Nettersheim

Der römische vicus von Nettersheim – ein kaiserzeitliches Siedlungs- und Wirtschaftszentrum in der Nordeifel

Der bis heute weitgehend unerforschte vicus von Nettersheim spielte eine zentrale Rolle in der antiken Siedlungslandschaft der Nordeifel. Bis auf einen bereits 1909 freigelegten Tempelbezirk für die „Aufanischen Matronen“ und einen 1965 angegrabenen „spätantiken Werkplatz“ war bisher nur wenig zum Umfang und der Struktur der dort vermuteten Siedlung bekannt. Durch geophysikalische Prospektionen und eine kleine Testgrabung im Sommer 2009 konnte jetzt ein ausgedehnter Strassenvicus nachgewiesen werden, der sich über mehrere hundert Meter Länge entlang der römischen Fernstrasse Köln-Trier erstreckte. Die auf den Messbildern erkennbaren Grundrisse öffentlicher Gebäude und Lesefunde zeigen, dass es sich dabei um das administrative und wirtschaftliche Zentrum der Region gehandelt haben muss.
In den folgenden Jahren sollen die zentralen Gebäude des Nettersheimer vicus durch gezielte Grabungen erforscht werden. Gleichzeitig wird der antike Kleinraum „Oberes Urfttal“ untersucht. Einen Forschungsschwerpunkt bilden dabei die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Eifelgebiet mit seinen Bodenschätzen und den antiken Metropolen bzw. Militärbasen am Rhein.
Kooperationspartner sind die Gemeinde Nettersheim und das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland.

Leitung: Salvatore Ortisi
Förderung: Gemeinde Nettersheim; Landschaftsverband Rheinland