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Zitieranleitungen

1. Zitieren in der Klassischen Archäologie und der Archäologie der römischen Provinzen

In archäologischen Hausarbeiten werden Thesen auf Basis vorhandener Vorarbeiten (Literatur, Abbildungen, Internetquellen usw.) und besonders der Quellen (antike Autoren, Bauwerke, Münzen, Inschriften etc.) entwickelt oder überprüft. Ein Zitat dient daher nicht nur dem Nachweis von Fakten, sondern auch der der Abgrenzung zwischen Gedanken und Erkenntnisse Dritter zu den eigenen. Das korrekte Zitat garantiert die Nachvollziehbarkeit des Arguments und schützt das geistige Urheberrecht Dritter. Die Missachtung von Zitierrichtlinien verstößt gegen die wissenschaftliche Ethik und kann von Punktabzug in der Notengebung bis hin zur Exmatrikulation bei nachweislichem Plagiatsversuch führen.

Jede wissenschaftliche Disziplin hat ihre eigenen Zitiernormen/Zitierrichtlinien. In der Klassischen Archäologie gibt es verschiedene Zitierrichtlinien in verschiedenen Ländern und auch für verschiedene Universitäten. In der deutschsprachigen Klassischen Archäologie wird nach den Richtlinien für Publikationen des Deutschen Archäologischen Instituts zitiert. Die provinzialrömische Archäologie hingegen zitiert nach den Richtlinien der Römisch-Germanischen Kommission.

Es ist zwischen wörtlichen (direkten) und sinngemäßen (indirekten) Zitaten zu unterscheiden. Bei einem wörtlichen Zitat wird eine Textpassage in exakter Wortfolge inklusive Zeichensetzung und Rechtschreibung wiedergegeben. Dieses Zitat wird mit doppelten Anführungszeichen vom übrigen Text abgegrenzt und Auslassungen gekennzeichnet. Bei einem sinngemäßen Zitat werden nur die Gedanken des ursprünglichen Textes in eigenen Worten wiedergegeben (paraphrasiert).

ACHTUNG: Dies ist die häufigste Fehlerquelle beim Zitieren. Auch umformulierte Gedanken oder Übersetzungen aus Fremdsprachen sind Zitate, die kenntlich gemacht werden müssen!

2. Fußnoten (Autor-Jahr-System)

Es ist heute üblich, in den Fußnoten mit dem Autor-Jahr-System zu arbeiten. Dabei werden die vollständigen bibliographischen Angaben nicht in den Fußnoten genannt, sondern nur mit einem Kurzzitat darauf verwiesen. Diese Kurzzitate werden im Literaturverzeichnis aufgelöst. Das Kurzzitat besteht aus dem Nachnamen des Autors und dem Erscheinungsjahr. Jede Fußnote beginnt mit einem Großbuchstaben und endet mit einem Punkt. Verschiedene Themenbereiche in einer Fußnote können durch die Kombination von Punkt und Gedankenstrich mit Leerzeichen getrennt werden.

Autoren: Zwei Autoren werden mit Gedankenstrich und umgebenden Leerzeichen verbunden; bei mehr als zwei Autoren wird nur der erstgenannte mit dem Zusatz u. a. angegeben.

Erscheinungsjahr: Mehrere Publikationen eines Autors mit gleichem Erscheinungsjahr werden durch Buchstaben (a; b; c etc.) nach der Jahreszahl unterschieden. Mehrere Kurzzitate innerhalb einer Fußnote werden mit einem Semikolon getrennt.

Beispiele:

25 Kossack 1987a, 110; Kossack 1987b, 203. – Gegenteilige Meinung bei Bergmann 1999, 14.
26 Mansel 1975, 70 Abb. 29. 30; 81 Abb. 43. 45.

3. Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis die Kurzzitate des Autor-Jahr-Systems aufgelöst. Im Unterschied zu einer Bibliographie wird nur die tatsächlich in der Arbeit verwendete Literatur angegeben. Dabei wird die Literatur mit vollständiger bibliographischer Angabe in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen der jeweiligen Autoren aufgeführt. Die bibliographischen Angaben sind diejenigen Angaben, die notwendig sind, um eine Monographie, einen Zeitschriftenbeitrag etc. eindeutig zu identifizieren. In einem gesonderten Abbildungsverzeichnis werden die Abbildungen nach dem Vorbild des Literaturverzeichnisses mit der exakten Seitenzahl und Abbildungsnummer angegeben.

Beispiele:

Bosch 1935
C. Bosch, Die kleinasiatischen Münzen der römischen Kaiserzeit II 1, 1 (Stuttgart 1935)

Zanker 2003
P. Zanker, Augustus und die Macht der Bilder 4(München 2003)