Geschichte des Archäologischen Instituts

Institutsgeschichte
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Das Archäologische Institut der Universität zu Köln blickt auf eine noch relativ kurze Geschichte zurück.
Seit der Neugründung der Universität im Jahr 1919 gab es Bestrebungen, das Fach Archäologie zu etablieren. Begünstigt wurde dieses Ansinnen durch zwei Faktoren, nämlich durch ein allgemeines Interesse an der römischen Geschichte der Stadt Köln, dessen deutlichster Ausdruck die große Sammlung römisch-germanischer Stücke im Wallraf-Richartz-Museum (heute eigenständige Sammlung im Römisch-Germanischen Museum) war, und zum anderen durch die Bemühungen benachbarter Fächer - vor allem der Kunstgeschichte -, die Archäologie zu etablieren.
So wurde nach längeren Verhandlungen zum Wintersemester 1928/29 das Fach Klassische Archäologie in Köln eingerichtet.

Für die Stelle des Ordinarius berief man Andreas Rumpf. Ihm gelang es, das Institut aufzubauen und den Lehrbetrieb auf eine breite Basis zu stellen, indem ein umfangreiches Spektrum an Themen angeboten wurde. Auch die Entstehung einer Sammlung, bestehend aus antiken Originalen und Abgüssen nach diesen, wurde vorangetrieben.
Ende 1930 wurde Friedrich Wilhelm Goethert, ein Schüler Rumpfs, Assistent am Institut, zwischen 1932 und 1940 wurde diese Position von Friedrich von Lorentz übernommen, auf den dann wieder ein Schüler Rumpfs, nämlich Tobias Dohrn, folgte.

Das Institut war zunächst in der Alteburger Straße 151 untergebracht. Weil die Räumlichkeiten hier zu eng wurden, erfolgte 1933 der Umzug in die Claudiusstraße 1, also direkt in die Gebäude der Alten Universität. Doch bereits zwei Jahre später wechselte man in die neugebauten Anlagen der Universität über.

Während des Zweiten Weltkrieges kam es zwar zu erheblichen Einschränkungen, doch konnte der Lehrbetrieb bis zum Sommersemester 1944 aufrecht erhalten werden. Allerdings zerstörte ein Bombentreffer im Hauptgebäude den größten Teil der archäologischen Sammlung.

Nach Kriegsende normalisierten sich die Verhältnisse bald wieder. 1953 löste Hans Joachim Brüning Tobias Dohrn in der Assistentenstelle ab. 1960 wurde Heinz Kähler Ordinarius des Kölner Archäologischen Instituts. In dieser Zeit wirtschaftlicher Prosperität wurde die Zahl der Assistentenstellen auf zwei erhöht, und es kamen weitere Dozenten hinzu, nämlich neben Tobias Dohrn, der am Kölner Institut von 1960 bis 1976 als Professor tätig war, Hans-Georg Niemeyer, der diese Position von 1970 bis 1980 innehatte. In den Jahren nach 1964 erhielt zudem Theodor Klauser einen Lehrauftrag für Christliche Archäologie. Unter den zahlreichen Assistenten dieser Jahre sollen hier Andreas Linfert und Eberhard Thomas genannt werden, weil sie für lange Zeit am Lehrbetrieb des Instituts beteiligt waren bzw. hier noch heute als Dozenten tätig sind.

1964 wurde das Archiv Monumenta Artis Romanae eingerichtet und im Laufe der Zeit zum Forschungsarchiv für Römische Plastik ausgebaut. Der erste Leiter dieser Einrichtung war Hansgeorg Oehler, auf ihn folgte 1994 Dietrich Boschung. Das Forschungsarchiv für Antike Plastik, aus dem das CoDArchLab hervorgegangen ist, führte dann bis 2012 Reinhard Förtsch. Nach einer jeweils einjährigen Vertretung durch Martin Langner und Paul Scheding wurde 2015 eine Professur für ArchäoInformatik am heutigen CoDArchLab eingerichtet.

1972 wurde noch eine Professur für Vorderasiatische Altertumskunde eingerichtet und mit Wolfram Nagel besetzt. Allerdings wurde diese Stelle 1988 auf einen neuen Schwerpunkt umgewidmet, nämlich auf die Archäologie der römischen Provinzen. Dieser Zweig wird seit 1992 von Thomas Fischer geleitet.

Seit 1973 ist das Archäologische Institut im Gebäude des ehemaligen Küpperstiftes, Ecke Weyertal und Kerpener Straße angesiedelt. Im gleichen Jahr wurde auch Heinz Kähler emeritiert. Sein Nachfolger wurde Hans-Volkmar Herrmann, der bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 1987 das Institut leitete. Ihm gelang es, die aufgebaute Substanz zu erhalten und zu erweitern. Von 1978 bis 1995 war Henning Wrede als Professor am Institut tätig, bevor er an die Humboldt-Universität Berlin wechselte. Seine Stelle wurde im Wintersemester 1996/1997 mit Dietrich Boschung besetzt. Im gleichen Jahr verstarb unerwartet Andreas Linfert, der seit 1982 eine Professur am Institut inne hatte.

Die Institutsleitung versah von 1988 bis 2006 Henner von Hesberg. Seitdem ist er Direktor des DAI Rom. Henner v. Hesberg leitete von 1991 bis 2000 das Graduiertenkolleg "Formierung und Selbstdarstellung städtischer Eliten in den Provinzen des römischen Reiches". Seine Nachfolge übernahm im Wintersemester 2008/2009 Michael Heinzelmann. Dietrich Boschung erhielt 2007 einen Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin, den er jedoch ablehnte - zugunsten einer W3-Professur für Klassische Archäologie an der Unversität zu Köln.

Der Text basiert auf: H. v. Hesberg, 60 Jahre Archäologisches Institut der Universität zu Köln, Geschichte in Köln 25, 1989, 111 - 130.

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