien angemessenes Gesamtkonzept soll in einzelnen, aufeinanderfolgenden Schritten verwirklicht werden, bei denen Aufnahmearbeiten und wissenschaftliche Erforschung eng ineinandergreifen.

Das Forschungsarchiv hat dabei die magazinierten Denkmäler der Berliner Antikensammlung übernommen, und dokumentiert zusätzlich, im Rahmen einer Fotokampagne der Mellon-Foundation, Teile der Denkmäler in den Ausstellungsräumen. Für die geplante wissenschaftliche Bearbeitung im Rahmen eines Online-Publikationssystems können sowohl die Aufnahmen der Mellon-Kampagne wie die des Forschungsarchivs zusammengeführt und gemeinsam genutzt werden.

In Teilen der deutschen Klassischen Archäologie wirken Themen wie Grundlagendokumentation oder Digitalisierung schon jedes für sich als Provokation. Die Verbindung beider Elemente hat leider dazu geführt, daß der hier beschrieben Unternehmung die Förderung aus Drittmitteln lange Zeit versagt blieb - obwohl es sich um Materialien handelt, die teilweise noch nie, teilweise seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr zugänglich waren und einen zentralen Teil des deutschen Kulturpatrimoniums darstellen. Um so dankbarer seien Weitsicht und Einsatz vermerkt, mit denen die Universität zu Köln und private Förderer, insbesondere Herr Dr. Dr. N. Helmke, Frau Dr. I. Jucker und Herr Dr. A. Pestalozzi, Aufnahme und Fortgang der Arbeiten überhaupt erst ermöglicht haben. Das jüngst vom BMBF bewilligte Verbundprojekt 'Berliner Skulpturennetzwerk' bedeutet hier eine Tendenzwende.

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Prof. Dr. Reinhard Förtsch

Digitalisierung der Skulpturennegative des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom.

Das Projekt ist abgeschlossen.

Das Ziel des von der DFG unterstützten Projektes war die Konservierung und wissenschaftliche Erschließung der Skulpturennegative des DAI Rom über die Internet-Datenbank ARACHNE.

Als Ergebnis sind die genannten Bestände der Forschung über ARACHNE in den Jahren 2004 und 2005 weltweit kostenlos zugänglich gemacht worden, was für die Grundlagen der Erforschung antiker Skulptur eine wesentliche quantitative und qualitative Verbesserung bedeutet. Neben der weltweiten Bereitstellung der Fotografien wurden die Denkmäler unter vielen kombinierbaren Kriterien für komplexe wissenschaftliche Fragestellungen aufbereitet.

Die Bestände enthalten zentrale Komplexe der römischen Skulptur Italiens. Neben der statuarischen Plastik und römischen Porträts sind zudem alle bilderreichen Denkmäler Roms selbst erfaßt worden, also Bogenmonumente wie der Titus- und Konstantinsbogen sowie die Trajanssäule.

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Prof. Dr. Reinhard Förtsch

Digitalisierung der Archive Fittschen und Malter.

Das Projekt ist abgeschlossen.

Das Ziel des von der DFG unterstützten Projektes ist die Konservierung und wissenschaftliche Erschließung der Archive Fittschen und Malter über die Internet-Datenbank ARACHNE.

Fittschen-Badura
(R. Förtsch, F. Fless, K. Fittschen, G. Fittschen-Badura, D. Boschung)

Das Forschungsarchiv hat in den Jahren 1998 und 2000 von Gisela Fittschen-Badura und von Barbara Malter die beiden bedeutendsten privaten Negativarchive im Bereich der Klassischen Archäologie erworben und damit eine kommerzielle Verwertung verhindert. Es handelt dabei sich um ca. 20.000 Mittel- und Großformatnegative. Beide Archive besitzen innerhalb der Klassischen Archäologie exzeptionellen Wert: durch die Prominenz der dokumentierten Skulpturenkomplexe wie auch durch die hohe Qualität der fotografischen Aufnahmen, die neue professionelle Standards in der Klassischen Archäologie gesetzt haben.

Als Ergebnis sollen die genannten Bestände der Forschung über die Internetversion von ARACHNE weltweit kostenlos zugänglich gemacht werden, was für die Grundlagen der Erforschung antiker Skulptur eine wesentliche quantitative und qualitative Verbesserung bedeuten würden. Neben der weltweiten Bereitstellung der Fotografien würden die Denkmäler unter vielen kombinierbaren Kriterien für komplexe wissenschaftliche Fragestellungen aufbereitet.

Seit gut zwei Jahrzehnten dürfte es comunis opinio in der Klassischen Archäologie sein, daß die Aufnahmen von Gisela Fittschen-Badura wie die von Barbara Malter neue qualitative Standards gesetzt haben. In gegenseitiger Beeinflussung und durch enge Zusammenarbeit mit führenden Forschern hat sich im Laufe der Jahre bei beiden Fotografinnen eine gewisse Standardisierung ergeben: in der Wahl von Aufnahmeperspektiven, der Herausarbeitung von beurteilungsrelevanten Details wie auch in der Erfassung einer ästhetischen Gesamtwirkung. Dadurch werden die Fotos beider Archive zu herausragenden Arbeitsinstrumenten für Datierungsfragen, Replikenrezensionen sowie weitere typologische und stilistische Fragestellungen.

Im Fittschen-Archiv sind Aufnahmen antiker Porträts zusammengetragen. Sie umfassen die Museen, vor allem auch die Museumsmagazine in Rom weitgehend vollständig. Daneben sind aber auch so unzugängliche Porträts wie die der Magazine des Nationalmuseums in Neapel aufgenommen. Neben diesen und ähnlich prominenten Komplexen sind aber auch die so gut wie unbekannten antiken Bildnisse aus Provinzmuseen Italiens und anderer Mittelmeerländer zu nennen, hinzu kommen die Ergebnisse einer mehrmonatigen Materialerschließungsreise durch die USA.

Im Malter-Archiv liegt der Schwerpunkt auf der stadtrömischen Idealplastik. Prof. Dr. E. La Rocca begann in den 80er Jahren mit einer systematischen Fotodokumentation der Antiken im Besitz der Comune di Roma. Mit den zentralen Komplexen dieser Aufnahmekampagnen der Comune di Roma war Barbara Malter betraut.

Das Fittschen-Archiv ist das größte und qualitätvollste Einzelarchiv zur Erforschung der römischen Porträts. Es trägt Züge einer umfassenden, in die Breite ausgerichteten Erfassung von Grundlagenmaterialien. Museums- und Magazinbestände wurden systematisch aufgenommen, und daraus entwickelten sich einzelne Forschungsprojekte und wissenschaftliche Untersuchungen. Die Porträtforschung hat innerhalb der Klassischen Archäologie in den 80er Jahren einen starken und bis heute anhaltenden Bedeutungszuwachs erfahren. Die Bildnisse der Kaiser und ihrer identifizierbaren Angehörigen sind Fixpunkte für die Chronologie etwa von Sarkophagen und Idealplastik. Zum anderen bieten sie, zusammen mit den Privatporträts, einen zentralen Zugang zu Selbstdarstellung und Selbstverständnis der antiken Eliten.

Das Malter-Archiv setzt sich, anders als das Fittschen-Archiv, aus vielen direkten Dokumentationen konkreter Forschungs— und Ausstellungsprojekten der Comune di Roma zusammen. Insbesondere wurden Skulpturen dokumentiert, die man zu aktuellen Forschungs-, Ausstellungs- und Wiedereröffnungsprojekten gereinigt, entrestauriert oder zu antiken Gruppen rekonstruiert hatte. Zu nennen wären hier so aufsehenerregende Projekte wie die griechischen Skulpturen aus dem Giebel des Sosianus-Tempels, aber auch fotografische Dokumentation der Entrestaurierung zentraler stadtrömischer Monumente wie der Reliefs der Ara Pacis oder historischer Reliefs Hadrians und Marc Aurels.

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