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14.10.2017

Skulpturenausstattung und Architekturdekor der Villa A von Oplontis

Im Depot von Oplontis. Bildnachweis: Foto Caterina Parigi.

Die beiden römischen Villen A und B von Oplontis am Golf von Neapel sind seit 1967 systematisch ausgegraben und inzwischen durch eine Reihe von Vorberichten publiziert worden. Dabei galt das Interesse vor allem der aufwendig ausgeschmückten Villa A, die vom Ausgräber Alfonso de Franciscis als Villa der Kaiserin Poppaea (ca 30–65 n.Chr.), der Gattin Neros, identifiziert worden ist. Die intensive Diskussion der Besitzerfrage hat gute Argumente ergeben, dass die Villa zum Besitz der in Pompeji nachgewiesenen Familie der Poppaea gehörte, den Beweis einer direkten Zugehörigkeit zu kaiserlichem Eigentum hat sie bisher aber nicht erbringen können.

Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass die Villa A bei der Verschüttung im Jahre 79 n.Chr. nicht bewohnt war, sondern vielmehr umgebaut werden sollte. Auch die Skulpturausstattung sollte im Zuge der Renovierungsarbeiten offensichtlich erneuert werden, wie die Fundumstände vermuten lassen. So war eine Gruppe von Kentaurenstatuetten aus Marmor von ihren Standorten im Nordgarten des westlichen Bereichs entfernt und in der Gartenportikus deponiert worden, „wohl in Erwartung einer Zweitverwendung“ (V. Kockel). Dagegen fanden sich im östlichen Gebäudetrakt zahlreiche Skulpturen in situ, doch verweisen auch hier die z.T. leeren Postamente auf eine laufende Umgestaltung.

Die bisherigen Forschungen zur „Villa der Poppaea“ galten vor allem den Wandmalereien und der Gartengestaltung. Für die Skulpturen fehlt bis jetzt eine detaillierte photographische Dokumentation und eine eingehende Besprechung. Sie sind umso wichtiger, als viele der Skulpturen Reparaturen aufweisen, die Hinweise auf Wiederverwendung geben. Nicht vollständig erfasst ist zudem die Architekturornamentik aus Marmor (ca 30 Kapitelle und Kapitellfragmente, 9 Säulenbasen, zahlreiche Gesimsteile und Säulenfragmente). Auch sie soll in den Fotokampagnen erschlossen und katalogartig vorgelegt werden. Auch davon sind Aufschlüsse über Bauphasen und Ausstattungswechsel der Villa A zu erwarten.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Projekts ist Dr. Caterina Parigi.

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