Inhaltliche Hinweise zu Präsentationen, Referaten, Hausarbeiten

Vorbemerkung
Jede Arbeit zu einem wissenschaftlichen Thema hat spezifische Eigenheiten, die jeweils herauszufinden und adäquat darzustellen ein wichtiger Teil des Studiums ist. Es sollte sich von selbst verstehen, daß diese spezifischen Anteile in den folgenden Hinweisen nicht angesprochen oder gar abgedeckt werden. An dieser Stelle kann es nur um Standardanforderungen gehen, die an jede Arbeit, sei es eine Präsentation, ein Referat oder eine Hausarbeit, zu richten sind und deren Beachtung ebenfalls ein wichtiges Element des Studiums ist.

Vorbereitung
Lesen Sie sich zunächst anhand der vom Dozenten bekannt gegebenen Basisliteratur in Ihr Thema ein (s. auch unten „Literaturrecherche“). Falls Ihnen der Themeninhalt nicht klar sein sollte, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Dozenten. Spätestens eine Woche vor Ihrem Referat sollten Sie aber in seine Sprechstunde gehen, um Ihr Referat abzusprechen.

Kümmern Sie sich bereits früh um Ihre Dias bzw. um Ihre Scans. Falls Sie noch weitere, in der Diathek nicht vorhandene Dias benötigen, müssen Sie diese spätestens 10 Tage vor Referatstermin bestellen. Vergessen Sie nicht, die neu angefertigten Dias nach den in der Diathek ausgehängten Vorgaben zu beschriften!

Das Referat soll die vom Dozenten gesetzte Länge (in der Regel 20-30 min) nicht überschreiten. Tragen Sie Ihr Referat probehalber zuvor Freunden vor, um Länge, Lautstärke und Intonation zu kontrollieren.

Ziel des Referates ist, dass Sie einerseits lernen, sich in ein Thema einzuarbeiten, die Fachliteratur kennenzulernen und die Fakten sowie die davon abhängigen Thesen knapp und präzise wiederzugeben, andererseits aber, kritisch mit eben diesen Fakten und Thesen umzugehen. Sie sollen das methodische Rüstzeug lernen, anhand dessen Sie den Wert der Fakten und der Thesen messen, um sich schließlich eine eigene, qualifizierte Meinung zu bilden. Diese Meinung bzw. These sollten Sie im Referat entsprechend darlegen, die Argumente abwägen und methodisch überzeugend begründen.

Literaturrecherche
In der Regel werden Ihnen von Ihrem Dozenten bereits einige Titel genannt, die Ihnen den ersten Einstieg in Ihr Thema erleichtern. Diese Literatur ist als Basisliteratur zu verstehen und ist in keiner Weise ausreichend, um das Ihnen gestellte Thema zu erarbeiten.

Vielmehr müssen Sie selbständig weitere Literatur finden und lesen, die Ihnen die Vielschichtigkeit des Themas vor Augen führen wird. Diese Literatur finden Sie einerseits über die Literaturzitate in den Titeln der Basisliteratur, andererseits aber über eine Recherche in der Literaturdatenbank "dyabola" oder "Zenon", die Sie im Internet unter www.db.dyabola.de/dyabola3/start.htm bzw. http://opac.dainst.org aufrufen können.

Ziel einer Hausarbeit
Eine Hausarbeit soll die ausformulierte, überarbeitete Fassung des mündlichen Referates darstellen. Im Rahmen der Hausarbeit sollte ferner auf Probleme eingegangen werden, die in der mündlichen Fassung in der nötigen Ausführlichkeit nicht dargelegt werden konnten.

Ziel einer Hausarbeit ist es, wissenschaftliches Schreiben zu üben. Dies heißt einerseits, dass Sie sich in die nötige wissenschaftliche Fachterminologie einarbeiten müssen, andererseits, dass Sie nach den Richtlinien der in der deutschen archäologischen Fachliteratur üblichen Zitierweise zitieren. Diese Richtlinien sind vom Deutschen Archäologischen Institut festgelegt, und die letzte Version ist im Internet auf der Seite www.dainst.org/index.php?id=141 nachzulesen. Für die Studenten der Provinzialrömischen Archäologie gilt das Abkürzungsverzeichnis der RGK, publiziert im Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 71, 1990, 973 ff., ergänzt durch Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 73, 1992, 477 ff.

Aufbau einer Hausarbeit
Eine Hausarbeit sollte sich in eine Einleitung, einen oder mehrere Hauptteil und einen Schluß gliedern. In der Einleitung umreißen Sie das Thema und legen die Problemstellung dar. Inhalt des Hauptteiles ist die systematische Entwicklung Ihrer Thesen. Der Schlußteil sollte eine Zusammenfassung Ihrer Ergebnisse darstellen.

Bei divergierenden Forschungsmeinungen stellen Sie kurz die verschiedenen Thesen und deren Grundlagen dar und erläutern Sie dann, aus welchen Gründen Sie welcher Meinung folgen.

Achten Sie dringend auf eine logische Struktur der Arbeit. Gehen Sie stets vom Großen ins Kleine, vom Überblick zum Detail. Wichtig ist, immer die Quellen Ihres Wissens anzugeben, also die Autoren, deren Forschungsmeinung Sie übernehmen oder ablehnen. Um sich Ihre eigene Meinung über deren Standpunkt zu bilden, müssen Sie aber auch deren Quellen lesen usw., und die Grundlagen der Diskussion (antike Schriftquellen, Fundmaterial, Erhaltungsgrad etc. müssen Ihnen stets geläufig sein.

Formales
Die Hausarbeit sollte in der Regel nicht mehr als 10 Seiten umfassen, achten Sie jedoch auf die speziellen Angaben Ihres Dozenten. Das Layout ist prinzipiell Ihnen überlassen, doch sollten die Seiten in erster Linie lesbar sein, d.h. mindestens 1,5 Zeilenabstand, Seitenränder freilassen, besonders Korrekturrand, Schrift in einer auch für Brillenträger verträglichen Größe (ca. 12 pt).

Anmerkungen sollen als Fußnoten angefügt werden.

Das Literaturverzeichnis am Ende sollte alle von Ihnen benutzte Literatur benennen.

Bildvorlagen oder Pläne sind in der Regel nicht nötig.
Lesen Sie den ausgedruckten Text nochmals durch und korrigieren Sie die Fehler.

Kriterienkatalog zur Bewertung akademischerAbschlussarbeiten
(Seminararbeiten, Magister, Dissertation)

1. Formale Kriterien:
a. sprachliche Fassung

  1. Wortwahl, Varianz, Prägnanz
  2. Sprachstil: keine umgangssprachlichen Wendungen,
  3. Satzzeichen
  4. Satzbau
  5. Gliederung des Textes, sinnvolle Überschriften, Textblöcke

b. Zitierweise

  1. Konsequente Einhaltung des Systems nach DAI-Regeln
  2. Vollständigkeit der Anmerkungen, mit Seitenangabe

c. Verbindung von Abbildungsapparat mit Text

  1. Bildnachweise
  2. Eindeutige Verweise im Text auf Bilder

2. Inhaltliche Kriterien:
a. argumentative Stringenz im Einzelnen

  1. Übersichtliche Darlegung des Sachstandes (Materials)
  2. konzentrierte Wiedergabe (Gruppierung) von Forschungsmeinungen
  3. kritische Auswertung der bestehenden Meinungen

b. Klarheit der Argumentationsstränge im Ganzen

  1. Darlegung der Ausgangslage (Kontroversen, Problemstellung)
  2. Neuformulierung des Ausgangsproblems unabhängig von der Forschungstradition
  3. Darlegung der methodischen Strategien, einschließlich der damit verbundenen Probleme

c. Eindeutige Herausstellung eines selbstverantworteten Ergebnisses

  1. Angabe der eigenen Position gegenüber der Forschungsmeinung
  2. Synthese der Positionen u.U. auf einer anderen Ebene als in der Forschungsmeinung vertreten.

Dieser Kriterienkatalog kann bestenfalls als Hilfe und als Anhalt für das Verständnis der Benotung genommen werden, nicht als Muster zur Strukturierung einer Arbeit.