Matthias Nieberle, M.A.

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Lebenslauf - Profil

Publikationen

 

Lebenslauf

  1. Jahrgang 1985
  2. 2004 Abitur am Maristenkolleg in Mindelheim
  3. 10/2004 – 07/2007  Studium der Klassischen Archäologie im Hauptfach, der Alten Geschichte und der Neueren und Neuesten Geschichte (Nebenfächer) an der Universität Augsburg
  4. 2007/08  Erasmusstudium an der Universität Bern (Schweiz)
  5. 10/2008 – 01/2012  Studium der Klassischen Archäologie im Hauptfach, der Alten Geschichte und der Mittleren und Neueren Geschichte (Nebenfächer) an der Universität zu Köln
  6. 10/2008 – 03/2010  Studentische Hilfskraft am Archäologischen Institut der Universität zu Köln. Tätigkeiten: Aufbau und Organisation der Arbeitsgruppe „ArchäoGeophysik"
  7. 04/2010 – 03/2011  Studentische Hilfskraft des Projektes „Von der Kaiservilla zu den castra. Das Lager der legio II Parthica in Albano Laziale und seine Vorgängerbebauung.“ unter Leitung von Frau Dr. Alexandra W. Busch am DAI Rom.
  8. Februar 2012 Magister Artium in Köln

    Magisterarbeit: „Die großen Thermen von Albano Laziale“

  9. 02/2012 – 06/2013  Wissenschaftliche Hilfskraft für Informationstechnik am Deutschen Archäologischen Institut in Rom

  10. 07/2013 – 10/2014  Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim DFG-Schwerpunktprogramm "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" beim Teilprojekt "Der Flusshafen von Ostia". Aufgabenfelder: Koordination und Organisation.

  11. seit 01.10.15 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am CoDArchLab

 

Veröffentlichungen

  1. M. Heinzelmann – M. Brüggler – M. Buess – M. Nieberle, Ein neues Römerlager am Niederrhein, in: J. Kunow (Hrsg.) ArchRhein 2009 (Stuttgart 2010) 79–82.
  2. M. Brüggler – M. Buess – M. Heinzelmann – M. Nieberle, Ein bislang unbekanntes Standlager am Niederrhein, in: Der Limes. Nachrichten der deutschen Limeskomission 4, H. 1, 2010.
  3. S. Ortisi – M. Buess – M. Nieberle – St. Steidle, Der römische vicus von Nettersheim, KuBA 1, 2011, 125-134.
  4. M. Nieberle, Die großen Thermen von Albano Laziale, KuBA 2, 2012, 87–96.
  5. M. Broisch – M. Nieberle P. Hagdorn, Entdeckung einer weitläufigen Streuhofanlage in Weibern (Brohltal, Eifel), KuBA 4, 2014, 131-140.
  6. M. Nieberle, The Archaeological Park of Baiae. New Hydrological Findings and Considerations, in: BABESCH Supplement Series, im Rahmen des International Congress of the Frontinus Society on the History of Water Management and Hydraulic Engineering in the Mediterranean Region, Antalya, October 31 – November 9, 2014 (2015) 203-214
  7. im Druck: Emanuele Cuccurullo – Donato Alagia – Matthias Nieberle, Elementi di opus sectile parietale dal complesso monumentale di Baia: nuove acquisizioni, Publikation im Anschluss an eine Präsentation auf der XXI Konferenz der AISCOM.



Dissertationsprojekt

Baiae. Genese, Nutzung und Funktion eines römischen Heilbades und Kurzentrums (Arbeitstitel).

Betreuer: Prof. Dr. Michael Heinzelmann, Prof. Dr. Monika Trümper-Ritter (FU Berlin)

Der im Dissertationsvorhaben untersuchte Ort Baiae gehörte aufgrund seiner heißen Quellen und seiner landschaftlich herausragenden Lage zu den ältesten und beliebtesten Heilbädern und Kurorten Italiens in römischer Zeit. Der antike Ort erstreckte sich auf einen ca. 2 km breiten Küstenabschnitt am Westende des Golfs von Pozzuoli, ca. 17 km westlich von Neapel. Die besondere Rolle, die der Bucht von Baiae als Heilbadelandschaft und Erholungsort zukam, ist durch zahlreiche antike Schriftquellen bezeugt, etwa durch Horaz, der folgende Worte findet: „Keine Bucht auf der Welt überstrahlt das liebliche Baiae“. Die von A. Maiuri zwischen 1941-43, 1950-51 und 1964-1965 freigelegten Gebäudekomplexe des archäologischen Parks (vgl. Abb. 2) sind hervorragend erhalten und vermitteln ein eindrucksvolles Bild von der architektonischen Gestaltung des Heilbadeortes. Hinzu kommen die 1960 begonnenen und seit 1968 im eigens geschaffenen „Centro Subacqueo di Baia“ durchgeführten unterwasserarchäologischen Untersuchungen, die den heute im Meer versunkenen Bereich des Ortes erkunden.

Doch obwohl eine Beschäftigung mit antiken Badeanlagen kaum ohne Bezugnahme auf Baiae möglich ist und die Überlieferungssituation in Hinblick auf Architektur, Ausstattung und Fundmaterial günstig erscheint[1], fehlt eine Gesamtdarstellung des Ortes bis heute. Umso auffälliger ist daher die Diskrepanz zwischen dieser vermeintlich guten Kenntnis des Badeortes und dem tatsächlichen Forschungsstand. Mit Baiae und den hierzu vorhandenen Quellen besteht jedoch die Möglichkeit, den Alltag dieses bedeutenden römischen Heilbades sehr konkret zu fassen und seine Entwicklung im Laufe der Zeit nachzuzeichnen.

Ziele und Fragestellung

Genau an diesem Punkt setzt die Dissertation an. Ziel der Arbeit ist es, durch eine diachrone Betrachtung der archäologischen Befunde die Genese des Heilbade- und Kurzentrums zu erfassen sowie die Nutzung und gesellschaftliche Funktion, also das Phänomen „Baiae“, in seiner Gesamtheit zu erforschen. Grundlage hierfür ist die Erarbeitung eines ganzheitlichen Bildes der Baukomplexe unter Einbeziehung der architektonischen Gestaltung, der Dekoration und mobilen Ausstattung, sofern diese über die unpublizierten Grabungsarchivalien rekontextualisiert werden können.

In den freigelegten Gebäudebereichen soll u.a. nach Bauphasen, Grundstücks-/Besitzgrenzen, Funktion, Zugänglichkeit, und Nutzung sowie der Bewegung der Nutzer im Komplex gefragt werden. Grundsätzlich stellt sich die Frage, welche Nutzung und Funktion den einzelnen Räumlichkeiten zukam und ob bzw. wie sich die Nutzung Laufe der Zeit veränderte. In diesem Zusammenhang wird nach der Raumausstattung, seiner Dekoration und Wertigkeit gefragt. Außerdem wird der für Baiae wesentliche Faktor „Wasser“ untersucht. Hierbei ist darauf einzugehen, wie Wasserver- und -entsorgung geregelt waren und wo und auf welche Weise Dampf- oder Heißwasserquellen genutzt wurden. Ebenso ist unklar, ob die heilende Wirkung des Thermalwassers und der Umstand, dass der Ort schlicht „chic“ war, die wesentlichen Gründe für einen Besuch waren oder ob es noch andere zu berücksichtigende Gesichtspunkte gibt. Welche Rolle spielten die topographische Situation vor Ort und die thermalen und vulkanischen Aktivitäten der phlegräischen Felder für die architektonische Ausgestaltung der Badeanlage?

Überdies ist zu klären, ob Baiae eine gewisse Vorbildfunktion im Bereich der Heilbäder zukam und ob es Vergleichbare Strukturen beziehungsweise heilbadspezifische Bauformen an anderen Heilbadeorten gibt. Das Ziel dieser Einordnung ist es, die Sonderrolle von Baiae herauszuarbeiten, um die Frage zu klären, was diesen Ort so besonders machte und wie er sich von anderen Badeanlagen unterscheidet. Abschließend soll nach den Aussagen gefragt werden, die sich für das bekannteste Heilbad Baiae und über das Heilbadewesen im Römischen Reich und seine Besucher gewinnen lassen.

Methodisches Vorgehen

Um die aufgeführten Fragen zu klären, soll hauptsächlich der freigelegte Komplex neu untersucht werden. Die Untersuchung sieht vor, durch eine systematische und detaillierte Untersuchung der vorhandenen Baustrukturen, eine präzisere Phaseneinteilung und Raumbeschreibung als bisher vorzulegen, um so die chronologische Entwicklung der Anlagen besser erfassen zu können. Hinzu kommen die Ergebnisse einer erstmalig durchgeführten geophysikalischen Prospektion durch die Gruppe „ArcheoGeophysik“ (AI der Universität zu Köln) sowie eines 3D-Laserscans (Dipl. Ing. Sabrina Geiermann, FH Köln).

Entsprechend soll in diesem ersten Schritt die relative, später – soweit möglich – die absolute Chronologie der freigelegten Strukturen durch wenige gezielte Sondagen geklärt werden.

Ausgangspunkt und Grundlage für dieses Vorgehen bilden einerseits die bestehenden publizierten Pläne. Darüber hinaus gibt es unpubliziertes Archivmaterial von Friedrich Rakob, der in den 1970er und 80er Jahren zu den Kuppelbauten in Baiae forschte, jedoch nicht alle Unterlagen publizierte. Diese Unterlagen befinden sich im Archiv des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom. Daneben gibt es unpubliziertes Material in Form einer Mauerdokumentation, von Fotos und Plänen im Archiv der zuständigen Denkmalamtsbehörde (Soprintendenza Speziale per i Beni Archeologici di Napoli e Pompei). Beide Institute haben sich freundlicherweise bereiterklärt, das vorhandene Material zur Einsicht und Auswertung zur Verfügung zu stellen. Dank dieser Grundlagen und den eigenen Beobachtungen vor Ort soll ein neuer Phasenplan erstellt werden. In diesen sollen zudem bisher noch nicht in den Plänen verzeichnete Mauer- und Raumstrukturen sowie Veränderungen der archäologischen Substanz seit der Freilegung einfließen.

Anhand der Raumgrundrisse und sämtlicher weiterer Hinweise, insbesondere der noch erkennbaren Raumausstattung wie etwa Wand und Bodendekoration etc., aber auch Kanälen, wasserdichtem Zement/Putz oder Ähnlichem, sollen die Wertigkeit des Raumes, seine Nutzung und Funktion rekonstruiert werden. Anhand des Archivmaterials ist es zudem im besten Fall möglich, Funde zu rekontextualisieren, was abgesehen von der Raumdekoration ebenfalls Informationen in Hinblick auf seine Wertigkeit geben kann. Außerdem wird der für Baiae wesentliche Faktor „Wasser“ untersucht. Hierbei ist darauf einzugehen, wie Wasserver- und -entsorgung geregelt waren und wo und auf welche Weise Dampf- oder Heißwasserquellen genutzt wurden. Ebenso ist unklar, ob die heilende Wirkung des Thermalwassers und der Umstand, dass der Ort schlicht „chic“ war, die wesentlichen Gründe für einen Besuch waren oder ob es noch andere zu berücksichtigende Gesichtspunkte gibt. Dazu soll durch die Zusammenfassung und gezielte Untersuchung aller Schriftquellen, die auf Baiae Bezug nehmen, nicht nur die Bedeutung des Ortes gezeigt werden, sondern versucht werden, weitere Informationen bezüglich der Nutzung und Funktion der sichtbaren Räumlichkeiten zu erhalten.

Um die Fragen zu klären, ob es identische Strukturen beziehungsweise heilbadspezifische Bauformen gibt und welche Rolle die topographische Situation vor Ort und die thermalen und vulkanischen Aktivitäten der phlegräischen Felder für die architektonische Ausgestaltung der Badeanlage spielen, werden der freigelegte Komplex und seine Gebäude mit anderen bekannten römischen Heilbädern verglichen[2]. In diesem Zusammenhang sollen insbesondere die besonderen Bauformen vor Ort, wie etwa die Kuppelbauten, untersucht und ihre funktionale Rolle im Gesamtkontext des Heilbadeortes geklärt werden.

Abbildungsnachweis

Abb. 1) Döring 2012, 113, Abb. 3.74.

Abb. 2.) Yegül 1996, 141, Fig. 5.





[1] Vgl. Brödner 1983, 163–167; Heinz 1983, 158–165.

[2] Als Beispiele können die Thermen von Abano in Veneto, Aquae Passerianae in Etrurien, Acquae Albulae bei Tivoli, Acqui Terme, Agnano, Civitavecchia (Aquae Taurini), Aquae Cutiliae, Sinuessa, Terracina (Anxur) in Latium, Vicarello (Aquae Apollinares) und Viterbo in Etrurien in der Nähe des Sees Bracciano.

 

 

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