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Ing. Stefan Pircher B.A. M.A.

E-Mail: spircherSpamProtectionuni-koeln.de

Dissertationstitel: "Die Gräber intra muros in der Colonia Ulpia Traiana (Xanten)" (Arbeitstitel)

 

Lebenslauf

  • Zwischen 2008 und 2013 Bautechniker sowie Bauleiter bei verschiedenen Baufirmen
  • 2011 – 2015 Bachelorstudium Classica et Orientalia an der Universität Innsbruck (Thema der 1. BA Arbeit: Der römische Limes entlang der unteren Donau im 1. Jh. n. Chr./Betreuer: Gerald Grabherr; Thema der 2. BA-Arbeit: Frumentum pecuniaque. Die Situation der Provinzialbevölkerung 68/69 n. Chr./Betreuer: Christoph Ulf).
  • 2015 – 2017 Masterstudium Archäologien an der Universität Innsbruck (Thema der Masterarbeit: Ripa Danuvii Raetiae et Norici/Betreuer: Gerald Grabherr).
  • 2015 – 2018 Masterstudium Alte Geschichte (MA-Arbeitsthema: FIDES EXERCITVVM. Die Rolle der Legionen von Rhein und Donau 68/69 n. Chr./Betreuerin: Kordula Schnegg).
  • 2016 und 2017 Technischer Grabungsleiter der Lehrgrabung der Universität Salzburg in Pfongau/Neumarkt am Wallersee.
  • Seit 2016 Technischer Grabungsleiter der Lehrgrabung der Universität zu Köln in Xanten (Insula 22).
  • Seit Januar 2018 Dissertationsstudium an der Universität zu Köln (Arbeitstitel der Dissertation: Die Gräber intra muros in der Colonia Ulpia Traiana/Betreuer: Eckhard Deschler-Erb).

Projektbeschreibung

Die im heutigen Stadtgebiet von Xanten gelegene Colonia Ulpia Traiana (CUT) wurde unter Kaiser Traian (98–117 n. Chr.) als ca. 73 Hektar große Planstadt mit orthogonalem Straßennetz angelegt. Der Zeitraum unmittelbar nach ihrer Gründung (98/99 n. Chr.) kann als Blütezeit der römischen Stadt angesehen werden, wie die Funde und Befunde aus dem 2. Jh. n. Chr. belegen. Einen Einschnitt in die Siedlungskontinuität erlebte die CUT in der zweiten Hälfte des 3. Jh. n. Chr., wo eine Reduktion des urban genutzten Bereiches beobachtet werden konnte. Zu Beginn des 4. Jh. wurde die Besiedelung in der coloniawiederaufgenommen, welche sich auf die neun zentralen Insulae (ca. 20 Hektar) beschränkte. Gegen Ende des 4. Jh. n. Chr. wurde die römische Stadt endgültig aufgegeben und verlagerte sich auf den bereits bestehenden Zivilbereich der späteren mittelalterlichen Stadt Xanten, rund um den späteren Dom zu St. Viktor.

Eine Siedlungstätigkeit auf dem Gebiet der coloniakann bereits für das 1. Jh. n. Chr. nachgewiesen werden, welche im Zusammenhang mit der Rheinhafenanlage und den Legionslagern auf dem Fürstenberg steht. Dendrochronologische Untersuchungen der Kaianlagen belegen das Jahr 45 n. Chr. und somit eine römische Aktivität für die erste Hälfte des 1. Jh. n. Chr. Diese Phase der ältesten römischen Besiedelung kann vielerortsin der CUT beobachtet werden: Neben dem Hafenbereich, speziell im Bereich des Forums und des Kapitols des 2. Jh. n. Chr. sowie auf den nordwestlich bzw. nordöstlich gelegenen Insulae 15 und 22. Vermehrt gab es Versuche das vorcoloniazeitlich genutzte Areal mittels der Befunde und Funde des 1. Jh. n. Chr. einzugrenzen, doch konnten bis dato keine eindeutigen Ergebnisse präsentiert werden. Diese Problemstellungen können letztlich nur über die Ausdehnung der im entsprechenden Zeitraum bewohnten Areale geklärt werden, die sich anhand der Lage der Nekropolen rekonstruieren lassen. In römischer Zeit wurde in der Regel extra murosbestattet, wodurch sich eine Auswertung der römischen Gräber innerhalb des Stadtgebietes der CUT hervorragend eignet, um die Vorcoloniazeit zu untersuchen. Zudem können durch die Analyse der Funde, der Bestattungsart und der unterschiedlichen Grablegen wichtige Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Zusammensetzung der hier siedelnden Bevölkerung und den Romanisierungsprozess gewonnen werden.

Publikationen

  • St. Pircher, FIDES EXERCITVVM. Die Rolle der Legionen von Rhein und Donau 68/69 n. Chr. In: Jubiläumsschrift Lauriacum 2018, im Druck.  
  • St. Pircher, INTRA MUROS. Vorbericht zur ersten Grabungskampagne des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln auf Insula 22 in der Colonia Ulpia Traiana. Kölner und Bonner Archaeologica 6, 2017, 131–138.
  • St. Pircher, Zwischen Scherben und Mauern. Vorbericht zur zweiten Grabungskampagne des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln auf dem Gelände der Colonia Ulpia Traiana. Kölner und Bonner Archaeologica 7, im Druck.
  • St. Pircher, Im Norden viel Neues. Die Lehrgrabung der Universität zu Köln in der Colonia Ulpia Traiana. Archäologie im Rheinland 2017, im Druck.
  • St. Pircher, Das römische Bad zu Mühldorf. Neues Licht auf eine Fundstelle zwischen Aguntum und Teurnia. In: Akten des 17. Archäologentages in Salzburg, 2018, im Druck.
  • St. Pircher, Wo ein Bad, da auch eine Siedlung. Vorbericht zur ersten Ausgrabungskampagne in der vorrömischen/römischen Ansiedlung auf der Haselangerwiese in Mühldorf im Mölltal. Carinthia I 208, 2018, im Druck.