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Klassische Archäologie

Prof. Dr. Michael Heinzelmann

Lehrstuhl für Klassische Archäologie, Geschäftsführender Direktor

Sprechzeiten: Dienstag 14-16 Uhr, obligatorische Terminabsprache via Email
Dienstzimmer: 114

Tel.: +49-(0)221-4701962
Fax: +49-(0)221-4705099
Email: michael.heinzelmann(at)uni-koeln.de


Forschungsschwerpunkte

  • Hellenistisch-römische und spätantike Archäologie
  • Urbanistik, Architektur
  • Handel, Wirtschaft
  • Bestattungswesen
  • Landschaft, Umwelt
  • Einsatz naturwissenschaftlicher und informationstechnischer Methoden
  • zahlreiche Feldforschungsprojekte, u.a. in Italien, Albanien, Ägypten und Israel

Detaillierte Informationen

Laufende Forschungsprojekte

Elusa (Haluza) - Vom nabatäischen Handelsstützpunkt zur spätantiken Metropole im nördlichen Negev

Die von den Nabatäern begründete Stadt Elusa (Haluza) liegt am nördlichen Rand der Wüste Negev und wurde wahrscheinlich im 3. Jh.v.Chr. als Karawanenstation auf der von Petra kontrollierten Weihrauchstraße von Arabien zum Mittelmeer gegründet. Sie entwickelte sich in der römischen Kaiserzeit und Spätantike zum größten urbanen Zentrum der Region. Begünstigt durch eine Feuchteperiode zwischen dem 3. und 6. nachchristlichen Jahrhundert entstand im nördlichen Negev in diesem Zeitraum eines der produktionsstärksten Weinanbaugebiete des östlichen Mittelmeerraums mit weitreichenden Handelsverbindungen. Zur Projektseite...

Ansprechpartner: Michael Heinzelmann

ArchAIDE – Archaeological Automatic Interpretation and Documentation of Ceramics

Keramik ist die zentrale Fundgattung in archäologischen Ausgrabungen, doch erfordert ihre Analyse lange Bearbeitungszeiten und große Aufwendungen. Im Rahmen eines multi-nationalen EU-Projektes wird nun versucht, diesen Bearbeitungsprozess bei der

Bestimmung von Keramik durch (semi-)automatisierte Prozesse wesentlich zu beschleunigen. Ziel ist es, durch die Entwicklung spezieller Erkennungsprogramme Fotografien von Scherben mit webbasierten Referenzdatenbanken abzugleichen und so in kurzer Zeit eine Bestimmung der Keramikfragmente zu ermöglichen. Das Kölner Teilprojekt innerhalb von ArchAIDE beschäftigt sich mit dem Aufbau der Referenzdatenbank. Zur Projektseite...

Ansprechpartner: Michael Heinzelmann, Michael Remmy

Der Flusshafen von Ostia

Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1630 "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" wird seit 2012 ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben zur Untersuchung des Flusshafens von Ostia durchgeführt. Ausgehend von Erkenntnissen eines früheren Projekts zur Erforschung der unausgegrabenen Bereiche Ostias erfolgen umfangreiche geoarchäologische und geophysikalische Untersuchungen, um weitere Aufschlüsse zum bislang praktisch unbekannten Hafensituation Ostias zu gewinnen. Zur Projektseite...

Ansprechpartner: Michael Heinzelmann

Der Bronzedachstuhl der Vorhalle des Pantheon in Rom

Das Pantheon in Rom gehört zu den ungewöhnlichsten Bauten der Antike. Neben der berühmten Kuppel besaß es eine weitere Sensation römischer Ingenieurskunst: einen vollständig aus Bronze gefertigten, 180 Tonnen schweren Dachstuhl über der Vorhalle. Er war bis 1625 intakt geblieben, bis er von Papst Urban VIII. zum Guss von Kanonen abgerissen wurden. Mithilfe älterer Dokumente und Zeichnungen sowie auf der Grundlage von Bauuntersuchungen und naturwissenschaftlichen Analysen eines erhaltenen Bronzeniets wird im Rahmen dieses multi-disziplinären Projekts das antike Dachwerk rekonstruiert sowie seine Bau- und Konstruktionsgeschichte und seine Tragwerkseigenschaften untersucht. Zur Projektseite...

Ansprechpartner: Michael Heinzelmann

Der Muristan in Jerusalem

Der sog. Muristan (von persisch ‚Krankenhaus’) ist ein historisch und topographisch herausragender Bereich im Zentrum der Altstadt von Jerusalem. In der Zeit der Aelia Capitolina befand sich hier das zentrale Forum der unter Hadrian neugegründeten Stadt. Im Mittelalter war er der Gründungsort des Johanniterordens und seines berühmten Hospitals. Ausgehend von Archivalien, den erhaltenen Baubeständen und älterer Ausgrabungen versucht das Forschungsprojekt die Entwicklung des Ortes von der Antike bis ins Mittelalter nachzuzeichnen, wobei der mittelalterliche Johanniterkomplex im Zentrum der Untersuchungen steht. Zur Projektseite...

Ansprechpartner: Michael Heinzelmann

CERAMEGYPT - Pottery production and consumption in Ptolemaic-Roman Egypt

Die Erforschung der in Ägypten in hellenistischer und römischer Zeit produzierten Keramik steht noch weitgehend am Anfang. Im Rahmen eines deutsch-französischen Kooperationsprojekts unternimmt das Archäologische Institut Köln zusammen mit dem Centre d'Études Alexandrines durch den Aufbau einer webbasierten Referenzdatenbank und die Durchführung von geochemischen Analysen mittels portabler Röntgenfluoreszenzanalyse einen Beitrag zum besseren Verständnis der ägyptischen Keramikproduktion zu leisten. Zur Projektseite...

Ansprechpartner: Michael Heinzelmann

Geophysikalische Prospektionen

Geophysikalische Prospektionen gehören inzwischen zum methodischen Standardinstrumentarium in der archäologischen Feldforschung. Das Kölner Archäologische Institut hat daher seit 2008 einen Arbeitsschwerpunkt ArchäoGeophysik eingerichtet. Seitdem werden geophysikalische Prospektionen in Köln systematisch in Forschung und Lehre eingesetzt. Hierbei finden jedes Jahr zahlreiche Prospektionen im In- und Ausland statt. Zur Projektseite...

Ansprechpartner: Michael Heinzelmann

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Ostia – Roms Tor zum Mittelmeer

In der ehemaligen Hafenstadt Roms werden seit 1996 in Kooperation mit der American Academy in Rome und der Soprintendenza per i Beni Archeologici di Ostia Untersuchungen (Geophysik, Luftbildarchäologie, Ausgrabungen) in den bislang noch nicht ausgegrabenen Bereichen durchgeführt. Hierdurch konnten große Teile des Stadtplanes ergänzt, sowie wichtige Entwicklungsschritte der Hafenmetropole nachgezeichnet werden. Derzeit findet die Vorbereitung der Endpublikation sowie die abschließende Analyse der Fundobjekte statt.

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CERAMALEX - Ancient pottery in Alexandria and its Chora

Im Rahmen des DFG-ANR Sonderprogramms zur Förderung deutsch-französischer Kooperationen unternimmt das Archäologische Institut Köln zusammen mit dem Centre d'Études Alexandrines ein interdisziplinäres Projekt zur vernetzten Erforschung und Erschließung hellenistischer und römischer Keramik aus Ägypten. Ausgehend von der stratifizierten Fundkeramik aus jüngeren deutsch-französischen Grabungen in Alexandria, Schedia und Marea sollen systematische keramologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt werden.

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The Bern Digital Pantheon Project

Das Pantheon in Rom gehört zu den berühmtesten und am besten erhaltenen Monumentalbauten der Antike. Unter Trajan ca. 110 n.Chr. begonnen, wurde es unter seinem Nachfolger Hadrian fertiggestellt. Seit dem frühen Mittelalter als Kirche verwendet bildete es seit der Renaissance einen konstanten Bezugspunkt für Architekten und Forscher. Trotz seiner architekturgeschichtlichen Bedeutung ist es bis heute nur teilweise untersucht. In einem interdisziplinären Forschungsprojekt, angesiedelt am Karman Center for Advanced Studies der Universität Bern, wurde 2005-2008 eine umfassende Dokumentation und Erforschung des Baus betrieben, deren Ergebnisse als open source der Forschergemeinde zur Verfügung gestellt werden sollen.

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Aufarbeitung der Fundmünzen von Xanten

In Kooperation mit dem Archäologischen Park Xanten, dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege und der Römisch-Germanischen Kommission Frankfurt

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Nekropolen von Pergamon

Trotz der langen deutschen Forschungstradition in der ehemaligen Hauptstadt der Attaliden, Pergamon, sind die hellenistisch-römischen Nekropolen der Stadt bislang nur unsystematisch untersucht worden. In Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Istanbul widmet sich das Kölner Institut der systematischen Erfassung, Dokumentation und Analyse der Funde und Befunde aus älteren Grabungen. Ziel ist eine monographische Vorlage. Die Studie wird federführend von Frau Dr. Ute Kelp durchgeführt und von der deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

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Colonia 3D - Virtuelles Modell des römischen Köln

keine Beschreibung

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Dimal in Illyrien - Untersuchungen zur antiken Siedlungsgeschichte

Dimal (oder Dimallon) war eine illyrische Bergstadt im Hinterland der griechischen Hafenstadt Apollonia im heutigen Albanien. Die Höhensiedlung bestand vielleicht seit der Eisenzeit und bildete einen der Hauptsitze des Stammes der Parthini. Ihre Blütezeit erlebte sie zwischen dem 4.-1. Jh.v.Chr. Aufgrund ihrer beherrschenden Lage über der Myzequija-Ebene, mit der Dimal den Fernverkehr auf der von Apollonia kommenden Südroute der Via Egnatia bzw. deren Vorgängerstraße ins Hinterland kontrollierte, war es im 1. Makedonischen Krieg hart umkämpft und geriet ab 205 v.Chr. dauerhaft unter römische Herrschaft. Es erlebte zwei Ausbauphasen: im 4./3. Jh.v.Chr. konzentrierte sich die Siedlung auf die Akropolis, die massiv befestigt wurde. Nach der römischen Annexion expandierte die Stadt, erhielt eine größere Stadtmauer und zahlreiche öffentliche Gebäude. Nach einer vermutlich gewaltsamen Zerstörung gegen Ende des 1. Jhs.v.Chr. blieb die Stadt über mehrere Jahrhunderte verlassen, bis es im 5./6. Jh. zu einer Wiederbesiedlung von Teilbereichen kam.

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Oase Siwa – Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur in hellenistisch-römischer Zeit

Trotz ihrer abgeschiedenen Lage bildete die Oase Siwa seit pharaonischer Zeit einen zentralen Kreuzungspunkt wichtiger Karawanenwege und stand in regem Handels- und Kulturkontakt mit dem Niltal, dem Fezzan, der nördlichen Mittelmeerküste und der Kyrenaika. Das in archaisch-klassischer Zeit berühmte Amun-Orakel verhalf ihr zu überregionaler Bedeutung. Spätestens in römischer Zeit wird die Oase zu einem bedeutenden Exporteur von Datteln und Olivenöl. Während sich die bisherhige Forschung vorwiegend auf das Amun-Orakel konzentrierte, ist die Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur der Oase bislang nicht systematisch untersucht worden. Gerade in hellenistisch-römischer Zeit war Siwa viel dichter besiedelt und landwirtschaftlich intensiver genutzt als heute. So lassen sich an den Ufern des heute weitgehend verlassenen Zeytun-See im Osten der Oase zahlreiche antike Siedlungen und Nekropolen lokalisieren. Das in Kooperation mit dem Ägyptischen Antikendienst durchgeführte Projekt strebt eine Untersuchung der Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur des Ostteils der Oase im Umfeld des Zeytun-Sees an. Eine erste Prospektionskampagne wurde im Frühjahr 2009 durchgeführt. Das Projekt ruht derzeit.

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Amiternum – eine archäologische Stadt- und Regionalstudie im zentralen Abruzzenraum

Amiternum, wichtiger Ort der Sabiner im oberen Tal des Aterno und Geburtsstätte Sallusts, wurde bereits um 300 v.Chr. von Rom erobert und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem der wichtigsten Zentren im mittleren Abruzzenraum. Bislang sind eine frühere Höhensiedlung (bei S. Vittorino) sowie eine ausgedehnte Stadtanlage im Tal bekannt, doch fanden nur sporadische Untersuchungen statt. Von 2006 bis 2013 wurden umfangreiche geophysikalische Prospektionen und Surveys durchgeführt und bestehende Bauten (Amphitheater und Theater) mittels Handaufmass, tachymetrischer Vermessung und Laserscanning dokumentiert. Von 2007 bis 2012 wurden zudem gezielte stratigraphische Sondagen in Amiternum und seiner Umgebung durchgeführt. Ziel ist eine möglichst umfassende Untersuchung der Siedlung und ihres Umlandes. Seit Abschluss der Feldarbeiten im Jahr 2013 befindet sich das Projekt in der Auswertungsphase mit Aufarbeitungskampagnen des Fundmaterials.

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Schedia, Alexandrias Hafen am Kanopischen Nil

Mit der Gründung Alexandrias erfolgte auch der Bau eines 30 km langen Kanals zum Kanopischen Nilarm. An seinem Beginn lag Schedia, anfänglich eine Zoll- und Militärposten, später einer der wichtigsten Warenumschlagsplätze Ägyptens. Zur Klärung der Siedlungsgeschichte werden seit 2003, zusammen mit der Universität Göttingen, geophysikalische und geoarchäologische Untersuchungen sowie Ausgrabungen durchgeführt. Eine detaillierte Analyse der Keramik verfolgt wirtschaftshistorische Fragestellungen. Seit der letzten Feldforschungskampagne 2009 finden jährliche Aufarbeitungskampagnen zur Untersuchung des Fundmaterials statt.

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Prof. Dr. Michael Heinzelmann