zum Inhalt springen

10.10.2017

Elusa (Haluza) - Vom nabatäischen Handelsstützpunkt zur spätantiken Metropole im nördlichen Negev

Die von den Nabatäern begründete Stadt Elusa (Haluza) liegt am nördlichen Rand der Wüste Negev und wurde wahrscheinlich im 3./2. Jh.v.Chr. als Karawanenstation auf der von Petra kontrollierten Weihrauchstraße von Arabien zum Mittelmeer gegründet. Sie entwickelte sich in der römischen Kaiserzeit und Spätantike zum größten urbanen Zentrum der Region. Begünstigt durch ein hoch entwickeltes Wassermanagement und möglicherrweise eine Feuchteperiode zwischen dem 3. und 6. nachchristlichen Jahrhundert entstand im nördlichen Negev in diesem Zeitraum eines der produktionsstärksten Weinanbaugebiete des östlichen Mittelmeerraums mit weitreichenden Handelsverbindungen. Elusa war sein administratives und wirtschaftliches Zentrum mit dem einzigen Theater der Region, großen Thermen, eigenem Bischofssitz sowie einer berühmten Rhetorikschule. Die Stadt gehört heute zum Unesco-Weltkulturerbe 'Weihrauchstraße'. Die etwa 45 Hektar umfassende Siedlung liegt mit ihren ausgedehnten Nekropolen weitgehend unerforscht unter dem Wüstensand und wurde bislang nur in wenigen Einzelaspekten untersucht. Ihre Struktur und Entwicklung zwischen dem 3. Jh.v. und 8. Jh.n.Chr. sind nahezu unbekannt. Das 2015 begonnene Projekt zielt auf eine ganzheitliche Untersuchung der Stadt und ihres Umlandes mittels verschiedener nicht-invasiver Methoden, gezielter stratigraphischer Ausgrabungen und umfangreichen Materialanalysen.

Verantwortlich:

Koordination:

Kooperationen:

Förderung:

Kurzinformationen unter Aktuelle Forschungen:

Publikationen:

  • M. Heinzelmann - T. Erickson-Gini, Elusa - eine nabatäische Metropole im nördlichen Negev. Vorbericht zu den Kampagnen 2015 und 2016, Kölner und Bonner Archaeologica 5, 2015, 111-136
  • N. Pickartz - B. Tezkan - M. Heinzelmann, Geophysikalische Multimethodenprospektion des archäologischen Fundorts Elusa (Israel). Vorbericht zu den Kampagnen 2015 und 2016, Kölner und Bonner Archaeologica 5, 2015, 137-152
  • M. Heinzelmann - T. Erickson-Gini - Ch. Schöne - F. Jordan, Elusa. Vorbericht zu den Kampagnen 2017 und 2018, Kölner und Bonner Archaeologica 7, 2017, 99-124
  • Ch. Schöne – M. Heinzelmann – T. Erickson-Gini - D. Wozniok, Elusa- Urban Development and Economy of a City in the Desert, in: A. Lichtenberger - O. Tal - Z. Weiss (Hrsg.), Judaea/Palaestina and Arabia: Cities and Hinterlands in Roman and Byzantine Time. Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology 22.-26.5.2018, Band 8.1 (Heidelberg 2019) 147-160
  • Ch. Schöne - M. Heinzelmann - T. Erickson-Gini - F. Jordan, Elusa. Vorbericht zur Kampagne 2019, Kuba 8, 2018 (im Druck)
  • L. di Segni, A new inscription from Haluza, Kölner und Bonner Archaeologica 8, 2018 (im Druck)

Qualifikationsarbeiten:

  • N. Pickartz, Durchführung und Auswertung von geophysikalischen Messungen auf der archäologischen Fundstelle Elusa (Master 2014)
  • Ch. Schöne, Forschungsgeschichte und Topographie von Elusa (Bachelor 2016)
  • S. Lehnig, Auswertung der Tierknochenfunde (Master 2016)
  • D. Wozniok, Auswertung des Oberflächensurveys (Master 2017)
  • Ch. Schöne, Elusa. Urbanistische Untersuchungen einer antiken Metropole im Negev (Master 2018)
  • Ch. Schöne, Stadt und Mikroregion im nördlichen Negev. Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte einer Wüstenrandregion (Dissertationsprojekt, seit 2019)
  • F. Jordan, Untersuchungen zur christlichen Sakraltopographie von Elusa (Dissertationsprojekt Bonn, seit 2019)
  • D. Wozniok, Abfallorganisation und ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Städte in der Kaiserzeit und Spätantike (Dissertationsprojekt, seit 2019)