Graduiertenkolleg Formierung und Selbstdarstellung städtischer Eliten in den Provinzen des römischen Reiches: Abschlussbericht

1. Allgemeine Angaben

Die oben genannte Bezeichnung des Kollegs hat sich im Zeitraum der Förderung von ihrem Beginn im Juli 1991 bis zu ihrem Ende im Juni 2000 nicht verändert. Der Sprecher war durchgehend Prof. Dr. Henner von Hesberg. Am Kolleg beteiligt waren als Fachgebiete die Alte Geschichte, die Archäologie der römischen Provinzen, die Klassische Archäologie und die Papyrologie und Epigraphik.


2. Auflistung der beteiligten Doktorand(inn)en:

a) Stipendiat(inn)en

  1. Alexandrescu, Cristina
    unpubliziert: Die Musikbläser und Standartenträger im römischen Heer. Untersuchung zu Benennung, Funktion und Ikonographie (unpublizierte Dissertation Universität Köln SoSe 2004).

    Projektbeschreibung
    Förderzeitraum: Aug. 1999 –Juni 2001

  2. Altjohann, Michael
    unpubliziert: Das spätrömische Kastell Boiotro / Passau-Innstadt (unpublizierte Dissertation Universität Köln SoSe 1998).
    Projektbeschreibung
    Förderzeitraum: Apr. 1996 – Juni 1998

  3. Baums, Julietta
    abgebrochen: Städtische und ländliche Heiligtümer römischer Zeit im Treverergebiet.
    Förderzeitraum: April 1993 – Okt. 1994

  4. Berns, Christof
    publiziert: Untersuchungen zu den Grabbauten der frühen Kaiserzeit in Kleinasien, AMS 51 (Bonn 2003).
    Förderzeitraum: Dez. 1993 – Nov. 1996

  5. Breuer, Stefan
    publiziert: Sand und Status. Munizipale Oberschichten in Brixia und Verona (Bonn 1996).
    Förderzeitraum: Jan. 1992 – Dez. 1994

  6. Cramme, Stefan
    publiziert: Die Bedeutung des Euergetismus für die Finanzierung städtischer Aufgaben in der Provinz Asia (Köln 2001).
    Förderzeitraum: Okt. 1992 – Sep. 1995

  7. Dexheimer, Dagmar (verh. Löttgen)
    publiziert: Oberitalische Grabaltäre. Ein Betreig zur Sepulkralkunst der römischen Kaiserzeit, BAR 741 (Oxford 1998).
    Förderzeitraum: April 1992 – März 1995

  8. Dittmann, Imogen
    publiziert: Die Berufsvereine in den Städten des kaiserzeitlichen Kleinasiens (Regensburg 2001).
    Förderzeitraum: Feb. 1996 – Jan. 1999

  9. Eich, Armin
    publiziert: Politische Literatur in der römischen Gesellschaft. Studien zum Verhältnis von politischer und literarischer Öffentlichkeit in der späten Republik und frühen Kaiserzeit, Passauer Historische Forschungen 11 (Köln 2000).
    Förderzeitraum: Aug. 1992 bis April 1993

  10. Erkelenz, Dirk
    publiziert: Optimo Praesidi. Untersuchungen zu den Ehrenmonumenten für Amtsträger der römischen Provinzen in Republik und Kaiserzeit (Bonn 2003).
    Förderzeitraum: Nov. 1995 – Sept. 1998

  11. Galli, Marco
    publiziert: Die Lebenswelt eines Sophisten. Untersuchungen zu den Bauten und Stiftungen des Herodes Atticus (Mainz 2002).
    Förderzeitraum: Jan. 1994 – Dez. 1996

  12. Goffin, Bettina
    publiziert: Euergetismus in Oberitalien (Bonn 2002).
    Erster berufsqualifizierender Abschluß: Magister Juli 1994 Bonn
    Förderzeitraum: Nov. 1994 – Okt.1997

  13. Gottschalk, Raymund
    publiziert: Studien zu spätrömischen Grabfunden in der südlichen Niederrheinischen Bucht (Elektronische Ressource UB-Bonn 2003).
    Förderzeitraum: April 1995 – März 1998

  14. Griesbach, Jochen
    publiziert: Villen und Gräber. Siedlungs- und Bestattungsplätze der römischen Kaiserzeit im Suburbium von Rom (Rahden/Westf. 2007).
    Förderzeitraum: Okt. 1998– Jan. 1999; Feb. – Dez. 2000

  15. Köb, Ingrun
    publiziert: Ein Stadtzentrum im Wandel. Untersuchungen zur Funktion und Nutzung des Forum Romanum und der Kaiserfora in der Kaiserzeit (Hamburg 2000).
    Förderzeitraum: April 1998 – Juni 1999

  16. Köse, Veli
    publiziert: Nekropolen und Grabdenkmäler von Sagalassos in Pisidien in hellenistischer und römischer Zeit, Studies in eastern Mediterranean archaeology 7 (Turnhout 2005).
    Förderzeitraum: Okt. 1997 – April 1999

  17. Kramer, Susanne (verh. Willer)
    unpubliziert: Römische Grabbauten des 2. und 3. Jhs. n.Chr. in der Rheinzone.
    Projektbeschreibung
    Förderzeitraum: Juni 1995 – Aug. 1997

  18. Krieckhaus, Andreas
    publiziert: Senatorische Familien und ihre patriae (1. / 2.Jh.n.) (Hamburg 2006).
    Förderzeitraum: Jan. 1998 – Dez. 2000

  19. Küpper-Böhm, Annette
    publiziert: Die römischen Bogenmonumente der Gallia Narbonensis in ihrem urbanen Kontext, KSARP 3 (Espelkamp 1996).
    Förderzeitraum: April 1992 – Feb. 1993

  20. Lehnen, Joachim
    publiziert: Adventus principis. Untersuchungen zu Sinngehalt und Zeremoniell der Kaiserankunft in den Städten des Imperium Romanum (Frankfurt/M. 1997).
    Förderzeitraum: Okt. 1992 – Sept. 1995

  21. Martell, Ingo
    in Arbeit: Römerzeitliche Fibeln aus dem Römisch-Germanischen Museum in Köln.
    Förderzeitraum: Juli 1999 – Juni 2001

  22. Mert, Hakan
    publiziert: Untersuchungen zur hellenistischen und kaiserzeitlichen Bauornamentik von Stratonikeia (Elektronische Resssource UB-Köln 1999).
    Förderzeitraum: März 1995 – Feb. 1998

  23. Miks, Christian
    publiziert: Studien zur römischen Schwertbewaffnung in der Kaiserzeit (Rahden 2007).
    Förderzeitraum: Aug. 1998 – Feb. 2001

  24. Obmann, Jürgen
    publiziert: Die römischen Funde aus Bein bei Nidda-Heddernheim, Schriften des Frankfurter Museums für Vor- und Frühgeschichte 13 (Bonn 1997).
    Förderzeitraum: März 1993 – März 1995

  25. Rose, Hannelore
    publiziert: Die römischen Terrakottamasken in den Nordwestprovinzen, MAR 37 (Wiesbaden 2006).
    Förderzeitraum: März 1997 – Feb. 2000

  26. Rothenhöfer, Peter
    publiziert: Die Wirtschaftsstrukturen im südlichen Niedergermanien. Untersuchungen zur Entwicklung eines Wirtschaftsraums an der Peripherie des Imperium Romanum, KSARP 7 (Köln 2005).
    Förderzeitraum: Aug. 1999 – Dez. 2000

  27. Rumscheid, Jutta
    publiziert: Kranz und Krone. Zu Insignien, Siegespreisen und Ehrenzeichen der römischen Kaiserzeit, Istanbuler Forschungen 43 (Tübingen 2000).
    Förderzeitraum: Juli 1992 – April 1993
    (Rückgabe des Stipendiums wegen Umzug nach Istanbul)

  28. Schenke, Gesa
    publiziert: Schein und Sein. Schuckgebrauch in der römische Kaiserzeit. Eine sozio-ökonomische Studie anhand von Bild und Dokument (Louvain 2003).
    Förderzeitraum: März 1998 – Juni 2000

  29. Schwarz, Martina
    publiziert: Tumula Italia Tellus. Gestaltung, Chronologie und Bedeutung der römischen Rundgräber in Italien (Rahden 2002).
    Förderzeitraum: Sept. 1995 – Sept. 1996; April 1997 – April 1998

  30. Sigges, Bernhard
    publiziert: Vita cognita. Die Ausstattung pompeianischer Wohnhäuser mit Gefäßen und Geräten. Untersuchungen an ausgewählten Beispielen (Elektronische Ressource UB-Köln 2000).
    Förderzeitraum: Aug. 1997 – Feb. 2000

  31. Stoetzel, Dierk
    in Arbeit: Die vorstädtische Besiedlung des römischen Köln.
    Projektbeschreibung
    Förderzeitraum: Sept. 1998 – Juni 2001

  32. Süß, Jürgen
    publiziert: Kaiserkult und Stadt. Kultstätten römischer Kaiser in Asia und Galatia (München 1999).
    Förderzeitraum: Apr. 1992 – März 1993

  33. Thiel, Wolfgang
    publiziert: Studien zum hellenistischen Siedlungswesen in Palästina und Transjordanien. Historische und archäologische Untersuchungen zur städtebaulichen Entwicklung ausgewählter Siedlungen unter den Ptolemäern und Seleukiden (München 2007).
    Förderzeitraum: Aug. 1998 – Feb. 2001

  34. Weiß, Christoph
    publiziert: Die frühkaiserzeitlichen Stadtbefestigungen auf der iberischen Halbinsel. Fortifikatorische Bedeutung und Funktion für das urbane Erscheinungsbild (Köln 1997).
    Förderzeitrum: Apr. 1992 – Mai 1993

  35. Weißer, Bernhard
    unpubliziert: Pergamon unter römischer Herrschaft.
    Förderzeitraum: Jan. 92 – Dez. 1994

  36. Wroblewski, Irmingard
    Zur Rolle der Delatoren im antiken Rom.
    Förderzeitraum: Juni 1992 – Mai 1995


  37. Bopp, Eva
    publiziert: Die antike Wohnkultur des Hauran in Syrien, Orientarchäologie 19 (Rahden 2006).

  38. Ergün, Nazire
    abgebrochen

  39. Fahr, Robert

  40. Hallmann, Britta
    unpubliziert: Die Villa Rustica Hambach 59 ehemals Gemeinde Lich-Steinstraße (unpublizierte Dissertation Universität Köln WS 2001/2002).

  41. Henning, Agnes
    unpubliziert: Die Turmgräber von Palmyra (unpublizierte Dissertation Universität Köln 2001).

  42. Paetz gen. Schieck, Annette
    unpubliziert: Textile Bilderwelten. Wechselwirkungen zwischen Ägypten und Rom. Untersuchungen an 'koptischen' Textilien unter besonderer Berücksichtugung unbearbeiteter Sammlungsbestände in Nordrhein-Westfalen (unpublizierte Dissertation Universität Köln 2002).
    Projektbeschreibung

  43. Peuser, Jens
    in Arbeit: Die Thermen in Qanawat / Kanatha.
    Projektbeschreibung

  44. Tabaczek, Marianne
    unpubliziert: Die Säulenstraßen im Vorderen Orient am Beispiel von Palmyra (unpublizierte Dissertation Universität Köln 2001).
    Projektbeschreibung

  45. Verstegen, Ute
    publiziert: Ausgrabungen und Forschungen in St.Gereon zu Köln, Kölner Forschungen 9,1-2 (Mainz 2006).

  46. Zerres, Jutta
    unpubliziert: Colonia Ulpia Traiana, Insula 37 - Ausgrabungen 1979/80.Studien zur vorcoloniazeitlichen Besiedlung im Bereich des Hafentempels (unpublizierte Dissertation Universität Köln WS 2001/2002).
    Projektbeschreibung


Auflistung der beteiligten promovierten Nachwuchswissenschaftler(innen)

a) Stipendiat(inn)en

  1. Berns, Christof
    Die Nekropolen von Knidos
    Förderzeitraum: Sept. 1997 – Dez. 1998

  2. Fabricius, Johanna
    Die kultische Verehrung der Laren im Römischen Reich
    Förderzeitraum: April – Sept. 1992

  3. Fischer, Günter
    Marmorluxus in den römischen Provinzen
    Förderzeitraum: Okt. 1992 – April 1994

  4. Knittlmayer, Brigitte
    Ausstattungsluxus (Marmor-Kleinfunde) in der Villa von St. Pantaleon
    Förderzeitraum: Mai –Juni u. Okt.-Nov. 1995

  5. Küpper - Böhm, Annette
    Das Nordtor von Köln
    Förderzeitraum: Aug-Sept. u. Nov.-Dez. 1993.

  6. Laxander, Heike
    Die rundplastischen Skulpturen und figürlichen Reliefs aus Qanawat in Südsyrien
    Förderzeitraum: Jan.-Sept. 1999

  7. Lenz, Karlheinz
    Aussagen der römischen Villen in der Kölner Bucht zur Sozialstruktur der Region
    Förderzeitraum: Sept.-Dez. 1995

  8. Lobüscher, Thomas
    Die Erforschung der Umwehrung des Legionslagers von Sarmizegetusa
    Förderzeitraum: April 1996 – Juli 1999

  9. Löttgen, geb. Dexheimer, Dagmar
    Chronologie der Togati in Oberitalien nach datierten Denkmälern
    Förderzeitraum: Nov.-Dez.1996; Juli.-Aug. 1997

  10. Nünnerich-Asmus, Annette
    Heiligtümer auf der iberischen Halbinsel aus der Zeit der Romanisierung
    Förderzeitraum: Jan.-Juni 1997

  11. Obmann, Jürgen
    Die frühkaiserzeitlichen Lager in Neuss
    Förderzeitraum: Juni-Sept. 1996

  12. Oenbrink, Werner
    Die römischen Jagdbecher
    Förderzeitraum: Jan. 1994 – Sept. 1994

  13. Ritter, Stefan
    Hercules-Votive
    Förderzeitraum: Okt. 1992 – März 1993

  14. Weiß, Christoph
    Grabbauten in der Region Jaen (Spanien)
    Förderzeitraum: Juni 1993 – Aug. 1993; Okt. 1994 – April 1995

b.) Kollegiat(inn)en:
(ohne Stipendium des Graduiertenkollegs)

  1. Freigang, Yasmine
  2. Hanel, Norbert
  3. Höpken, Constanze
  4. Klatt, Ute
  5. Köb, Ingrun
  6. Lenz, Karl Heinz
  7. Vandeput, Lutgarde
  8. Zelle , Michael




4. Bilanz des Kollegs

Der Gesamtertrag ließe sich rein numerisch über die Zahl der publizierten Dissertationen und sonstigen Schriften der Kollegiat(inn)en beschreiben. Über sie geben die vorherigen Abschnitte mit den Anlagen Auskunft.
Eine Reihe weiterer Veröffentlichungen ist aus Gemeinschaftsveranstaltungen des Kollegs oder aus Veranstaltungen hervorgegangen, an denen Mitglieder des Kollegs maßgeblich beteiligt waren. Der besseren Übersicht wegen und als Referenzmöglichkeit wegen sei an sie hier am Anfang erinnert:

A. Kolloquien und Ringvorlesungen des Kollegs:

  1. Die römische Stadt im 2. Jh. n.Chr. – Der Funktionswandel des öffentlichen Raumes, Koll. Xanten 1990, Hrgb. H.J.Schalles - H.von Hesberg – P.Zanker, Xantener Berichte 2 (1992)
  2. Münzprägung und städtische Identität am Beispiel der kleinasiatischen Städte des 2. und. 3. Jhs. N.Chr., Dez. 1992, unpubliziert
  3. Was ist eigentlich Provinz? - Zur Beschreibung eines Bewußtseins, Ringvorlesung 1994, Hrsg. W.Eck – H.von Hesberg (1995)
  4. Bestattungssitte und kulturelle Identität, Koll. 1995 in Xanten, Hrsg. P.Fasold - Th.Fischer - H.von Hesberg - M.Witteyer, Xantener Berichte 7 (1998)
  5. Germanen beiderseits des spätantiken Limes, Koll. Xanten 1997, Hrsg. Th.Fischer - G.Precht - J.Tejral (1999)
  6. Das Militär als Kulturträger in römischer Zeit, Ringvorlesung 1997, Hrsg. H.von Hesberg (1999)
  7. Kontinuität und Diskontinuität in den Städten des frühkaiserzeitlichen Kleinasien, Koll. Köln 1998, Hrsg. Ch.Berns – H.von Hesberg – L.Vandeput – M.Waelkens, Beih.BABesch (im Druck)
  8. CCAA – Köln, Die Hauptstadt einer römischen Provinz, Koll. Köln 1998, Hrsg. Th.Fischer - H.Hellenkemper -H.von Hesberg, KJb 32, 1999, 637ff.
  9. Konflikte zwischen kultureller und politischer Identität regionaler Gemeinschaften des Vorderen Orients im späten Hellenismus und der frühen Kaiserzeit, Kolloquium, Köln 2000, Hrsg. A.Henning - H. von Hesberg - K.St.Freyberger, Orientforschungen (im Druck)

B. mit Beteiligung der Kollegiaten:

  1. Ehrungen und Ehrenmonumente römischer Zeit, auf dem Historikertag München 1996, geleitet von W.Eck
  2. Internationaler Bronzekongress. 1999, Hrsg. H.Hellenkemper – H.von Hesberg – R.Thomas
  3. Internat. Kolloquium über Probleme des provinzialrömischen Kunstschaffens 2001, P.Noelke zusammen mit Röm.-Germ.-Museum und dem Archäologischen Institut

    Das ursprünglich im Erstantrag formulierte Forschungsprogramm sah vor, „Wandlungs- und Strukturierungsprozesse der Gesellschaften in den Städten des römischen Reiches" zu thematisieren, wobei die Frage im Mittelpunkt stehen sollte, „welche Faktoren politischer, gesellschaftlicher und kultureller Art die Integration bestimmten und dazu führten, daß sich die neuen Leitbilder überraschend schnell durchsetzten, bzw. weshalb sie in manchen Regionen des Reiches weniger erfolgreich waren“. In der Vorgehensweise sollten Positionen relativiert werden, die allzu sehr die Regionalisierung der einzelnen Provinzen in den Mittelpunkt stellen und die Bedeutung Roms oder lokaler Zentren von überregionaler Bedeutung in ihrer Funktion als Impulsgeber übersehen.

    Das Thema des Kollegs impliziert, daß diese Prozesse entscheidend von den alten und neuen Eliten in den jeweiligen Regionen geprägt wurden. Allerdings blieb der Begriff der „Elite“ eigentlich bis zum Ende des Kollegs weitgehend unscharf, zumal die Unschärfe im Begriff selbst liegt und keine moderne Definition ihn überzeugend klärt. Vielmehr wird ja der Begriff „Elite“ auch für die Moderne vielschichtig verwandt, und dort meist mit der modernen, nicht ständisch organisierten Gesellschaft verbunden, in der die Eliten gegen die „Massen“ stehen (vgl. die Beiträge in H.Berking – J.L.Edvard – H.Schwengel, Vom Verschwinden der Eliten und der Wiederkehr des Elitären, Würzburg 1988). Dabei gehören die „Eliten“ komplementär oder auch antagonistisch zu den soziopolitischen Führungsschichten und begleiten wegweisend Prozesse gesellschaftlicher Veränderung.
    Unter Elite wurden innerhalb des Kollegs auf der einen Seite die traditionellen, aus der römischen Gesellschaftshierarchie vorgegebenen Mitglieder der Führungsschichten verstanden, die in administrativer oder militärischer Funktion in den Provinzen tätig waren. Zu ihnen treten ergänzend weitere Kräfte, z.B. Händler, Handwerker oder später auch Intellektuelle als Lehrer hinzu. Ihre Wirkung wurde z.B. in der Ringvorlesung über das Militär und in dem Kolloquium über Köln thematisiert. Aspekte aus diesem Sektor behandelten für Norditalien die Dissertationen von St.Breuer, B.Goffin, A.Krieckhaus und P.Rothenhöfer, für Griechenland und Kleinasien St.Cramme, I.Dittmann, D.Erkelenz, M.Galli und J.Rumscheid.

    Ein Kolleg von dem begrenztem Zuschnitt, der durch die entsprechenden Institute ja nur einer Universität vorgegeben ist, muß von geographisch definierten Schwerpunkten ausgehen, die vielfach mit den Forschungsgebieten der am Kolleg beteiligten Wissenschaftler(innen) identisch sind. Dennoch war – wie schon angedeutet - das Spektrum in der Summe groß und umfaßte sowohl Provinzen und Regionen im Westen wie im Osten. Im Westen stand Italien, besonders Oberitalien, im Mittelpunkt, dazu das Rheinland und seine angrenzenden Regionen. Dies waren traditionell Schwerpunkte in der wissenschaftlichen Arbeit von W. Eck, P.Frisch, H.Galsterer, H.Hellenkemper, H.von Hesberg, H. Wrede später D.Boschung und Th.Fischer.
    Im Osten standen Kleinasien, Syrien und auch Ägypten im Mittelpunkt des Interesses, bedingt durch vor allem durch die Schwerpunkte der Forschungen von D.Hagedorn, H.Hellenkemper, A.Linfert, G.Petzl, M.Zahrnt und später K.St.Freyberger und Th.Fischer.

    Diese Konstellation erwies sich deshalb als günstig, weil dadurch ganz unterschiedliche Typen von Funktion der Eliten in Augenschein genommen werden konnten. Im Westen sind es im wesentlichen die Anführer und ihre Gefolgschaft in den jeweiligen Stämmen oder den lokalen Gesellschaften, im Osten ist es vor allem die griechisch sprechende Bevölkerung der Städte mit meist lang zurückreichenden Traditionen und einem hohen intellektuellen Bewußtsein.
    Es hätte nahe gelegen, systematisch wie in der Anordnung eines naturwissenschaftlichen Versuchs Arbeiten über denselben Betrachtungsgegenstand in den beiden genannten Untersuchungsgebieten anfertigen zu lassen. Aber eine solche Aufteilung ist lediglich als Modell denkbar und in unserem Fall wegen den unterschiedlichen Bedingtheiten der Überlieferung und den individuellen Interessen der Studierenden nicht zu verwirklichen gewesen.
    Neben den Protagonisten aus den römischen Führungsschichten sind meist auf der anderen Seite die Mitglieder der lokal einheimischen Führungsschichten, ihre Familien und ihre Gefolgschaften in Vorgänge integriert, über die neue Verhaltensmuster auf breiterer Basis im Umfeld der Provinzen etabliert wurden. Dies wurde in der Ringvorlesung über das kulturelle Profil der Provinzen und das Xantener Kolloquium über die Bestattungsformen diskutiert. Dabei ließen sich sehr individuelle Formen der Ausdifferenzierung unterschiedlicher kultureller Muster beobachten, die zu neuen, lokal gebundenen Verhaltensweisen führen.
    Aus diesem Komplex ergaben sich verschiedene Dissertationen, die die materiellen Grundlagen des Reichtums der neuen Eliten zum Thema hatten, z.B. die von J.Griesbach, P.Rothenhöfer und von I.Wroblewski.

    Wichtig sind dann in der Vermittlung der neuen Vorstellungen auch die Prozesse der Einübung, in denen sich die neuen Eliten über das Ritual bestimmte Kompetenzen einüben. J.Lehnen hat es am Beispiel des kaiserlichen Adventus gezeigt, J.Süß sollte es an Hand des Kaiserkultes in Kleinasien erarbeiten (abgebrochen), und hierher gehört auch mit vielen Aspekten die Arbeit von C. Alexandrescu.

    Auf anderer Ebene wird das Problem des Bewußtseins um bestimmte politische Strukturen in der Arbeit von A.Eich angesprochen, und bei I.Köb in eine praktische Ebene transponiert. Öffentlichkeit ist ja eine Frage des Bewußtseins, aber zugleich auch ein konkreter Ort, in dem über die Prozesse sozialer Interaktion die verbindlichen Vorstellungen erlebbar und nachvollziehbar werden.
    Die Mitglieder der Eliten besaßen die Kraft und das Verständnis, für sich die neuen Lebensformen zu schaffen, sie setzten damit aber zugleich auch die Normen, die für ihre Umgebung prägend waren. In diesem Vorgang, in dem zivilisatorische Qualitäten neu verknüpft und damit teilweise neu bestimmt wurden, stand aber nicht jeweils die gesamte Kultur zur Disposition, sondern einzelne Grundformen der römischen Kultur blieben bestimmend und schufen so eine durchgehende und allseits verbindliche Plattform der Kommunikation und der Verständigung.
    Dabei eigneten sich die lokalen Eliten die neuen, römischen Formen der Selbstdarstellung in Kleidung, Schmuck oder auch Waffen sehr unterschiedlich an, wie für die N-W-Provinzen die Arbeiten von N.Ergün, Y.Freigang, R.Gottschalk, S.Kramer, I.Martell, Ch.Miks und J.Obmann zeigten. Vielfach griff man nur Details der römischen Tracht auf und formte lokale Traditionen um. Für den Osten zeichnet sich hingegen ein einheitlicheres Bild ab, wie J.Rumscheid, G.Schenke und A.Paetz, gen.Schieck in ihren Untersuchungen belegen konnten.

    Anders sieht es in der Gestaltung des Raumes der Häuser und des privaten Lebens aus. Hier wären die Arbeiten und Studien von W.Ehrhardt (weiteres DFG-Projekt), G.Fischer, M.Galli, B.Knittlmayer, K.Lenz, A.Nünnerich-Asmus, H.Rose, B.Sigges, D.Stoetzel, M.Zelle und J.Zerres zu nennen, unter denen eine ganze Reihe von Arbeiten Befunden im Rheinland gewidmet waren. Daraus ist schließlich auch eine Ausstellung zum antiken Marmorluxus in den Rheinprovinzen hervorgegangen, die in Köln und Xanten gezeigt wurde. Für den Osten ist hier nur die Arbeit von E.Bopp und die bisher leider unpublizierte Post-doc-Studie von A.Küpper-Böhm zu nennen.
    Ein zentrales Feld der Selbstdarstellung machten Grabritual und –bauten aus. Für den Westen wären dazu die Arbeiten von D.Dexheimer, R.Gottschalk, J.Griesbach, U.Klatt, S.Kramer, M.Schwarz, für den Osten die von Ch.Berns, V.Köse, A.Henning, G. Isin (DAAD) und von W.Oenbrink zu nennen. Dabei wurde z.B. auch in dem begleitenden Kolloquium die Durchdringung von Ritual und Bau in einem ähnlich geartetem Diskurs immer wieder herausgearbeitet.

    Die Gestaltung des öffentlichen Raumes schafft gleichsam die Bühne, auf der sich die neue Gemeinschaft als Einheit darstellen muß. Deswegen kam seiner Qualität besondere Bedeutung zu, meist ist er aber auch in seiner spezifischen Qualität nur schwer erkennbar. Denn vielfach sind die wichtigsten und aussagekräftigsten Befunde zerstört. Die Prozesse der Identitätsfindung verliefen dabei je nach Raum und Zeit ganz verschieden ab. Sie standen im Mittelpunkt der Arbeiten von M.Altjohann, P.Eschbaumer (weiteres Projekt, Thyssen), P.Fontaine (Humboldt), M.Galli, J.Griesbach, N.Hanel, I.Köb, A.Küpper-Böhm, C.Marquez (Humboldt), J.Peuser, Th.Lobüscher, U.Verstegen und J.Zerres für den Westen, und bei H.Mert , M.Tabaczek, W.Thiel, Ch.Weiß, B.Weißer und L.Vandeput (Humboldt) für den Osten. Flankierend kamen die Kolloquien zu Köln und zu Wandel und Kontinuität in den Städten Kleinasiens und zu den Identitätsproblemen in den Städten der arabischen Halbinsel hinzu.

    Dieser Aspekt der regionalen Ausprägung spezifischer Besonderheiten römischer Kultur wird durch die Produktion von Luxus- und Konsumgütern ergänzt. Hier wären nur Arbeiten für den Westen zu nennen wie die von C.Höpken, G.Hübner (weiteres DFG-Projekt), I.Martell, Ch.Miks, J.Obmann, W.Oenbrink, St.Ritter und H.Rose.
    Schließlich wäre noch die Produktion besonderer Güter für religiöse Kontexte wie Votivgaben oder Altäre zu nennen. Hier gab es einige Arbeiten für den Osten des Reiches wie die von J.Fabricius, J.Rumscheid und H.Laxander.
    Als Summe läßt sich auf die Ausgangsfrage des Kollegs keine pauschale Antwort geben. Zu betonen ist die grundlegend unterschiedliche Situation in Ost und West. Daraus ergeben sich unterschiedliche Integrationsprozesse unter völlig anderen Voraussetzungen. In beiden Bereichen sind aber als gemeinsame Erscheinung die erstaunliche Toleranz und Integrationsfähigkeit des römischen Herrschaftsystems zu erkennen, daß unter dem Dach der Identifizierung mit dem Reich und dem Kaiser viele weitere, individuelle Gruppierungsformen mit eigenen Identitäten möglich waren. Dabei aber war die römische Kultur in ihrer Komplexität offenbar so attraktiv, dass niemand erkennbar Widerstand gegen sie leistete, selbst wenn er es politisch und militärisch tat.

    Starke Impulse gingen von dem Studienprogramm aus, weil dort vor allem auch Gastwissenschaftler aus dem Ausland integriert werden konnten. Zu nennen wäre u.a. Belgien, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Rumänien und Israel. Zu den Gastvorträgen kamen aber eine Fülle weiterer Kolleginnen und Kollegen aus weiteren Ländern hinzu. Zum einen wurden dadurch im Umfeld den Studierenden oder den Postdoktorand(inn)en Beteiligungen an den dortigen Forschungsaktivitäten ermöglicht, zum anderen wurden aber auch bisher nur wenig bekannte Befunden oder Interpretationen bekannt, z.B. lokale Romanisierungsprozesse von sehr unterschiedlich verlaufender Dynamik. Die Papyruszeugnisse aus der Negev zeigten z.B. (H.Cotton), wie einheimische Rechtsformen schrittweise durch römische überlagert wurden und sich darin auch der Familienverband neu definiert. Für Pannonien ließ sich die Koexistenz einheimischer und römischer Siedlungsformen auf engstem Raum belegen (D.Gabler), wie es für die Rheinlande zur gleichen Zeit, nur in anderer Form der Durchdringung zu beobachten ist. Die Aufführung aller Beiträge würde hier zu weit führen, aber in der Summe haben sie den Horizont der am Kolleg beteiligten Studierenden und Wissenschaftler erweitert in einer Weise, die geradezu als Qualitätssprung zu verstehen ist. Im Umfeld wurden die Aktivitäten des Kollegs durch weitere Stipendien der A.-v.-Humboldt-Stiftung, des DAAD, der Henkel- und der Heinrich-Hertz-Stiftung bereichert, und viele Verbindungen nach Albanien, Belgien, Italien und Spanien wurden zusätzlich geschaffen.

    Die interne Erfolgskontrolle geschah hauptsächlich über die Doktorandenkolloquien, wobei die Promovenden ermuntert und angehalten wurden, auch extern an anderen Universitäten oder auf internationalen Kongressen zu berichten, um so eine Resonanz auf ihre Forschungen, Methoden und Ergebnisse zu erhalten. Hinzu kamen Berichte über die erzielten Ergebnisse, die bei den jeweiligen Fachleitern vorgelegt werden mußten. Ein zentrales Problem lag und liegt im rechtzeitigen Abschluß der Arbeiten. In diesem Feld ist die Bilanz nicht nur positiv, was z.T. auch durch die unübersichtlichen Materialgruppen bedingt ist, durch frühzeitigen Einstieg in die Berufstätigkeit und andere Faktoren mehr. Einigen, wenigen Studierenden wurde auch direkt der Abbruch des Promotionsstudiums nahe gelegt, da die Berichte keinen befriedigenden Abschluß erwarten ließen.

    Die Kooperation war auf verschiedenen Ebenen außerordentlich ergiebig. Innerhalb der Hochschule hat sie die ohnehin schon guten Verbindungen zwischen dem Institut für Altertumskunde und dem Archäologischen Institut verbessert, was in eine großen Zahl gemeinschaftlich ausgerichteter Lehrveranstaltungen und einer engen Absprache in technischen Fragen zum Ausdruck kam. Diese Art des Austausches bildete auch die Grundlage in der Strukturierung der Philosophischen Fakultät, in der auch in Zukunft die Institute eng verbunden bleiben werden. Zugleich wurde durch das Kolleg der enge Zusammenschluß der Klassischen Archäologie mit der Archäologie der römischen Provinzen erreicht. Die Professur für Provinzialrömische Archäologie wurde erst durch Umwidmung geschaffen und auch dann erst nach gewissen Mühen, u.a. einer zweiten Ausschreibung, besetzt. Inzwischen haben sich beide Archäologien, die sonst an keinem anderen Institut an einer deutschen Universität zusammengeschlossen sind, eng aufeinander abgestimmt. Das schlägt sich wiederum in einer Fülle von den Dozenten beider Fächer gemeinschaftlich ausgerichteter Lehrveranstaltungen nieder, aber auch in Publikationen, gemeinschaftlichen Grabungen (Qanawat/Syrien) und einer gegenseitigen Schärfung in den Methoden. So profitieren auch diejenigen Studierenden des Instituts, die an den klassisch-archäologisch ausgerichteten Grabungen in Selinunt (Sizilien) und Ostia (Hafen bei Rom) teilnehmen, von der Kenntnis der Methoden des Nachbarfaches.

    Über das Kolleg oder in seinem Umfeld wurde eine Reihe von dauerhaften Verbindungen aufgebaut, die jetzt auch deutlich über das Ende des Kollegs hinauswirken. Unter ihnen wäre der enge Austausch mit der Universität Leuwen in Belgien zu nennen und damit die Verbindung zu den belgischen Grabungen in Sagalassos, die grundlegend innovativ die ganze Komplexität menschlicher Kultur mit Hilfe eines breiten Spektrums naturwissenschaftlicher Methoden zu erfassen suchen. Dieser Austausch wurde zusätzlich von der A.-von-Humboldt-Stiftung und vom DAAD unterstützt und hat z.B. zu gemeinschaftlichen Promotionen und gemeinschaftlich ausgerichtetem Kolloquium geführt Als Folge ergab sich, daß auch eine ganze Reihe von Studierenden und Wissenschaftler(inne)n aus der Türkei am Institut wirkten.

    Durch die enge Verbindung mit dem Leiter der Station Damaskus des Deutschen Archäologischen Instituts, Herrn Prof.Dr.K.St.Freyberger, konnte eine ganze Reihe von Projekten initiiert werden, u.a. die Grabung in Qanawat, Bauaufnahmen in Palmyra, Dokumentationen von Skulpturen im Museum von Souweida und eine Reihe weiterer, stärker isolierter Arbeiten wie die Erforschung der Wohnbauten im Hauran oder der Siedlungsstruktur im Jordangebiet. Die Arbeiten wurden zusätzlich von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert. Eine Art Zwischenbilanz gibt ein in Köln durchgeführtes internationales Kolloquium, an dem auch Wissenschaftler vor allem aus Frankreich und Polen teilnahmen, da sie traditionell in der Region stark vertreten sind. Auch zu Israel besteht durch das Forschungsprojekt von W.Eck eine Fülle von Verbindungen, die sich wiederum in engen Kontakten und gemeinschaftlich durchgeführten Seminaren niedergeschlagen hat.
    Ein Forschungsprojekt, das von Frau Hübner mit Hilfe der DFG im griechischen Patras (als wichtiger römischer colonia) initiiert wurde, begann vielversprechend, scheiterte aber letztendlich an mangelndem Verständnis und dem Widerstand der griechischen Kollegen. Eine dauernde und vor allem vertrauensvolle Zusammenarbeit ist nicht möglich. Sie hat sich auf anderem Wege mit der Universität Thessaloniki ergeben.
    Ein reiches Spektrum an Kooperationen ergab sich hingegen mit Wissenschaftler(inne)n in Italien, wobei besonders neben Rom, Pompeji und Oberitalien (Verona, Bologna, Genua) zu nennen wären.
    Gleiches gilt für Cordoba in Spanien.
    Kontakte mit dem Antikendienst in Algerien, die über das Kolleg initiiert wurden, sind wegen der Lage im Land nur eingeschränkt ausbaufähig.
    Schon früher bestehende Kontakte mit Rumänien wurden systematisch ausgestaltet, so daß es jetzt sogar mit Hilfe der Fritz Thyssen Stiftung eine Beteiligung des Archäologischen Instituts an den Grabungen in Sarmizegetusa gibt, und auch andere Projekte gemeinsam im Verbund mit Kollegen an der Humboldt-Universität in Berlin durchgeführt werden. Ähnliche Verbindungen bestehen vor allem von seiten der Kollegen und Studierenden der Archäologie der römischen Provinzen zu Ungarn und Österreich.
    Die enge Verbindung mit den Kollegen in der Slowakei, vor allem in der Akademie von Bratislava, hat seinen Niederschlag in dem genannten Xantener Kolloquium über den spätrömischen Limes gefunden.
    In diesem Zusammenhang noch das Römisch-Germanische-Museum in Köln und die Institutionen der Bodendenkmalpflege im Rheinland zu erwähnen, mag vielleicht überflüssig erscheinen. Aber gerade in diesem Bereich hat die Tätigkeit des Kollegs in vieler Hinsicht strukturierend gewirkt. Es liegt nun eine große Menge an Materialien bearbeitet vor, damit aber haben sich bestimmte Fragestellungen etabliert, die auch für die Zukunft noch wirken werden. Im Umfeld des Kollegs wurden die Anfänge und die Monumentalisierung des römischen Köln oder auch die der römischen Stadt Xanten grundlegend neu erarbeitet. Das Kolleg gab aber auch neue Formen der Arbeitsorganisation in diesem Bereich vor, die als Muster übernommen wurden und noch weiterhin angewandt werden, z.B. in der Vergabe der Stipendien durch Drittmittelgeber, in der Bündelung der Arbeiten und der Kombination verschiedener Aktivitäten zur Lösung eines Forschungsproblems.
    Es erwies sich dabei als überaus vorteilhaft, über die Möglichkeit eines Postdoktorandenplatzes zu verfügen. Darüber konnten sich Absolvent(inn)en auf ein bestimmtes Thema vorbereiten, bis dann die notwendigen Mittel von anderer Seite für eine längere Arbeitsphase eingeworben werden konnten. Diese durch das Kolleg ermöglichten flexiblen Strukturen haben sich dann auch sehr positiv auf das Umfeld ausgewirkt.

    Das Kolleg hatte auf die Neugestaltung der Promotion an unserer Hochschule nur geringen Einfluß. Dabei sollte bedacht werden, daß es sich um die alte Philosophische Fakultät mit allen Fächern handelt, insgesamt also sehr unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden müssen. Immerhin aber ging die Initiative, die Disputatio neben der Prüfung in drei Fächern als alternative Form des Abschlusses einzuführen, auch auf Erfahrungen im Kolleg zurück. Für Studierende aus dem Ausland ist es kaum zumutbar, die notwendigen Grundlagen für die Dreifächerprüfung in einem angemessenen Zeitrahmen zu schaffen.
    Gerade für kleinere Fächer in den Geisteswissenschaften wäre bei der Gestaltung eines Kollegs die Verbindung mit anderen Fächern, die an anderen Universitäten vertreten sind, in einem engen Austausch ein großer Gewinn. In eingeschränktem Maß war es auch bei dem Kölner Kolleg in Verbindung mit Bonn und Düsseldorf möglich, aber es wäre auch ein noch engerer Verbund denkbar gewesen.
    Ferner wäre eine gewisse, über Mittel des Kollegs ermöglichte Mobilität des Sprechers oder einzelner Hochschullehrer hilfreich gewesen. Es ist nachzuvollziehen, dass einem Wissenschaftstourismus nicht Vorschub geleistet werden soll. Dennoch gab es bei der Betreuung Studierender, den Absprachen mit Partnern im Ausland und ähnlichen Situationen einen Bedarf, daß einzelne beteiligte Hochschullehrer einzeln reisen könnten.
    Zum Schluß sei aber jenseits dieser Hinweise vor allem denen gedankt, die die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt haben, der DFG und dem Land Nordrhein-Westfalen, und darüber hinaus denen, die die Arbeit des Kollegs fachlich begutachten und administrativ betreuen mußten.

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